Nachdem ich den Zeisigstein auf der
Wanderung Moorteich aus reinem Zufall
gefunden hatte, musste doch gleich mal ausprobiert werden, ob man nicht auch aus dem Bielatal heraus eine schöne Wanderung zu dem Felsen unternehmen
könnte. Hier kommt die Beschreibung zu dieser wirklich ruhigen Wanderung.
Das Bielatal ist ja eigentlich schon von Natur aus eine ruhige
Wanderregion, aber diese Wanderung übertrifft so ziemlich alles an Ruhe. Nur
der Wald östlich von Rosenthal ist noch ruhiger. Der Startpunkt liegt am
Wanderparkplatz vor der Miniortschaft Ottomühle. Der Parkplatzwächter war
sehr freundlich und hat uns sogar auf der fest installierten Wanderkarte
einen schönen Weg in die Richtung des Zeisigsteins empfohlen. Er war selber
davon überrascht, dass an einem sonnigen Samstag in den Schulferien auf
seinem Parkplatz bis dahin so wenige Besucher parkten. Von hier aus geht es
ein kleines Stück (ca. 400 Meter) die Straße das Bielatal aufwärts, bis auf
der linken Seite die ursprüngliche Ottomühle und auf der rechten Seite ein
kleiner Kiosk erreicht werden. Hinter dem Kiosk biegt nach rechts die
Wanderwegmarkierung grüner Strich
ab und dieser folgt man ein Stück in den Glasergrund hinein. Der markierte
Wanderweg verlässt den Glasergrund schon nach sehr kurzer Strecke, die
Wanderung verläuft aber weiter den gut ausgebauten Waldweg nach oben. Der
Weg steigt vollkommen unmerklich an, um nach 1,6 Kilometern nach links
abzubiegen. Diese Spitzkehre ist der erste Weg im Glasergrund, der nach
links abzweigt und dadurch doch sehr einfach zu finden. Genau in der
Spitzkehre steht ein Gedenkstein an den Straßenbau von 6.12.1933 - 7.9.1934.
Auch dieser Weg führt noch ein Stückchen bergauf, um auf die Ebene oberhalb
des Bielatals zu gelangen. Rechts des Weges stehen mehrere Hinweisschilder,
dass der Wald hinter dem Schild bitte nicht betreten werden soll, da hier
der Wildruheraum wäre. Das ist in diesem Teil der Sächsischen Schweiz nicht
besonders schwierig, da hier sowieso nur sehr wenige Wanderer unterwegs
sind. Der Weg trifft nach etwas mehr als einem Kilometer auf die
Wanderwegmarkierung roter Strich
.
Diesem Wanderweg geht es nach rechts in die Richtung der Grenzplatte
hinterher, die man nach 1,2 Kilometern erreicht. Eigentlich gibt es ganze
zwei Punkte auf dieser Wanderung, an denen man überhaupt andere Wanderer
antrifft. Die Aussicht Grenzplatte ist der eine Punkt und der zweite kommt
ganz am Ende der Wanderung. Die Aussicht Grenzplatte ist schon äußerst schön
und auch mit den anderen Wanderern noch angenehm ruhig.
Nach dieser ersten Station geht es weiter auf der roten Wanderwegmarkierung.
Der markierte Weg verschwindet in den Wald hinter der Grenzplatte und genau
diesem Weg folgt man bis zum
Moorteich. Hier befindet sich ein kleiner
Rastplatz, der aber leider keinen Blick auf den kleinen Teich ermöglicht.
Der Blick vom Zaun aus ist schon ein Stückchen besser, aber
eigentlich immer noch nicht perfekt. Anscheinend finden aber doch einige
Interessierte den passenden Weg, zumindest sehen die Trampelspuren danach
aus. Die weitere Wanderung führt von dieser Besonderheit wieder ein kleines
Stück (ca. 100 Meter) zurück bis zur Kreuzung. Hier verlässt die Wanderung
die rote Wanderwegmarkierung und geht gelb markiert
nach rechts (wenn man vom Moorteich kommt) weiter.
