Die Wanderung Felsensteig ist dadurch
entstanden, dass wir letztes Mal auf einer Wanderung mit Freunden aus Celle
festgestellt haben, dass noch keiner von uns auf dem Vlčí Hora (Wolfsberg)
gewesen war. Nach einer kurzen Internetrecherche stellte sich dieser Berg
als besteigenswert heraus und so war das nächste gemeinsame Ziel bestimmt.
Eigentlich sollte die Wanderung auch Wolfsberg heißen, aber ein späteres
Teilstück der Strecke war noch viel überraschender und so wurde aus der
Wolfsbergwanderung eine Felsensteigwanderung. Jetzt aber zur eigentlichen
Beschreibung.
Den Startpunkt haben wir nach Brtníky (Zeidler) gelegt. Hier am
wunderschönen Haus des Behindertenheims war der
Treffpunkt und damit der Startpunkt der Wanderung. Jeder, der einmal durch Brtníky (Zeidler)
gefahren/gewandert ist, kennt dieses auffällige Haus an der abknickenden
Vorfahrtsstraße. Damit die Wanderung auch ordentlich startet, haben wir uns
gleich mit dem ersten Schritt verlaufen. Das war schon eine Meisterleistung,
da wir mit 4 Personen, zwei Navigationsgeräten und zwei Wanderkarten gleich
mal die falsche Richtung eingeschlagen haben. (Schuld waren die Männer
mit ihren Navigationsgeräten, die feste erzählend und nur hin und wieder mal
einem Blick auf ihre Navis werfend jeden Einwand seitens der Frauen mit
einem wegwerfenden "jaja, wir kommen gleich auf den richtigen Weg" oder "die
Richtung stimmt schon so" abtaten! - Anm. d. Ehefrau) Von der abknickenden
Vorfahrtsstraße sind wir geradeaus gelaufen, wie auch auf der offiziellen
Karte des Nationalparks Böhmische Schweiz eingezeichnet ist. Hier sollte
eigentlich der markierte Wanderweg entlang gehen. Schade, da dieser in der Realität von der abknickenden Vorfahrtsstraße abbiegt.
Wir hätten lieber mal die Wanderkarte von Herrn Böhm mitgenommen, dann wären
wir auch richtig geführt worden. Das
haben wir aber erst im Nachhinein festgestellt und so sind wir die leicht
ansteigende Straße ungefähr 350 Meter entlang gewandert. Nach den 350 Metern
kam uns das dann doch irgendwie seltsam vor und so sind wir nach rechts
in den ersten möglichen Weg abgebogen.
Der Weg führte zuerst an einem alten Fabrikgelände entlang und schon nach
wenigen Metern aus dem Ort heraus. Die Wanderung passiert zum ersten Mal die
Bahngleise und es geht auf die Felder und Wiesen hinaus. Auf der rechten
Wegseite kann man das erste Mal den Vlčí Hora (Wolfsberg) sehen. Nach etwas
mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Fahrstraße, der wenige Meter
nach rechts gefolgt wird, um dann gleich wieder nach rechts in einen Feldweg abzubiegen. Der
Feldweg passiert nach ein paar Metern eine Minisiedlung, die anscheinend
früher ein Bahnhof gewesen ist. Ein paar Meter hinter der Siedlung befindet
sich ein weiterer Bahnübergang, der dann in die Richtung des Vlčí Hora
(Wolfsberg) führt. Der Feldweg steuert geradlinig auf den Berg zu. Nachdem
man den Waldrand erreicht hat, biegt nach links der gelb markierte Wanderweg
ab.
Genau diese Kreuzung war im Ursprung auf unserer Wanderungsplanung der
nächste Punkt und damit geht die Wanderung endlich wieder auf dem
beabsichtigten Weg weiter.
Die
nächste Etappe ist der Aufstieg auf den Vlčí Hora (Wolfsberg). Auch
wenn die Form des Berges sehr dem Rosenberg gleicht, so empfanden
wir den Aufstieg doch als relativ angenehm.
