Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Klettern
Beschreibung:
Nachdem wir schon einmal mehr oder weniger
geplant auf der Wanderung
Kirnitzschquerung auf dem Paschersteig gelandet sind, uns damals aber
das Wasser der Oberen Schleuse am Weitergehen hinderte, bin ich im
Nachhinein noch mal mit dem Finger über die Landkarte gefahren und musste
mit Überraschen feststellen, dass auf der Karte ein Pfad oberhalb der
Staumauer eingezeichnet war. So etwas muss natürlich möglichst schnell in
der Realität angesehen werden. Bei dieser Wanderung sollte man sich bewusst
sein, dass ein ganz kleines Stück der Kernzone ohne markierten Weg
durchquert wird, was eigentlich nicht erlaubt ist. Wir haben deshalb auch
nur 2 Sterne auf unserer Webseite vergeben, um den größten Teil der (Standardbe-)Sucher
gar nicht erst auf diese Wanderung hinzuweisen. So bleibt der Paschersteig
ein Geheimtipp, der tatsächlich eher 4 Sterne verdient hat.
Der Startpunkt der Wanderung liegt an der Hinterhermsdorfer Buchenparkhalle.
Die ersten Meter dieser Wanderung erfolgen auf dem gelb markierten Wanderweg
zwischen der Buchenparkhalle und dem Feld. Von dem
Seligtweg
und später dem Heideweg hat man einen schönen Blick auf Hinterhermsdorf und
den gegenüberliegenden Weifberg. Nachdem man nett an den Schrebergärten
entlang gewandert ist, geht es noch einmal ins bewohnte Gebiet von
Hinterhermsdorf, um aber gleich nach rechts auf die Wanderwegmarkierung
gelber Strich
abzubiegen. Auch hier hat man noch mal einen schönen Blick, aber diesmal
über die weiten Wiesen östlich von Hinterhermsdorf. Hier ist es immer wieder
verwunderlich, dass ganz vereinzelte Häuser im Grün herumstehen. Da
Hinterhermsdorf auch schon ein ganzes Stückchen höher liegt, fällt hier auch
eine ganze Menge mehr Schnee und dann stelle ich es mir die Wintermonate
über etwas schwerer vor. Aber vermutlich ist es gar kein Problem, wenn man
diesen Zustand schon immer kennt.
Nachdem die Wanderung den Wald erreicht, geht es nur ganz leicht abfallend
der Wanderwegmarkierung hinterher. Nach etwas weniger als einem Kilometer
weist ein Schild nach links zur Aussicht Taubenstein. Das ist keine
besonders spektakuläre Aussicht, aber ein schöner ruhiger Fleck mit Blick
ins Kirnitzschtal und auf die Niedermühle. Zu dieser Mühle soll es auch als
nächstes gehen und das geht natürlich nur mit einem Abstieg.
Die
Wanderung führt auf der gelben Wanderwegmarkierung in einem Bogen um den
Breiten Stein und erreicht dann an der Reißershöhle das Kirnitzschtal. Die
Reißershöhle ist eine relativ große Höhle, die wie so häufig in der
Sächsischen Schweiz eigentlich nichts anderes ist, als dass eine große
Schicht aus einem Felsen herausgewaschen wurde.
Jetzt wandert man erst mal ein ordentliches Stück die Kirnitzsch aufwärts.
Der Wanderweg ist immer noch mit dem gelben Strich gekennzeichnet.
Zwischendurch gibt es, seit Tschechien zur EU beigetreten ist, an der
Niedermühle gleich zwei unterschiedliche Wege. Einerseits kann man den alten
Pfad links am Hang entlang wandern. Dieser ist immer noch mit den bekannten
Wanderwegmarkierungen gekennzeichnet.
Am
Bach kann man aber mit zwei Bachüberquerungen auch entlang wandern. Dieser
Weg setzt sich in den letzten Jahren immer mehr durch und ist nicht nur
leichter, sondern es gibt auch einfach mehr zu sehen. Die Bachüberquerungen
und der Blick über den Bach auf das alte Stauwehr der Niedermühle sind ganz
reizvoll und verführen wirklich jeden Wanderer, einmal mehr oder weniger
lange zu verweilen.
