Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Leiter
Beschreibung:
Also erst mal eine kurze Aufklärung, dass es
sich nicht um eine echte Wildwasserfahrt handelt. Das ist meiner Erkenntnis
nach in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz nicht mehr möglich. Früher
ist auf der Kirnitzsch durch das Ziehen der beiden
Schleusen bei Hinterhermsdorf im Herbst hin und wieder eine Flutwelle entstanden,
die für Wildwasserfahrten genutzt wurde, aber durch das
heute herumliegende Holz dürfte das unmöglich sein. Hier müsste erst mal der
Bachlauf aufgeräumt werden, was aber nicht das Ziel der beiden
Nationalparks ist. Der Wanderungsname ist geklaut aus einem Wanderführer,
der aber leider heutzutage nicht mehr erhältlich ist. Dabei handelt es sich
um den Wanderführer "Böhmische Schweiz" (ISBN 80-86050-30-0) von den beiden
Autoren Petr David und Vladimír Soukup (Verlag Soukup & David
www.soukup-david.com). Hierin ist
diese Wanderung beschrieben und hat die Überschrift "Eine Wildwasserfahrt über das
Meer der Steine". Auf diese Wanderung hat mich ein netter Leser unserer
Internetseiten aufmerksam gemacht und dafür bin ich sehr dankbar. Das kann
ich jetzt schon mal sagen, es war eine spitzenmäßige Empfehlung. Hier kommt
jetzt meine eigene Beschreibung:
Der Startpunkt liegt in der Ortschaft Doubice (Daubitz). Hier habe ich
gleich mal wieder die Länge des Ortes überschätzt und schon war ich wieder
auf der nördlichen Seite aus dem Dorf herausgefahren, ohne einen brauchbaren
Parkplatz entdeckt zu haben. Deshalb habe ich unseren Wagen an dem erstbesten Waldweg abgestellt und musste mit
Überraschen feststellen, dass die
Wanderung genau an dieser Stelle einige Stunden später
wieder herauskommen
sollte. Also ging es von dort erst mal bis in den Ort zurück.
An der
einzigen ernstzunehmenden Kreuzung befindet sich das auffällige Gasthaus "Stará
hospoda" (www.starahospoda.cz).
Hier stehen überraschend viele Holzstatuen im Garten der Gaststätte herum.
Bei
mehreren der Figuren lässt sich über Geschmack streiten, aber es sind
auch ganz besonders lustige und schöne (z.B. Schneewittchen und die sieben
Zwerge) dabei.
Die Wanderung führt weiter durch den Ort und dann ein kurzes Stück
(höchstens 400 Meter hinter dem letzten Haus) über die kleine Landstraße in
Richtung Dolní Chřibská (Niederkreibitz). Die Wanderung ist ab der
Gaststätte mit dem gelben Strich
markiert und genau dieser biegt dann auch nach rechts von der Landstraße ab.
Als ich die Wanderung im Sommer 2009 unternommen habe, war am Tag zuvor ein
richtiges Gewitter durch die Böhmische Schweiz gezogen. Schon auf der
Hinfahrt begegnete mir eine Straßenkehrmaschine, die versuchte, über die
Straße geschwemmte Erde wegzukehren. Als ich jetzt von der Straße in den
Waldweg abbog, tauchte gleich das nächste Hindernis auf.
Der kleine Bach (Pekelský
Důl) war angeschwollen und zu einem ordentlichen Bach mit einer Breite von 10
Metern angewachsen. Das Wasser war nicht tief, aber gleich zum Anfang der
langen Wanderung durch ein einige Zentimeter
tiefes Wasser-Matsch-Gemisch zu waten,
erschien mir als nicht besonders sinnvoll. So habe ich erst mal einen
kleinen Schlenker eingelegt und bin doch im Wasser gelandet.
Die Wanderung steigt erst parallel des Baches aufwärts und dann geht es der
gelben
Wanderwegmarkierung weiter hinterher. Es geht insgesamt 1 ½
Kilometer
leicht ansteigend aufwärts.
Nach diesen ersten 100 Höhenmetern erreicht man
eine mächtige Buche, an der es nach links weitergeht. Die Wanderung
verläuft sehr angenehm ruhig durch den Wald und passiert
zwischendurch eine
ungewöhnliche Buche mit dem Namen Třípackový buk (Dreipfotiges Büchel). Wer
auch immer das auf dem Schildchen übersetzt hat, ich würde mal deuten, dass
es eigentlich dreistämmige Buche heißen soll. Man erreicht nach einem
Kilometer die ehemalige Jagdhütte U Eustacha. Hier wechselt der
Weguntergrund und es geht auf einem schmaleren Weg nach links runter. Hier
wird der Weg abwechslungsreicher und steigert sich bis hin zu einem
Felsenlabyrinth. In diesem Felsenlabyrinth wird der Weg auch ein kleines
bisschen anspruchsvoller (es geht über eine Leiter in einen Höhlengang).
Dieses Teilstück heißt Theodorova hala (Theodorhalle) bzw. zwischen den
Felsen Theodorova chodba (Theodorgang). Auf dem weiteren gelb markierten Weg
erreicht man die Smolárna (Pechofen).
In diesem breiten Talkessel soll
einerseits in weit vergangenen Zeiten Pech aus Kiefern gewonnen worden und
außerdem sich die Einheimischen vor den Napoleonischen Truppen versteckt
haben. Auf jeden Fall sicher ist, dass an der linken Felswand eine
königliche Krone und das Datum 10.6.1849 eingemeißelt ist. Die Wanderung
führt noch ein kleines Stück abwärts und erreicht bald die Zufahrtsstraße
zur Na Tokání (Balzhütte).