Der Weg geht ganz
angenehm durch den Wald. In dieser Ecke der Sächsischen Schweiz kann man
deutlich feststellen, dass es sich um einen Nutzwald handelt. Trotzdem
findet man an gleich mehreren Stellen ein sehr schönes Gemisch an Bäumen. Das ist viel netter als so ein langweiliger Fichtenwald. Nach etwas mehr als
2 Kilometern erreicht man auf der linken Wegseite den Zugang zum
Zeisigstein. Würde hier nicht eine Hinweistafel stehen, würde man den Zugang
bzw. den Felsen locker übersehen. Der Zeisigstein steht vollkommen unauffällig im
Wald und erst wenn man die Eisentreppen hoch gestiegen ist, stellt man fest,
welche nette Aussicht der Felsen einem bietet. Von der Rückseite kann man
erstklassig nach Böhmen rüber blicken. Der
Einzige, der hier mürrisch blickt, bin ich (Ingo) und das wirklich ohne einen Grund.

Vollkommen überraschend finde ich, wenn man wieder von dem Felsen herunter
steigt, die Höhenangabe auf der Tafel am Felsenfuß. Der Zeisigstein soll
550,7 Meter über Normalnull sein. Da mein GPS-Gerät was ganz ähnliches
ausgibt, wird die Zahl wohl stimmen. Damit ist dieser unauffällige Felsen
ähnlich hoch wie die höchsten Berge bzw. Felsen (Großer Winterberg 556 Meter
und Großer Zschirnstein 562 Meter) der Sächsischen Schweiz. Jetzt geht es an
den Heimweg. Da wir es aber überhaupt nicht mögen, den gleichen Weg wieder
zurück zu gehen, wird ein Bogen für das zweite Stück eingeschlagen. Dazu
geht es wieder einmal ein kleines Stück (100 Meter) vom Zugang des
Zeisigsteins zurück, bis zur nächsten Kreuzung. Hier geht es nach links ein
kleines Stückchen weiter, bis wiederum der gelb markierte Weg
nach rechts abbiegt. Ungefähr nach 400 Metern auf dem gelb markierten Weg erreicht man
eine sehr breite Stelle, an der gleich mehrere Wege in alle möglichen
Himmelsrichtungen abbiegen. Links und geradeaus ist Birkenwald zu sehen und
rechts befindet sich ein dichter Fichtenwald. Genau in diesen Fichtenwald
hinein geht es auf einem vollkommen unauffälligen Waldweg weiter. Der Weg ist
unmarkiert und wirklich sehr gut versteckt. Solang man nicht nach ihm sucht,
wird man den Zugang auch nicht finden. Ein paar Meter vor diesem Waldweg
geht auch noch ein Weg nach rechts. Dieser Weg würde auch zum Parallelweg
führen, ist aber bei weiten nicht so schön wie der versteckte Weg. Hier
passiert man nach wenigen Metern den zweiten Moorteich. Seltsamerweise darf
man bei diesem Teich bis an den Rand gehen, aber dafür fällt es auch weniger
auf, dass es sich um einen Moorteich und nicht um einen gewöhnlichen Tümpel
handelt. Vermutlich kommen auf dem Weg sowieso nicht ganz so viele Menschen
entlang, sodass der Moorteich nicht besonders geschützt werden muss. Nach
etwas weniger als ½ Kilometer erreicht man einen breiten Forstweg mit
der Wanderwegmarkierung roter Strich
.
Diesem Weg folgt man eine Ministrecke von 100 Metern und dann geht es nach
rechts in den Zauschengrund ab.
Also,
wenn die Wanderwege in diesem Teil der Sächsischen Schweiz generell schon sehr ruhig
sind, so ist dieser unmarkierte Wanderweg die letzte Steigerung.
