Auf der Wanderung
Aussicht Rosenthal sind uns
mehrere Hinweistafeln auf den Lehrpfad Sieben Teiche aufgefallen, und wenn
schon mehrmals drauf hingewiesen wird, dann muss der Weg natürlich erkundet
werden. Zu diesem Spaziergang haben wir uns einen sonnigen Herbstnachmittag
ausgesucht. Der Startpunkt liegt oberhalb der sehr gepflegten Villa Spiegel.
Diese blau leuchtende Villa steht an der Talstraße in der Ortschaft
Bielatal. Gleich hinter diesem auffälligen Gebäude führt die Neidbergstraße
aus dem Tal heraus und nach zweimal rechts abbiegen erreicht man den
Ausgangspunkt am Hunde- bzw. Sportplatz.
An der Ecke des Hundeplatzes
weist das erste
Schild auf den Lehrpfad Sieben Teiche hin. Von hier geht es erst durch
einen kleinen Wald. Hier wird gleich mit ein paar Schildern auf mehr oder
weniger auffällige Pflanzen hingewiesen. Ich habe den Inhalt der
Informationstafeln auf einer anderen Internetseite abgelegt, damit die
Ladezeit der Wanderbeschreibung nicht ganz so lang ist. Wer mehr zu den
einzelnen Tafeln lesen möchte, sollte die lange Ladezeit ertragen. Die erste
Tafel hinter der Begrüßungstafel handelt vom
Schwarzen Holunder. Was
nicht auf der Tafel steht ist, dass man von den Beeren erstklassige Suppe oder
auch Marmelade kochen kann. Vielleicht auch ganz gut, weil sonst würde der
Strauch vermutlich die ganze Zeit geplündert. Bei jeder der Tafeln ist
es außerdem immer so, dass ein praktisches Beispiel in der Nähe steht. Ich
bin mir nicht ganz sicher, ob die Pflanzen schon immer
dort gestanden haben und dann die Tafeln dazu gekommen sind, oder ob man sich bei
der Anlage des Lehrpfades sogar die Mühe gemacht hat, bestimme Pflanzen extra
dort hin zu pflanzen. Bei den größeren Bäumen wie z.B. der
Traubeneiche, die schon ein paar Jahrzehnte hinter sich haben, ist es
eindeutig. Aber so eine
Heckenrose,
ein Gemeiner
Schneeball oder ein
Schlehdorn kann doch schon mal extra angepflanzt sein. Genauso könnte es
mit dem
Haselnussstrauch sein, weil jeder, der so ein Ding mal in seinen Garten
gepflanzt hat, weiß, wie schnell aus dem kleinen Pflänzchen ein
ausgewachsener Busch mit gigantischen Wurzeln werden kann. Als nächste
Informationsstelle kommt eine
Baumweide, die mit einer netten Sitzgelegenheit ausgestattet ist. Wenn
ich die kleine Tafel an dem Sitzplatz, der rund um den Baum gebaut ist,
richtig gedeutet habe, dann ist dieser Ruheplatz am 3.10.2000 eingeweiht
worden. Nett ist an der Tafel das sehr freundlich schauende Sonnengesicht.
Die Wanderung geht weiter auf dem Lehrpfad, und wenn man den Weguntergrund
ein bisschen aufmerksam beobachtet, dann sieht man, dass der Weg schon
ziemlich alt sein muss, da ein so aufwändiges Pflaster heutzutage nicht mehr
für einen Waldweg angelegt wird. Sehr angenehm an dem Lehrpfad ist auch,
dass es ziemlich viel Abwechslung auf der Strecke gibt. Zum Anfang der
Wanderung geht es mehrere Male zwischen ein paar Wiesen und einem Waldrand
entlang. Die nächsten drei Stationen gehören wieder in die Kategorie
ordentlicher Baum. Zuerst kommt man an einer
Schwarzerle
vorbei. Bei diesem Baum sehen die Früchte wie besonders kleine Tannenzapfen
aus und werden auf
der Informationstafel Nüsschen genannt. Der nächste Baum ist normalerweise
schon auf größere Entfernung zu erkennen, da seine Blätter selbst bei
vollkommener Windstille herumwackeln. Dieser Baum wird
Aspe bzw. viel besser
Zitterpappel genannt. Der letzte Baum in diesem Bereich ist eine noch junge
Stieleiche, die in den nächsten Jahrhunderten noch zu einem dieser imposanten
Bäume heranwachsen möchte. Auch jetzt ist sie schon ca. 15 Meter hoch, aber wie auf der Tafel beschrieben, wird eine ausgewachsene Eiche
viel höher und auch noch ein ganzes Stück mächtiger. Als nächstes taucht auf
der linken Wegseite einer dieser besonders garstigen Sträucher auf, in die
man lieber nie hineinfallen sollte. Aber genau das wissen auch die kleinen
Piepmätze, dass der
Weißdorn einen perfekten Schutz gegen größere
Bedrohungen liefert, und so tummelt sich ziemlich häufig ein wildes
Gezwitscher in ihm. Hinter diesem Strauch tauchen zwei Informationstafeln
mit sehr unterschiedlichen Bäumen auf. Das eine ist eine
Roteiche und der
zweite Baum die
Gemeine Fichte. Die Roteiche ist mir in den Wäldern der Sächsischen
Schweiz noch nie bewusst begegnet, dafür taucht die super langweilige Fichte
überall auf. Aber es gibt noch Wälder, in denen dieser Baum als reiner
Nutzbaum angepflanzt wird und damit der Wald so richtig langweilig aussieht.
