Diese Wanderung ist im Ursprung eine
Kombination aus zwei Wanderungen von Dr. Rölkes (www.bergverlag-roelke.de)
Wanderführer "Am Rande der Sächsischen Schweiz". Der Startpunkt ist die
Ortschaft Oelsen. Unterhalb der kleinen Kirche geht es von der Dorfstraße ab
in die Richtung Bienhof. Die Wanderung geht rechts neben der Kirche vorbei
und führt dann aufs freie Feld. Nach ungefähr 600 Metern erreicht man die
Wanderwegmarkierung gelber Strich
, der man jetzt durch den Wald bis runter nach Bienhof folgt.
Kurz vor der
Minisiedlung steht auf der rechten Wegseite eine Informationstafel des
Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e. V. (www.saechsischer-heimatschutz.de)
zum Thema der Siedlung Bienhof. Von dieser
Art an Informationstafeln werden wir auf der Wanderungen noch zwei weiteren
begegnen. Eigentlich befinden sich in der Siedlung Bienhof drei
Gebäudekomplexe. Der schönste ist die riesige Villa auf der linken
Straßenseite (talabwärts gesehen). Auf der rechten Straßenseite steht ein
ehemaliges Jugendferienlager, das seit 2000 nicht mehr benutzt, aber immer
noch weiter gepflegt wird. Vermutlich liegt das daran, dass der Eigentümer
versucht, es zu verkaufen, es aber bei dieser Lage nicht so einfach, ist ein
Gebäude mit 1.200 m² Wohnfläche, fast 10.000 m² Grundstück und einem Baujahr
1830 los zu werden.
Ganz gemein ist natürlich auch, dass diese beiden
Gebäude im Hochwasser-Rückhaltebecken Mordgrund stehen. Wenn man von Oelsen
kommt, dann fällt einem das nicht auf, da die Staumauer etwas mehr als einen
Kilometer entfernt steht. An der Stirnseite des rechten Gebäudes ist in
Kniehöhe eine Hochwassermarke vom 8.7.1927 angebracht. Zu dem Zeitpunkt hat
zwar die Staumauer noch nicht gestanden, aber 2002 haben die beiden Gebäude
wieder dick im Wasser gestanden. Eigentlich sehr schade, weil damit gebe ich
beiden Gebäuden nur eine begrenzte Überlebenschance. Der dritte
Gebäudekomplex ist ein Bauernhaus, das ein bisschen oberhalb der Siedlung
Bienhof steht. Dort geht es nun rechts dran vorbei. Dazu muss man erst mal
wieder zurück zur Informationstafel wandern und dort nach links abbiegen.
Der Zugang zu diesem Weg ist manchmal mit einer Kordel abgesperrt, aber das
soll nur Autofahrer daran hindern, sich auf den Waldweg zu verirren. Der Weg
führt zwischen Waldrand und Wiesen des Mordgrundbaches entlang.
Es ist
faszinierend, wenn man dieses Rinnsal an Bach sieht und dann hört, dass hier
beim Hochwasser 2002 mehrere Kubikmeter Wasser pro Sekunde herunter
geschossen kamen und das riesige Regenrückhaltebecken innerhalb kürzester
Zeit füllten. Der Weg geht immer weiter mit einer sehr angenehmen Steigung
bergaufwärts. Nach ungefähr 1 ½ Kilometern an der Wiese entlang geht die
Wanderung in den Wald hinein. Genau an dieser Stelle stößt auch von links
kommend die tschechische Grenze an den Wanderweg. Es geht zuerst über einen
Waldweg und dann über einen schmaler werdenden Pfad weiter aufwärts. Nach
ungefähr einem Kilometer tritt der Wanderweg wieder aus dem Wald heraus und
hinter dem nächsten Waldzipfel geht es auf einer unauffälligen Traktorspur
über die
Sattelbergwiesen nach rechts. Der Weg führt geradewegs auf die Oelsener Höhe drauf zu. Mit
dem Erreichen dieser unscheinbaren Anhöhe hat man von Bienhof bis hier oben
170 Höhenmeter geschafft, ohne dass es sonderlich anstrengend gewesen ist.
Auf der Oelsener Höhe befindet sich ein Aussichtshügel, den man unbedingt
hoch gehen sollte. Von hier oben hat man einen erstklassigen Panoramablick,
und wenn das Wetter es zulässt, dann sieht man unten in der Senke ganz klein
den Lilienstein. Das ist wirklich unvorstellbar, dass man auf einmal von
oben auf diesen Felsen sehen kann. Für die Sächsische Schweiz ist der
Lilienstein immer ein mächtiger, hoher Felsen, aber anscheinend nicht für
die Ausläufer des Osterzgebirges.
Wenn
man nach hinten blickt (also nach westen) dann sieht man die neue Autobahn
A17 und den Sattelberg. Von der Oelsener Höhe geht es wieder
herunter in die Ortschaft Oelsen. Die Wanderung führt bis ins Ortszentrum,
um dann nach links auf den bekannten gelben Strich
abzubiegen. Der Weg geht sehr angenehm den Lappenbuschweg ins Tal der
Gottleuba hinunter. Am Ende des Abstiegs erreicht man den ehemaligen
Standort der Siedlung Oelsengrund. Von ihr sind nach dem Bau der
Trinkwassertalsperre nur noch ein paar Grundmauern übrig geblieben. Nachdem
man den Bach erreicht hat, geht es erst noch ein paar Meter (höchstens 100
Meter) bachaufwärts, um die Gottleuba zu überqueren. Ab hier ist dann der
weitere Weg sehr einfach zu finden. Es geht die ganze Zeit an der Gottleuba
entlang. Nach etwas mehr als einem Kilometer überquert man die Gottleuba
wieder und es geht vor bis zur Bundesstraße 174. Damit die Wanderung an der
Gottleuba weiter gehen kann, muss man hier unten im Tal erstmals ein paar
Meter an der Straße entlang wandern. Dieses erste Teilstück auf dieser
Straße ist aber nur 150 Meter lang. Auf der linken Bachseite sieht man noch
eine alte Säule im Bachlauf stehen.