Eigentlich waren wir sehr überrascht, an der Stelle noch eine richtige
Schlucht mit Sandsteinen anzutreffen. Es ist zwar keine richtig tiefe bzw.
enge Schlucht, aber trotzdem stehen einige Felsen am Wegesrand. Der Weg
durch den Zauschengrund erreicht nach einem ¾ Kilometer den breiten Weg im
Diebsgrund. Auf diesem sehr angenehm zu wandernden Weg geht es nach links
weiter. Auf der rechten Wegseite fällt ein überraschend großer Gedenkstein
auf. Leider ist er in einem so schlechten Zustand, dass man nur noch erahnen
kann, an was im Ursprung erinnert werden soll. Wenn wir die oberste Zeile
richtig interpretiert haben, dann steht dort: ...Jagd nahmen teil:... Danach
kommt eine riesig lange Liste, die auf alle vier Seiten der Säule verteilt
ist, mit Namen und den dazugehörigen Ortsnamen. Der Weg geht weiter durch
den Diebsgrund, bis dieser auf der Rosenthaler Straße endet. Die Rosenthaler
Straße ist eine alte Verbindungsstraße zwischen Bahratal und Rosenthal und
zum Glück nur noch auf einem unwichtigen Stück für diese Wanderung befahren.
Man sieht, dass auf der linken Seite irgendwie die Staatsstraße auf die Rosenthaler Straße einbiegt, aber es geht nach rechts schnurgerade in
Richtung Rosenthal bzw. das Bielatal. Der Forstweg verläuft parallel zu
einer Überlandleitung. Hier haben wir gestaunt, dass unterhalb der Leitung
in einzelnen Feldern kleine Fichten gepflanzt werden. Wir konnten uns
überhaupt nicht erklären, warum man solch einen Aufwand treibt, da die Bäume
nach wenigen Jahren wieder gefällt werden müssen. Durch einen kompetenten
Mitmenschen sind wir dann aber aufgeklärt worden, dass der Betreiber der
Stromleitung einen regen Weihnachtsbaumverkauf betreibt und sich dann der
Aufwand rechnet. Nach etwas mehr als einem Kilometer fällt der Weg merklich
ab und wird gekreuzt von der Wanderwegmarkierung gelber Punkt
.
An dieser Kreuzung geht es nach rechts und hier staune ich immer wieder über
das kleine Hinweisschild auf den Fernwanderweg der Deutschen Einheit von
Görlitz nach Aachen. Die Strecke umfasst immerhin 1080 km und wird in 40
Etappen unterteilt. Das hört sich nach einer Strecke im Rentnerdasein an.
Damit meine ich aber nicht etwa, dass 25 km pro Tag zu lasch für jüngere
Leute wären, nein, das ist schon allerhand, ich denke eher an den großen
Zeitaufwand.
Unsere Wanderung biegt also nach rechts ab und folgt dem gelben Punkt.
Nach
ungefähr 200 Metern geht es nach links zur Johanniswacht. Diese Aussicht ist
sehr einfach zu erreichen und bietet einen wunderbaren Blick in einen großen
Teil des Bielatals. Von Zeit zu Zeit kann man an dieser Aussicht andere
Mitmenschen antreffen. Ganz besonders auffällig ist natürlich die kleine Kaiser-Wilhelm-Feste auf der gegenüberliegenden Talseite und die besonders
markanten Felsen. Nach dieser dritten sehr schönen Aussicht auf dieser
Wanderung kommt jetzt das letzte Stückchen. Dazu geht es gleich an der
Johanniswacht auf dem gelben Weg den Hang hinunter. Der Abstieg erfolgt über
einige Stufen zwischen den Felsen entlang und endet auf der Zufahrtsstraße
zur Ottomühle. Auf der rechten Seite sieht man dann schon den Ausgangspunkt
der Wanderung. Damit ist eine sehr schöne Runde zu Ende gegangen, die
ein Maximum an Ruhe bietet. Selbst bei sehr hohem Betrieb in der Sächsischen
Schweiz muss man den Wanderweg mit nur sehr wenigen Mitmenschen teilen.
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