In der Sächsischen Schweiz entstehen zum Glück immer mehr Mischwälder und
damit wird die Fichte immer weiter zurückgedrängt. Die Informationstafel der
Gemeinen Fichte ist die erste Tafel auf dem Lehrpfad, die sich aus zwei
unterschiedlichen Tafeln zusammensetzt. Die obere Tafel ist so eine
gewöhnliche grüne Tafel, wie sie schon den ganzen Lehrpfad am Wegesrand stehen,
die untere Tafel ist eine sehr nette neumodische Tafel, auf der zum Teil der
gleiche Inhalt wie auf der oberen steht, aber noch ein paar sehr gute
Details der Bäume abgebildet sind. So kann man die Wuchsform, die
Rinde/Borke, die Zapfen, die Blüte, die Samen/Früchte und die Blätter
erkennen. Auch wenn diese Form an Informationstafel schon ganz gut ist, so
kommt als nächstes ein Beispiel für die wirklich tollsten Tafeln. Es ist
eine Erklärungstafel für die Aufgaben der Forstwirtschaft. Auf diesen großen
Tafeln (so ungefähr 70 x 100 cm) wird mit einigen sehr schön gemalten Bildern
das jeweilige Thema der Tafel erklärt. Diese Tafeln werden von
unterschiedlichsten Firmen hergestellt und anscheinend vom Forstamt bzw. der
Forstlichen Lehrausbildung Cunnersdorf bezahlt. Der Inhalt dieser Tafeln
wird auf unseren Internetseiten nicht wiedergegeben, damit es nicht zu
irgendwelchen Urheberrechtskonflikten kommt. Kurz hinter dieser ersten sehr
aufwändigen Tafel erreicht man dann auch den ersten Teich auf der Strecke.
Gleich am Rande dieses Teiches stehen eine ganze Ansammlung
unterschiedlichster Tafeln. Auf diesen Tafeln wird das
Feuchtgebiet "Sieben Teiche", das Leben in Alt- und Totholz, ein
krüppeliger Baum namens
Holzapfel, der
Erlen-Eschen-Bachwald und eine
Wildfütterung
behandelt. Nach dem romantischen ersten Teich geht es weiter und man
erreicht die nächste Tafel, auf der die
Lärche
abgehandelt wird. Dieser Baum wird ganz gerne von Waldbesitzern als
Grenzmarkierung eingesetzt und steht ziemlich häufig am Waldrand. Das konnte
man sehr deutlich sehen, nachdem Kyrill größere Waldflächen im
Bergischen Land Anfang 2007 umgeworfen hat. Am Rande dieser neu
entstandenen Freiflächen stehen die Lärchen wie die Umrandung eines Bildes
immer noch. Als nächstes erreicht man Teich Nummer 2. Auch an seinem Rand
stehen zwei größere Informationstafeln. Auf diesen beiden Tafeln wird
einerseits die Entwicklung von Laich zum Frosch (Froschmetamorphose) und der
Lebensraum Weiher/Tümpel erklärt. Gleich neben dem Teich befindet sich ein
überdachter Rastplatz, an dem man erstklassig die Ruhe des Teiches genießen
kann. Wenn man so einigermaßen Glück hat, dann sind die einzigen Geräusche
das Gezwitscher von ein paar Piepmätzen. Genau zu dem Thema befindet sich
dann auch gleich hinter dem Rastplatz noch eine Tafel, die
hochinteressanterweise erklärt, welche Vogelart zu welcher Uhrzeit morgens
anfängt zu zwitschern/singen. Exemplarisch ist es bei einem Sonnenaufgang um
4:30 (Mitte Mai) beschrieben. So startet das morgendliche Konzert um ca.