Sehr interessant sind auf dem
Gipfel die vielen Basaltsäulen, die kreuz und quer aus der Erde ragen. Auf
dem Vlčí Hora (Wolfsberg) befindet sich ein Wohnhaus und ein Aussichtsturm.
Ohne den Aussichtsturm wäre der Vlčí Hora (Wolfsberg) einer dieser gemeinen
Berge (wie zum Beispiel der Rosenberg), die man besteigt und dann aber keinerlei Aussicht hat,
aber von diesem Turm kann man wunderbar in die Runde schauen. Um auf den
Turm zu gelangen, muss man einen Miniobolus (Stand Anfang 2010: 0,70 €)
entrichten.
Beim Aufstieg durch das Treppenhaus fallen einem die wahnsinnig
vielen Bilder mit anderen Aussichtstürmen aus Tschechien auf.
Das gesamte
Treppenhaus und die Aussichtsplattform machen einen sehr gepflegten Eindruck. Sehr
nett ist auch das Modell des
Vlčí
Hora (Wolfsberg) in der Form einer Torte. Rund um die Torte sind noch riesig
viele Nah- und Fernziele aufgelistet. Zum Glück ist dieses kleine Kunstwerk
unter Glas aufbewahrt, sodass es nicht beschädigt werden kann.
Die Wanderung führt auf der gegenüberliegenden Seite wieder den Berg hinunter.
An der ersten Möglichkeit hält man sich rechts in die Richtung der Häuser (rote
Wanderwegmarkierung
).
Nach dem Erreichen der Häuser geht es auf der asphaltierten Straße weiter
bergab. Links und rechts der Straße stehen ein paar vereinzelte Häuser, die
in einem hervorragenden Zustand erstrahlen. Nachdem man die Häuser auf der
linken Seite passiert hat, sieht man über einer Wiese eine Kirche, die
irgendwie eine optische Täuschung ist. Die Kirche ist da, aber aus der
Entfernung wirkt sie viel größer, als sie dann wirklich ist. Der Wanderweg
steuert quer über die Wiese auf diese Kirche drauf zu. An der Hauptstraße
angelangt, geht es ein paar Meter nach links, um dann am letzten Haus nach
rechts weiterhin der roten Wanderwegmarkierung zu folgen. Hier sieht der
Verlauf des Wanderweges ziemlich seltsam aus, da man das Gefühl hat, dass
man direkten Weges in den Garten des Hauses in der zweiten Reihe geführt
wird. Aber am Zaun des Grundstückes biegt der markierte Wanderweg nach
links ab. Hier führt ein Pfad mit einem sehr angenehmen Gefälle runter ins
Tal des Bächleins. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man einen
Querweg, auf dem es nach rechts weiter bergab geht. Die Wanderwegmarkierung
verlässt diesen Weg nach wenigen Metern nach links, die Wanderung geht aber
unmarkiert weiter auf dem Weg geradeaus.
Nach 1,2 Kilometern erreicht die Wanderung die paar Häuser von Dlouhý Důl
(Langengrund) und damit die Fahrstraße nach Kyjov (Khaa). Auf dieser Straße
muss jetzt ein kleines Stück (¾ Kilometer) gewandert werden, aber zum Glück
ist es nur eine der normalen Dorfstraßen mit ein paar wenigen Autos. Die
Straße verläuft den größten Teil fast horizontal und erst an der Stelle, an
der das Kyjovské údolí (Khaatal) nach rechts abzweigt, müssen ein paar
Höhenmeter überwunden werden. Nach 200 Meter leichtem Anstieg auf der
Straße erreicht man eine Schule auf der rechten Straßenseite. Hier verlässt
die Wanderung die Straße und es geht rechts neben dem Schulgebäude auf der
gelben bzw. grünen Wanderwegmarkierung
weiter. Gleich hinter der Schule
befindet sich ein uralter
Friedhof,
wo man bis auf ganz wenige Ausnahmen nur deutsche Namen findet. Man kommt man schon ziemlich ins Grübeln,
wenn man weiß, dass es heutzutage
dort nur noch wenige Leute mit deutschen Namen gibt. Ziemlich
traurig ist, wenn man Erzählungen von Zeitzeugen hört, wie die
damaligen Bewohner der Region in ganz kurzer Zeit (innerhalb weniger Stunden) ihr Hab
und Gut verlassen mussten. Wir stellen es uns schrecklich vor, wenn man sein Haus und
alles so verlassen muss. Was würde man wohl selber einpacken, wenn es hieße,
in zwei Stunden seid ihr raus?
