Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Leiter
Beschreibung:
Ich wollte mal wieder dem Trubel in der
Sächsischen Schweiz entweichen und habe einen Ausflug in die östliche
Böhmische Schweiz unternommen. Hier kann man mit einer sehr großen
Wahrscheinlichkeit ganz angenehm ruhig wandern. Der Startpunkt dieser
Wanderung liegt am nördlichen Ortausgang von Doubice (Daubitz). 300 Meter
hinter dem letzten Haus biegt nach links ein breiter Waldweg ab, der als
Fahrradweg 3031 markiert ist. Hier an der Einfahrt können ein paar Autos
abgestellt werden und so kann man die Stelle gut als kostenlosen Parkplatz
benutzen. Schon nach wenigen Metern (50 Meter) in den Wald hinein zweigt
nach rechts ein Waldweg mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich
ab. Innerhalb kürzester Zeit schrumpft der Waldweg zu einem Pfad, der aber
trotzdem recht gut zu gehen ist. Dieser Pfad hat nur einen gravierenden
Nachteil: wenn es ordentlich geregnet hat und die kleinen Fichten links und
rechts des Weges noch feucht sind, dann kann man schon zu Beginn der
Wanderung hier nasse Beine bekommen. Nach etwas mehr als ½ Kilometer stößt
der Wanderweg wieder auf den Fahrradweg 3031, den man schon vom Startpunkt
der Wanderung kennt. Im Gegensatz zur Sächsischen Schweiz sind die Radwege
in Böhmen super gut ausgeschildert/nummeriert und so werden sie auch gerne
genutzt. Auf der tschechischen Seite sind viel mehr Radfahrer als Wanderer
unterwegs, ganz im Gegensatz zur deutschen Seite der Grenze. Deshalb sollte
man auf dem nächsten Kilometer ein bisschen achtgeben, aber auf dem
Teilstück trifft man noch relativ wenige Radfahrer.
Nach dem besagten Kilometer auf dem Rad-/Wanderweg/grünen Strich passiert
die Wanderung auf
der linken Seite den Hřebec (Hengstberg) und biegt dann nach links ab. Die
Stelle ist für Radfahrer mit einer Schranke versperrt,
da
der Weg dahinter doch ziemlich verführerisch aussieht, um auf der gut
ausgebauten Strecke hinunter zu flitzen. So wandert man leicht abfallend auf
dem super angenehmen Weg Divoka Rokle (Hřebcovy důl). Nach
ein paar hundert Metern fällt auf der rechten Wegseite ein deutlich
bearbeiteter Felsklotz auf,
der anscheinend extra für den Wegebau halbiert
wurde. Der Felsen ist aber schon vor ein paar Jahrzehnten oder sogar
Jahrhunderten bearbeitet worden, da er fast an allen Stellen von einer
ordentlichen Moosschicht überzogen ist. Je länger man in den Grund absteigt,
desto enger rücken die Felsen an den Weg heran. Nach einer Strecke von etwas
mehr als 2 Kilometern erreicht man die kleine Quelle Červený pramen (Rote
Quelle), die ganz besonders durch ihre kleine "Hundehütte" auffällt.
Nach noch ein paar hundert Metern stößt von rechts die blaue Wegmarkierung
zu der Wanderung dazu. Die Wanderwegmarkierung führt noch einen halben
Kilometer weiter im Grund abwärts. Hier im untersten Teil des Grundes wird
der Weg trotz Wanderwegmarkierung schmaler. Hier stehen zwar links und
rechts des Weges richtig hohe Fichten, aber am Boden sind sehr viele kleine
Fichten (2 Meter hoch) gewachsen. Trotzdem kann man den Weg auch weiterhin
super gut wandern. Nach ½ Kilometer auf der blauen Wegmarkierung biegt man
eigentlich nach links ab. Hier bietet sich aber noch ein Abstecher von einem
Kilometer (einfache Strecke) geradeaus an. Dann erreicht man ein
unübersehbares Felsentor, das den Weg überspannt. Das Černá brána (Schwarzes
Tor) befindet sich wenige Meter vor der Mündung des Minibächleins Červený
potok (Rotes Floß) in die Kirnitzsch.
Dieser Weg bis zum Felsentor ist eine Sackgasse und deshalb muss man wieder
bis zur blauen Wegmarkierung zurück wandern. Da es die gesamte Wanderung bis
hierhin nur abwärts gegangen ist, muss man jetzt über einen ziemlich
hubbeligen Pfad aufsteigen. Der Untergrund ist genau das andere Extrem zu
der bisherigen Strecke bzw. dem gesamten Abstieg, den man bis hierher
gewandert ist. Trotzdem macht der Weg hier entlang Spaß (solange es nicht
gefroren ist).