3:00 mit dem Gartenrotschwänzchen, 10 Minuten später beginnt das Rotkehlchen
und um 3:15 wacht die Amsel bzw. der Amselhahn auf. Das geht so weiter bis
zum Langschläfer bei den Vögeln mit dem Star. Dieser Radaubruder ist zum
Glück erst um 4:40 wach.
Die nächsten Tafeln zur Baumbestimmung sind der
Bergahorn und die
Birke.
Die Birke kann man in der Sächsischen Schweiz ziemlich häufig antreffen,
ganz besonders viele von diesen Bäumen stehen am Rosenberg auf der
Böhmischen Seite. Ganz entgegengesetzt ist es mit dem nächsten Baum, der
Kiefer.
Den Baum kann man zwar auch von Zeit zu Zeit antreffen, aber im Verhältnis
zum Spreewald oder sonstigen sandigen Böden ist er in der Sächsischen
Schweiz selten. Die nächste Informationsstelle ist eine dieser großen Tafeln,
sie informiert
über den Stammaufbau und die Altersbestimmung eines Baumes anhand der Jahresringe. Es
ist wirklich interessant, was man an diesem Beispiel Stamm alles erkennen
kann. So sieht man, dass der Baum in jungen Jahren von einer Seite irgendwie
von etwas Störendem gedrückt wurde, dass es ein kleines Bodenfeuer gegeben hat, eine
längere Trockenzeit im Zeitraum 1951 durch den Wald gezogen sein muss und
dass 1966 ein stärkerer Insektenbefall den Baum geschwächt hat. Die nächste
Station auf dem Lehrpfad Sieben Teiche ist wieder mit einem doppelten Schild
über eine Mehlbeere
ausgestattet. Irgendwie dachte ich bis hierhin, dass die Mehlbeere ein
Strauch wäre, aber der Baum am Wegesrand hat mich eines Besseren belehrt. Bei
der nächsten Station, hinter
Teich Nummer 3, wird die
Rosskastanie behandelt
und da bin ich mir schon wieder sicher, dass es sich um einen würdigen
Baum handelt. Dass diese Bäume im Wald stehen, ist zwar eher selten, aber
dann kann man sehr häufig im Winter sehen, dass die Wildschweine die Früchte
mögen. Was passiert, wenn ein Baum gefällt wurde und nur noch der Stumpf,
bzw. der Fachausdruck dafür scheint Stubben zu sein, übrig bleibt, wird auf der
nächsten großen Tafel erklärt. Die Tafel steht neben einem Eichenstubben, an
dem der Verfallsprozess schon ziemlich fortgeschritten ist, aber immer noch
riesig viele Insekten herumkrabbeln. Irgendwie ist das schon ziemlich
interessant, dass man erst durch einen Lehrpfad feststellen muss, dass diese
Reste eines gefällten Baumes einen solchen netten Mikrokosmos beinhalten. Im
Winter kann man oberhalb des Weges sehr gut erkennen, dass sich in der Aspe
mehrere
Misteln eingenistet haben und ihr schmarotzendes Dasein pflegen. Die
nächsten drei Stationen sind meiner Ansicht nach so ganz normale Standard-Bäume, die zwar seltener im Wald, aber dafür häufiger am Waldrand anzutreffen
sind: Spitzahorn,
Vogelkirsche und
Winterlinde. Das Schild über den Spitzahorn steht zwar neben einem
ordentlichen Baum, aber wir glauben nicht so ganz, dass es sich um einen
Spitzahorn handelt. Aber am Boden wächst an der Stelle ein Miniahorn, der
zwar erst 30 cm hoch ist (Stand Herbst 2007), aber dafür genau die Blattform
hat, wie auf der Tafel abgebildet ist. Die nächste Tafel fällt aus der
normalen Aufzählung von Pflanzen bzw. meistens sind es Bäume heraus, weil
auf dieser Tafel erklärt wird, dass der Wald vom reinen
Nadelwald wieder in einen Laub-Mischwald umgewandelt werden soll. Dieser
grundsätzliche Gedanke ist sehr gut, weil wenn man sich ansieht, wie
schnell ein reiner Fichtenwald durch einen etwas stärkeren Sturm oder eine
besonders verfressene Insektenschar nieder gemacht werden kann, dann
versteht man auch diese Absicht. Vermutlich ist aber auch ein wirklich
echter Wald schon immer ein Gemisch aus vielen Baumsorten gewesen und die
Monokulturen können sich einfach nicht durchsetzen. Die nächste Tafel steht
neben einer stolzen
Hainbuche. Diese Buche ist nicht wie die restlichen oder häufiger
vorkommenden Buchen ein einzelner hoher Stamm, sondern mehr ein Strauch, der
aber trotzdem 20 Meter hoch ist und einige dickere Stämme hat. Da der
Lehrpfad inzwischen das südliche Ende des Waldes erreicht hat, stößt man am