Hinter dem Friedhof beginnt ein äußerst interessanter Wanderpfad. Dieser
Felsensteig soll schon im Jahre 1884 vom "Gebirgsverein für das Khaatal"
angelegt worden sein. Der Weg ist ziemlich abwechslungsreich. Nicht nur,
dass es auf einem schmalen Pfad entlang geht, zwischendurch muss man mal
durch das Höllentor
und die Löwenhöhle,
über den Bach Käsewasser und auch mal hoch auf die Aussichten Brüdersteine und Fahnelstein. Der Fahnelstein
ist ziemlich einfach zu erkennen, da auf ihm eine kleine Eisenfahne steht. Hier kann man mit einem kleinen bisschen
Klettern hinauf gelangen. Die große Überraschung passiert, wenn man die paar
Stufen bis zum Gipfel hoch kraxelt. Sobald man den Bergsattel erreicht hat,
stellt man fast, dass es auf der anderen Seite ein riesiges Stück
(vielleicht waren es 50 Meter) senkrecht
abwärts geht. Ich bin auf den Felsen hochgekrabbelt und habe dann auch ganz
schnell den Rückzug eingeleitet. Das war einfach zu viel für ein
Wanderergehirn.
Nach diesem sehr abwechslungsreichen Weg über den Felsensteig gelangt die
Wanderung wieder ins Kyjovské údolí (Khaatal), das dann nach links weiter
verfolgt wird. Das Kyjovské údolí (Khaatal) ist eigentlich ein nettes Tal,
das sich aber ziemlich lang hinzieht und sich zu einer der Lieblingsstrecken
der tschechischen Radfahrer entwickelt. Die Wanderung folgt der Křinice
(Kirnitzsch) einen ¾ Kilometer, bis nach rechts die erste Brücke über den
Bach führt. Auf der gegenüberliegenden Bachseite geht es eigentlich leicht
ansteigend aufwärts. Warum auch immer man hier ein Geländer mit einer
Eisenkette angebracht hat, verstehen wir eigentlich nicht, aber vielleicht
liegt es daran, dass dieser Aufstieg im Winter ganz besonders beliebt ist.
Am
Felsenfuß befindet sich nämlich die Jeskyně víl (Feenhöhle), in der sich im Winter
riesig viele Eis-Stalaktiten und -Stalagmiten bilden. Damit diese dann auch noch
auf Fotos besonders schön aussehen, werden anscheinend häufig Teelichter hinter die Eiszapfen gestellt und schon leuchtet die Höhle
wirklich zauberhaft. Im Internet befinden sich schon einige Bilder von
dieser sehr schön leuchtenden Höhle, nur leider haben wir bis heute noch
kein Foto von der winterlichen Jeskyně víl (Feenhöhle). Wir waren zu einer wärmeren Jahreszeit im Kyjovské
údolí (Khaatal) und so tropfte es nur an allen Stellen und einige hunderte
Teelichter bzw. die Schälchen davon standen in der Höhle herum.
Damit es nicht zu langweilig wird, sind wir dann durch die Schlucht an der
Jeskyně víl (Feenhöhle) weiter aufgestiegen. Der Weg ist einfach zu gehen
und man kann sich ganz sicher nicht verlaufen. Nachdem man oben auf der
Ebene ankommt, hält nach sich leicht links und erreicht bald einen Forstweg.