Die Niedermühle ist eine der uralten Sägemühlen im Kirnitzschtal, die
netterweise an den jährlich stattfindenden Mühlentagen teilnimmt. Es ist
wirklich sehr interessant, wenn man tatsächlich mal die Möglichkeit bekommt,
in so eine alte Mühle hinein zu schauen. Ganz besonders, wenn der neue
Besitzer mit so viel Begeisterung erklären kann.
Die Wanderung führt noch ein Stück weiter an der Kirnitzsch entlang bis zum
Grenzübergang für Wanderer und Radfahrer. Das kurze Stück zwischen der
ehemaligen Böhmischen Mühle/dem Rastplatz mit dem Pilzdach und dem
eigentlichen Grenzübergang ist nur mit einem Radweg gekennzeichnet, aber das
ändert sich wieder, wenn man die Grenze überschritten hat. Dann geht es nach
rechts auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich
weiter. Der gut ausgebaute Forstweg schlängelt sich oberhalb der Kirnitzsch
entlang und passiert nach ungefähr einem Kilometer eine Felsmurmel mit einer
Gedenktafel. Darauf wird über die Jagd eines Hegers namens Grohmann auf zwei
Wölfe im Jahre 1640 berichtet. Die Inschrift ist über Jahrzehnte unter einer
Wurzel versteckt gewesen und durch einen Blitzeinschlag wieder zu Tage
gefördert worden. Netterweise hängt heutzutage an der Seite des Felsens auch
noch eine tschechische Übersetzung des Textes.
Man folgt weiterhin dem Forstweg. Zwischendurch wird einer
dieser
schönen böhmischen Rastplätze passiert. Es ist ziemlich interessant, dass
die Tschechen sich viel mehr Mühe geben, die Radfahrer ordentlich zu
versorgen. So sind einige Waldwege wirklich vorbildlich ausgebaut, die Wege
sind sehr gut ausgeschildert und es gibt selbst an ziemlich abseits
liegenden Rastplätzen Fahrradständer. Diese sehen zwar manchmal ein wenig
überdimensioniert aus, aber dafür sind sie auch auf viele Jahre ausgelegt
und vor Vandalen sicher.
Von dem Rastplatz geht es weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung, bis
einen ¾ Kilometer hinter dem Rastplatz auf der linken Wegseite die erste
hohe Felswand (ca. 10 Meter) steht. Hier biegt nach rechts die gut sichtbare
Schlucht des Paschersteigs ab. Auf den ersten paar Metern ist noch nicht so
der richtige
Pfad zu erkennen, da die wenigen Besucher der Schlucht unterschiedliche Wege
einschlagen, aber je weiter man absteigt, desto besser ist der Trampelpfad
zu erkennen. Aber selbst ohne diese menschlichen Spuren ist die Richtung
sehr einfach zu finden, da es immer weiter den Berg abwärts geht, bis das
Wasser
der Oberen Schleuse erreicht ist. Eigentlich müsste man für diese Wanderung
ca. 80 Meter vor dem Wasser nach links abbiegen, aber die ungewöhnliche
Perspektive der Oberen Schleuse bzw. der Staumauer sollte man sich nicht
entgehen lassen und so geht es bis zum Wasser. Nur ganz wenige Meter (50
Meter) von der Stelle entfernt befindet sich auf der linken Seite die
Staumauer. Trotzdem ist der bequeme Weg unerreichbar, da entweder eine
steile Felswand den Zugang verhindert oder das immer bibberkalte Wasser der
Kirnitzsch. An der Stelle ist ein Durchwaten auch unmöglich, da das Wasser
mehrere Meter tief sein soll.
Also geht es die besagten 80 Meter wieder zurück. Auch nach links (wenn man
von unten kommt) ist auf dem Felsband ein deutlicher Pfad zu erkennen, der
aber nur wieder bis zur einer Aussicht auf die Obere Schleuse führt. Also
geht es nach rechts auf dem gleichen Felsband entlang. Das Felsband verläuft
ca. 25 Meter oberhalb des Wassers bzw. der Staumauer entlang und ist nicht
einfach zu gehen und dadurch nicht besonders häufig benutzt.