Insgesamt
geht es einen Kilometer über diesen Aufstieg, bis man die Panenská jedle
(Jungferntanne) erreicht. Von der Tanne ist heutzutage nur noch ein 6 Meter
hoher Stumpf übrig geblieben. Früher hat hier ein Gemälde gehangen, das die
Geschichte von einem Mädchen erzählte, das sich hier bei einem Jäger vor
einem aufdringlichen Köhler in Sicherheit bringt. Das Bild ist über
Jahrzehnte verschwunden gewesen, aber im Jahre 2010 wieder aufgetaucht. Es
ist das erste Ölgemälde auf dieser Wanderung und hängt jetzt an einer
mächtigen Buche, die aber leider auch schon zur Hälfte abgebrochen ist.
Jetzt geht die Wanderung wieder super angenehm weiter auf der bekannten
blauen Wanderwegmarkierung.
Nach
1 ½ Kilometer hängt an einer großen Buche das nächste Gemälde. Es handelt
sich um die Buk sv. Huberta (Hubertusbuche). Wenn man normalerweise in den
Wäldern der Sächsischen und Böhmischen Schweiz nur neumodische
Hinweisschilder findet, dann ist so ein aufwändiges Ölgemälde eine echte
Bereicherung. Sehr nett, dass sich hier irgendein Mitmensch so viel Mühe
gibt und die Landschaft so unauffällig verschönert. Hoffentlich werden die
Bilder nicht von irgendwelchen Trotteln zerstört, aber zum Glück hängen sie
hoch genug.
Insgesamt wandert man fast 4 Kilometer auf dem Waldweg zwischen der Panenská
jedle (Jungferntanne) und der Na Tokání (Balzhütte).
Dort
erreicht man ziemlich untypische Häuser im Wald. Dabei handelt es sich um
eine ehemalige Jagdunterkunft für die Familie des Fürsten Kinsky und
Aufzuchtstation für Auerhähne. Heutzutage befinden sich hier gleich drei
Gaststätten, in die man zu vernünftigen Preisen und ganz guter Qualität
einkehren kann. Eine ganz besondere Attraktion versteckt sich gegenüber des
mittleren Hauses: ungefähr 100 Meter rechts neben der Straße befindet sich
oben in dem Felsen ein blaues Schwimmbecken. Hier sollte man natürlich nicht
ein 25-Meter-Becken erwarten, aber es ist schon ein ganzes Stück größer als
eine Badewanne. Obwohl ich schon einige Male an dieser Stelle gewesen bin,
habe ich aber bis heute noch nie Wasser in dem Becken gesehen.
Die Wanderung geht hinter dem letzten Haus noch 200 Meter weiter auf der
Zufahrtsstraße, bis vollkommen unauffällig nach links der gelbe Strich
in den Wald abbiegt. Obwohl es sich um den zweiten ernstzunehmenden Aufstieg
handelt, geht es zuerst noch ein paar Höhenmeter abwärts und dann beginnt in
der Senke der Aufstieg. Gleich zum Anfang fällt ein Felsklotz auf der linken
Wegseite auf, der irgendwann mal in weit vergangenen
Zeiten vom Felsen
abgebrochen und senkrecht zum Liegen gekommen ist. So
sind die sonst waagerechten Felsfugen hier senkrecht und damit wird der
Felsen viel schneller verwittern, als sonst der Sandstein. Nach ein paar
Metern Aufstieg ist in der rechten Felswand das Wappen der Fürstenfamilie
Kinsky mit dem Datum 10.06.1849 zu sehen. Knapp dahinter gabelt sich der Weg
und es gibt zwei unterschiedliche Wanderwege für den Aufstieg.
Beide
sind mit der gelben Wegmarkierung gekennzeichnet. Der linke Aufstieg ist der
komfortablere mit einigen breiten Stufen. Der rechte Weg führt durch mehrere
enge Felsspalten, die aber auch alle mit gut gehbaren Stufen ausgestattet
sind. Bei
diesen Stufen handelt es sich aber um Eisenstufen, die gut mit dem Begriff
schmale Hühnerleiter beschrieben werden könnten. Auch wenn der Ausdruck Uzké
schody (Enge Stiege) ein wenig übertrieben ist, da eine Stiege doch meistens
etwas anspruchsvolles ist, so ist es ein ganz hervorragender Aufstieg, der
oben gleich mit mehreren schönen Aussichten belohnt.
Die Wanderung folgt weiter der gelben Wegmarkierung bergaufwärts und schon
bald sind die abwechslungsreichen
Durchgänge bei der Theodorenhalle erreicht.