Sie soll an den alten Standort der Paustmühle hinweisen. Die Wanderung biegt nach den besagten 150 Metern links
von der Straße ab und verläuft dann weiterhin am Bach entlang. Zwischendurch
kann man noch Spuren vom Hochwasser 2002 sehen. Hier hat es nämlich die
Stützmauer der Straße bzw. des Wanderwegs so unterspült, dass sie ins
Bachbett umgefallen ist. Auf dem weiteren Weg erreicht man zuerst die
Vorsperre der Talsperre Gottleuba.
Alleine die Vorsperre ist schon riesig. Nach ungefähr 800 Metern erreicht man die Staumauer der Vorsperre. Selbst
die Staumauer empfinde ich schon als ziemlich groß. Sie ist immerhin schon
fast 20 Meter hoch und 160 Meter lang, aber im Verhältnis zur eigentlichen
Staumauer nur ein Modell im Maßstab1 : 3. Die Talsperre hat aber nicht nur
die Funktion einer Trinkwassersperre, sie gehört auch in das
Hochwasserschutzsystem.
Die Wanderung verläuft noch ein
Stück (600 Meter) weiter am Rande der eigentlichen Staustufe, bis nach
rechts ein breiterer Weg neben dem Oelsenbach von der Talsperre wegführt. Am
Oelsenbach befindet sich, genauso wie an der Gottleuba, eine Messstation,
die die Bachhöhe und damit die Durchflussmenge protokolliert und
weitermeldet. Damit ist dann jederzeit gewährleistet, dass man rechtzeitig
vor größeren Wassermengen gewarnt wird. Der Weg führt weiter den Hang
hinauf. Nach ungefähr 700 Metern erreicht man die neu gebaute Vorsperre
Oelsen. Im Frühjahr 2007 wurde diese Vorsperre für die große Talsperre
gerade gebaut. Damit hat sich die Erreichbarkeit der nächsten Station der
Wanderung ziemlich verschlechtert. Auf der anderen Seite der Vorsperre liegt
der Hohle Stein. Da ich nicht unbedingt quer durch die Baustelle wandern
wollte, bin ich außen herum gegangen.
Damit musste ich erstmal bis zur
Staatsstraße weiter wandern und dann nach links den nächsten ½ Kilometer auf
der Straße entlang wandern. Dann erreicht man den ausgeschilderten Zugang
zum Hohlen Stein. Wenn die neue Vorsperre fertiggestellt ist, dann kann man
auch wieder im Bereich der Staumauer auf die andere Seite des Tals gelangen
und muss nicht das Stück auf der Straße entlang wandern. Den Hohlen Stein
sollte man sich nicht entgehen lassen. Es handelt sich um ein Felsentor, das
im Gegensatz zum Prebischtor aus Gneisfelsen besteht und als ein
Bodendenkmal geschützt ist.
Die Wanderung geht weiter und man muss jetzt leider unvermeidbar noch 700
Meter auf der S174 nach links wandern.
Auf der linken Straßenseite sieht man
noch mal ein paar dieser schönen Wiesen, auf der rechten Seite kommt dann
ein Bauernhof bzw. Rinderzuchtbetrieb.
Vor diesem Betrieb geht es von der
Straße ab nach rechts auf den Kulmer Steig. Der Weg geht leicht ansteigend
bis zum neuen Friedhof von Oelsen hoch. Irgendwie eigenartig fand ich, dass
der Friedhof zwar verlegt worden ist, aber uralte Grabsteine waren keine zu
sehen. Die Erklärung dafür ist ziemlich einfach, da der alte Friedhof sich
immer noch neben der Kirche im Dorf sich befindet, aber heutzutage der alten
Friedhof wegen Trinkwassereinzugsgebiet nicht mehr benutzt wird. Das letzte Stückchen der Wanderung führt jetzt wieder herunter in die
Ortschaft Oelsen. Im Zentrum von Oelsen steht neben dem Oberteil einer alten
Steinsäule noch eine Informationstafel zur
Steinkreuz und Marter.
Damit ist die Wanderung dann auch beendet. Obwohl sie mir eigentlich ganz
gut gefallen hat, bekommt sie nur eine mittelgute Bewertung, da es doch
einige Male über vielbefahrene Straßen ging und das leider nicht zu einer
spitzenmäßigen Wanderung gehört.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Buslinie 219 (Pirna - Bad
Gottleuba) und dann weiter mit dem Bus
214 (Bad Gottleuba -
Oelsen), manchmal fährt der Bus
219 auch von Hellendorf weiter bis nach Abzweigung Oelsen.
Auto:
Über die S174 von Pirna oder die S171 und die S174 vom Bielatal/Bahratal bis nach Oelsen. Der Parkplatz befindet sich 800 Meter von der Staatsstraße S174 entfernt in der Ortsmitte.
Empfohlener Parkplatz:
Oelsen Ortsmitte
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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