Waldrand auf mehrere Steinhaufen, die dadurch entstanden sind, dass die
Bauern über Jahrhunderte die Steine und Felsen aus ihrem Feld heraussortiert
haben und am Feldrand ablegten. Inzwischen ist eine Vielzahl an Tieren in
diese Haufen eingezogen und darüber informiert eine von diesen schönen
großen Tafeln. Auch die nächste Tafel ist eine sehr schön gemalte Tafel zu
dem Thema: Die Aufgaben der Jagd. Auch wenn die großen Tafeln alle sehr
detailliert aussehen, so ist diese Tafel ganz besonders schön und mit einer
großen Anzahl einzelner Unterthemen ausgestattet. Dass diese Tafel mit dem
Thema Jagd genau an dieser Stelle steht, ist eigentlich kein Wunder, da mit
dem Blick auf das Feld gleich mehrere Hochsitze zu sehen sind. Das kann man
noch besser an der überübernächsten Station sehen, aber zunächst kommt noch
am Hang des Schleifersbergs eine Eberesche bzw. wir kennen sie eher unter
dem Namen Vogelbeerbaum und danach eine Lehrtafel, an der man spielerisch
sein Wissen über Laubbäume kontrollieren kann. Noch ein kleiner Hinweis zu
dieser Tafel, die Lösung zu den einzelnen Baumsorten steht auf der Rückseite
in dem aufklappbaren Kästchen.
An dieser Tafel biegt man nach links ab, um zur
Aussicht
auf dem Schleifersberg zu gelangen. Diese Aussicht hatten wir schon auf
der zum
Beginn erwähnten Wanderung
Rosenthaler Aussicht gesehen und die Aussicht ist genauso schön wie
damals vom Bergfuß vermutet. Die Aussicht ist nicht so, wie auf den
Schrammsteinen, Bastei usw., aber dafür ist dieser Rastplatz wunderbar ruhig
und sehr erholsam. In die Bank ist eingraviert: Arnold-Bank 1971. Was auch
immer dieser Name und die Jahreszahl sagen mag, auf jeden Fall empfand
anscheinend noch jemand diesen Platz als außerordentlich schön. Nachdem man
diesen sehr schönen Rastplatz ausreichend genossen hat, geht es wieder das
kleine Stück zurück bis an die Tafel mit der Namenssuche der Laubbäume. Hier
steigt der Lehrpfad nach links den Hang herab. Auf dem Weg bis an die Alte Tetschener Straße kommt man noch an zwei größeren Informationstafeln vorbei.
Die erste Tafel handelt von dem Baum, dass er nicht nur Lebensstätte für
viele Tiere ist, sondern auch für Menschen sehr wichtig, da er im großen
Stil Sauerstoff produziert. Die zweite Tafel ist noch ein ganzes Stück
schöner gestaltet und handelt auch von Bäumen, aber jetzt aus der Sicht, was
der Baum zum Leben benötigt. Diese erstklassigen Tafeln kann man auch im
Internet auf der Herstellerseite bestaunen:
www.natur-im-bild.com.
Nachdem man den Ortsrand von Rosenthal an der Straße erreicht hat, geht es
nach rechts wieder zurück. Die Straße ist eine sehr ruhige Straße, auf der
anscheinend nur ein paar wenige Häuser und ein paar Schrebergärten versorgt
werden. Der Weg geht ohne jegliches Gefälle zuerst asphaltiert und dann auf
einem unbefestigtem Untergrund weiter, bis man wieder den Ausgangspunkt
erreicht. Damit ist dann eine überraschend schöne Runde beendet. Noch einen
kleinen Nachtrag zur Wanderzeit. Es sollte jedem klar sein, dass es die
Wandererzeit gewaltig in die Länge zieht, wenn man sich die großen Tafeln
gründlich durchliest. Aber es lohnt sich bei jeder dieser Tafeln, da sich
selbst für die naturerfahrensten Wanderer immer noch ein paar Informationen
ergeben. Wir haben in diesem Fall gemogelt und die Tafeln nur fotografiert
und dann zu Hause am Rechner durchgelesen. Damit ist unsere Wanderzeit
leicht reduziert.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr: Buslinie 242 (Königstein -
Rosenthal) oder 245 (Pirna -
Leupoldishain - Rosenthal). Die Bushaltestelle heißt Neidberg und liegt an
der Fahrstraße zwischen Königstein und Bielatal/Rosenthal.
Auto:
B172 und in Königstein dann auf die S171 bis Bielatal. Hinter der Villa Spiegel den Berg hoch bis zum Sport-/Hundeplatz.
Empfohlener Parkplatz:
Bielatal Hundeplatz
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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