Diesem folgt man nach links. Auch wenn der Wanderverlauf in diesem Bereich
auf einer Karte seltsam aussieht, da er in einem großen Halbbogen verläuft,
so ist die Wanderstrecke sehr einfach zu finden, da man immer dem breit
ausgebauten Forstweg folgt.
Auf
dem Weg passiert man eine Informationstafel zu den sogenannten Gleitspiegeln mit einem sehr
interessanten Anschauungsobjekt. Bei diesen Felsen handelt es sich um
Sandsteinblöcke bzw. -flächen, die spiegelglatt sind. Dieses ungewöhnliche
Aussehen entsteht, wenn unterschiedliche Felsen übereinander geschoben
werden, so z.B. die Sandsteinschicht über die Granitschicht der Lausitzer
Verschiebung.
Die Wanderung führt durch einen typischen böhmischen Nutzwald und erreicht
nach etwas mehr als 1 ½ Kilometern die Waldgrenze und damit die bewohnten
Gebiete vor Vlčí Hora (Wolfsberg). Hier stehen ein paar vereinzelte Häuser,
die einen schönen Blick auf den Vlčí Hora (Wolfsberg) haben. (Irgendwie hört
sich das komisch mit den beiden Wolfsbergen an. Man muss unterscheiden
zwischen dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) und der Ortschaft Vlčí Hora
(Wolfsberg) am Fuße des Berges.) Durch das Tal zwischen dem aktuellen Standort
und dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) wirkt der Berg noch ein Stück imposanter
und in der laubfreien Jahreszeit ist der
Aussichtsturm
auch in seiner vollen Größe gut zu erkennen. Nach ½ Kilometer biegt an
einer schönen Aussicht mit Bank ein Weg nach links ab. Diesem abfallenden
Weg folgt man, um dann nach 1 ½ Kilometern auf die Straße zwischen dem Berg Vlčí
Hora (Wolfsberg) und Brtníky (Zeidler) zu gelangen. Hier könnte man entweder
die letzten paar Meter bis Brtníky (Zeidler) auf der Straße entlang wandern
oder nach wenigen hundert Metern nach links über den Feldweg noch einen
kleinen Schlenker einlegen. Über den Weg geht es noch ein paar wenige
Höhenmeter aufwärts, um noch einen Blick über Brtníky (Zeidler) zu erhalten
und dann nach rechts auf dem grün markierten Wanderweg
in die Ortschaft herabzusteigen.
Die Wanderung war in den größten Teilen sehr interessant.
Ganz besonders war natürlich der Vlčí Hora (Wolfsberg), die Felsengasse bei
Kyjov (Khaa) und die Jeskyně víl (Feenhöhle). Nur das letzte Stück der
Wanderung war dann doch ein bisschen langatmig, aber leider lässt
sich das für diese Runde nicht ändern bzw. wir haben nichts Besseres entdeckt.
Durch eine sehr nette Wanderergruppe war es aber eine sehr gelungene Tour und hat
uns mal wieder in fremde Wandergebiete geführt, die wirklich lohnenswert
waren.
Anfahrtsbeschreibung:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad
Schandau. Man kann von Dresden aus aber auch die S-Bahn nehmen, wenn man
anderswo Übernachten will.
Auto:
Mit dem Auto fährt man über die B 172 bis Bad Schandau. Von Bad Schandau geht es über Altendorf, Mittelndorf und Lichtenhain nach Sebnitz. In Sebnitz dann über die Grenze nach Tschechien und dann in Dolní Poustevna rechts den Berg hoch. Weiter geht es auf der 2675 nach Vilémov, 26510 Mikulášovice und dann über die 265 nach Brtník. Der Miniparkplatz liegt an der abknickenden Vorfahrtsstraße.
Empfohlener Parkplatz:
Brtníky Schönes Haus
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