Der
Namensgeber dieses Bereiches ist Theodor von Thun – Hohenstein. Dabei
handelt es sich um den Schwager von Rudolf Fürst Kinsky von Wchinitz und
Tettau. Damit der Aufstieg durch die Schlucht überhaupt erst möglich wurde,
sind die Felsen an ein paar Stellen bearbeitet worden und so kommt man
heutzutage sehr angenehm aufwärts. Auch nachdem man die beiden Felsspalten
mit der Felsenüberdachung passiert hat, geht es durch so einige Engstellen
weiter. Je
weiter man nach oben kommt, desto breiter werden die
Schluchten
und dann geht es weiter, bis man die ehemalige Jagdhütte
U Eustacha
erreicht. Die Hütte steht tatsächlich noch am Wegesrand, aber sie wirkt
eigentlich eher wie eine der Waldarbeiterhütten, wäre nicht das nächste
Ölgemälde auf der gegenüberliegenden Wegseite. Das Gemälde hängt ziemlich
weit oben in einer Buche (ca. 5 Meter Höhe) und zeigt einen Mann mit einem
Sperr und einen mächtigen Hirsch. Oben drüber steht Sv. Eustach, was die
Person auf dem Bild zu dem Jagdheiligen macht.
Nachdem man einen weiteren ¾ Kilometer der gelben Wanderwegmarkierung
gefolgt ist, ist auf der Wanderkarte ein Berg namens Bor (Heedberg)
eingetragen. In der Natur ist der Hügel auch zu sehen, aber von einem Berg
würde ich hier wirklich nicht sprechen.
Ich
würde mal schätzen, dass der Hubbel 5 Meter über dem Weg liegt. 200 Meter
hinter dem Hügel biegt der gelbe Wanderweg rechtwinklig nach rechts ab. Wenn
man hier noch 50 Meter weiter geradeaus wandert, dann erreicht man noch ein
weiteres Ölgemälde. Dieses Gemälde ist an einer Buche mit ungewöhnlich
dicken Ästen angebracht und der Baum ist sehr ähnlich auf dem Gemälde auch
wiedergegeben worden.
Das
Gemälde hat den Titel Třípackový buk (Dreipfotiges Büchel) und gleich an der
Buche geht auch ein Waldweg abwärts, der schon nach ganz wenigen Metern
wieder auf die gelbe Wanderwegmarkierung zurückführt. ½ Kilometer hinter der
Třípackový buk (Dreipfotiges Büchel) erreicht man eine Kreuzung mit dem
Fahrradweg 3076, auf dem man nach links weiter wandert. Der Weg ist sehr
angenehm zu gehen und entweder noch nicht bei den Fahrradfahrern bekannt
oder durch seinen zum Teil doch ziemlich unebenen Untergrund einfach nur
unbeliebt. Eine seltsame Stelle erreicht man nach einem ¾ Kilometer. Hier
befindet sich auf der linken Wegseite eine große Wildwiese mit Stangen, an
denen man normalerweise Pferde festmacht. An dem Ding steht auch irgendwas
von Úvaziště (Stellplatz, Liegeplatz) und gefördert durch die EU. Die
Wanderung geht noch etwas mehr als ½ Kilometer weiter, bis der bekannte
Radweg 3031 erreicht wird. Wenn man diesem Weg nach rechts folgt, dann
erreicht mal bald (nach ca. 300 Metern) den Ausgangspunkt der Wanderung.
Diese Wanderung ist sehr empfehlenswert, ganz besonders durch die wunderbare
Ruhe auf der Runde. Nette Abwechslungen sind auf dieser Wanderung die vielen
Gemälde, die immer mal wieder zu persönlichen Interpretationen einladen.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Tja da fällt mir nur ein, dass ich mit der S-Bahn bis Schöna fahren würde
und dann mit der kleinen Fähre die Elbe übersetzen wurde. Als nächstes weiß
ich, dass in Hřensko als auch in Doubice (Daubitz) eine Bushaltestelle
(Busnummer 434 und 405) ist.
Auto:
Über die B172 fährt man bis zum tschechischen Grenzübergang. Den kann man heutzutage ohne größere Wartezeiten überqueren. Hinter dem Grenzübergang in Hrensko nach links in die Richtung Jetrichovice (Dittersbach). Zuerst kommt die Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese), Vysoká Lípa (Hohenleipa) und dann Jetrichovice (Dittersbach). In Jetrichovice (Dittersbach) biegt man nach links ab in die Richtung Chribská (Kreibitz). Hier biegt man am Ortseingang nach links ab und fährt dann auch durch Doubice (Daubitz). Der Parkplatz befindet sich wenige Meter hinter dem Ortsrand auf der linken Seite.
Empfohlener Parkplatz:
Ortsausgang Doubice
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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