Ohne
die Wanderkarte von Dr. Böhm würde so ein außergewöhnlicher Pfad vermutlich
für immer verschwinden, da die Schmuggler (Pascher) in der heutigen Zeit
viel einfachere Wege wählen können. Nach 170 Metern erreicht das Felsband
einen Graben, der relativ einfach den Abstieg bis hinunter an die Kirnitzsch
ermöglicht. Hier ist zwar immer noch keine Brücke vorhanden, aber man
befindet sich unterhalb der Oberen Schleuse und dadurch lässt sich der Bach
ohne Probleme mit etwas nassen Füßen durchqueren. Natürlich ist das Wasser
hier genauso
kalt wie oberhalb der Staumauer, aber es ist nur wenige Zentimeter (bei
Normalwasser 10 – 30 cm) tief im Gegensatz zu einer Schwimmtiefe. Im Herbst
2011 war netterweise ein Baum so günstig über den Bach gefallen, dass ich
sogar ohne die Schuhe auszuziehen trockenen Fußes auf die andere Seite
gekommen bin. Dafür ist die Balancierübung viel aufregender, denn mit
angezogenen Wanderschuhen möchte ich eigentlich auch nicht im Bach landen.
Auf der deutschen Seite angekommen, geht es auch gleich wieder aufwärts.
Grundsätzlich kommt man an mehreren Stellen wieder hinauf bis zum markierten
Wanderweg, aber der bequemere Aufstieg befindet sich leicht links von der
Bachüberquerung. Dieses Teilstück des Aufstiegs endet auf dem Wanderweg
gleich unterhalb des Hermannsecks. Die Wanderung steigt weiter auf der
Wanderwegmarkierung roter Strich
den Hang hinauf. Hier gibt es zwei unterschiedliche Aufstiegsmöglichkeiten
in ganz kurzem Abstand zueinander mit der roten Wanderwegmarkierung.
Einerseits ist es die normale Treppenanlage oder etwas links der Pfad durch
die schmale Felsspalte unterhalb der Schlegelhütte. Beide Varianten stoßen
nach einem kurzen Aufstieg wieder aufeinander. Einen kurzen Abstecher bis
zur Aussicht an der kleinen Schutzhütte sollte man noch unternehmen.
Nach dem Aufstieg geht es erst mal ein ganzes Stück erholsam der roten
Wanderwegmarkierung hinterher.
Zwischendurch
passiert man einen der vielen Wettinplätze mit einem Gedenkstein an die
800-jährige Herrschaft (1089 – 1889) des deutschen Uradelsgeschlechtes. Da
es einfach zu langweilig wäre, von hier gleich wieder zurück zum
Ausgangspunkt zu wandern, geht es noch mal ein Stückchen bergab in Richtung
Königsplatz. Die Wanderung folgt immer noch der bekannten roten
Wanderwegmarkierung. Zuerst ist es noch ein Stück auf einem gut ausgebauten
Forstweg, aber spätestens auf dem Tunnelweg vor dem Königsplatz handelt es
sich um einen netteren Waldweg. Der Tunnelweg erreicht die Felswände des
Königsplatzes und dann den ungewöhnlich langen Tunnel.
Mit
ein paar Höhenmetern ist dann auch schon der Zugang zum Königsplatz
erreicht. Der Weg zu dieser schönen Aussicht ist ganz besonders nett im
Herbst, wenn die Buchen ihr leuchtendes
Laub
verlieren und das Bild durch eine herbstliche Sonne beleuchtet wird. Der
Herbst hat den weiteren Vorteil, dass man am Königsplatz sehr häufig alleine
die schöne Landschaft genießen kann.
Von dieser Aussicht geht es sehr angenehm die letzten Meter (1 ½ Kilometer)
bis zum Ausgangspunkt an der Buchenparkhalle. Die Wanderung hat ordentlich
Spaß gemacht und es ist immer wieder sehr interessant, was man so alles für
versteckte Pfade auf Dr. Böhms Wanderkarten entdecken kann. Schön, dass es
nicht nur die gewöhnlichen Wanderkarten mit den Standardwaldwegen in der
Sächsischen Schweiz gibt.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Saupsdorf nach Hinterhermsdorf. In Hinterhermsdorf den Schlidern "Obere Schleuse" folgen.
Empfohlener Parkplatz:
Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
4 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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