Auf der Zufahrtsstraße wechselt die Wanderwegmarkierung in den blauen Strich
und es geht ein paar Meter nach rechts, bis man die Minisiedlung mit den
schwarzen Häusern im Wald erreicht. Heutzutage ist die Na Tokání (Balzhütte)
ein beliebter Rastplatz von Wanderern und Radfahrern. Im Ursprung, vor mehr
als 450 Jahren, war diese Siedlung für Jäger und später für Gäste des Grafen Kinský (1574 - 1634). Leider sind die Gebäude mit einer großen Sammlung
Jagdtrophäen im Jahre 1905 abgebrannt. Da diese Wanderung doch einen
ziemlich großen Bogen durch die Böhmischen Wälder unternimmt, bietet sich
eine der Gaststätten der Na Tokání (Balzhütte) als Rastplatz an. Bis heute
habe ich die vorderste und die hinterste Gaststätte ausprobiert und beide waren
gut und sehr günstig.
Die Wanderung führt durch die Siedlung und dann weiter auf der
blauen Wanderwegmarkierung. Hinter der Siedlung beginnt einer der ruhigsten
und angenehmsten Wanderwege der Böhmischen Schweiz. Auf diesem relativ
breiten Waldweg trifft man normalerweise nie irgendjemanden und wenn doch,
dann ist man fast davon überrascht. Vermutlich liegt es daran, dass die
meisten Wanderer einzelne kleine Hauptattraktionen (z.B. Balzhütte)
herauspicken, aber vor einem Waldweg mit einer Länge von mehr als 5
Kilometern zurückschrecken.
Auf der rechten Wegseite taucht eine relativ
große Buche auf, die mit einem schönen Gemälde geschmückt ist. Auf dem
Gemälde steht, dass es sich bei der Buche um die Buk sv. Huberta
(Hubertusbuche) handelt. Die Wanderung verläuft weiterhin auf dem Waldweg
und erreicht dann die Jungferntanne. Tja, von der ehemals mächtigen Tanne
steht nur noch ein Stumpf auf der rechten Wegseite. Auf der
gegenüberliegenden Seite sollte eigentlich eine besonders erwähnenswerte
Buche mit zwei mächtigen Stämmen stehen, aber auch hier hat im Frühjahr 2009
einer der Teile keine Standfestigkeit mehr gehabt und jetzt ist es nur noch
eine ganz gewöhnliche alte Buche. Die Wanderung folgt weiterhin der blauen
Markierung und erreicht nach einem Abstieg von 80 Höhenmetern den Zugang zum
Schwarzen Tor. Dieses unübersehbare Felsentor sollte man sich nicht entgehen
lassen und dafür muss man einmal nach links in die Schlucht bis fast zur
Kirnitzsch wandern. Komischerweise stehen gleich am Beginn der Schlucht
und dann noch einmal wenige Meter vor dem Schwarzen Tor lustige grüne Schilder, die
behaupten, dass der markierte Weg hier endet und man doch bitte umkehren
soll. Früher ist der Weg durch das Schwarze Tor einer der Hauptwanderwege
gewesen und am Ende der Schlucht führte eine Brücke über die Kirnitzsch.
Auch wenn diese Wanderung weiterhin durch den Böhmischen Wald führen soll,
so kann ich solche Schilder nicht verstehen, da 160 Meter westlich
des Schwarzen Tores der Wanderweg durch das Kirnitzschtal verläuft.
Nach der Besichtigung des Felsentores geht die Wanderung wieder durch die
Schlucht bis zur blauen Wanderwegmarkierung zurück und dann nach links hoch.
Der Weg verläuft parallel zur Kirnitzsch und damit zum Grenzverlauf und
macht ein leichtes Hoch und Runter. Kurz bevor man den
Wander-/Radfahrergrenzübergang erreicht, passiert man eine größere
Felsmurmel auf der linken Wegseite mit der Wolfstafel. Darauf wird
über die Jagd
eines Hegers namens Grohmann auf zwei Wölfe im Jahre 1640 berichtet. Die
Inschrift ist über Jahrzehnte unter einer Wurzel versteckt gewesen und durch
einen Blitzeinschlag wieder zu Tage gefördert worden.
Zwischen der Tafel und dem Grenzübergang biegt nach rechts eine unscheinbare
Schlucht ab. Hier befindet sich wenige Meter vom Weg entfernt eine kleine
Gedenkstätte an ein düsteres Stück deutscher Geschichte. Wenige Tage vor
Kriegsende wurden durch dieses Tal Insassen eines Konzentrationslagers
getrieben und hier sind leider mehrere umgebracht worden. Vor ein paar Jahren
wurde diese Gedenkstelle traurigerweise zerstört,
aber jetzt wieder mit einem stabilen Gedenkstein
ausgestattet. Die Wanderung geht noch ein Stückchen an der Grenze
entlang, bis sich Grenze und Kirnitzsch voneinander trennen. Jetzt wandert
man
an der Křinice (Kirnitzsch) weiter. Der Wanderweg ist mit dem roten Strich
gekennzeichnet. Im tschechischen Teil der Kirnitzsch heißt das Tal Kyjovské
údolí (Khaatal) und ist sehr gut ausgebaut. Den Weg durch das Tal muss man
mit den Radfahrern teilen, aber bis jetzt sind mir hier nur sehr gesittete
Radfahrer begegnet.
Nach ungefähr 2 Kilometern durch das Tal erreicht man
die Turistický most (Touristenbrücke), die auch schon in den Anfängen des
Tourismus ein Knotenpunkt von Wanderwegen war. Sehr interessant ist die
Informationstafel, auf der die Brücke in früheren Zeiten abgebildet ist. Auf
dem Bild ist eine schöne zierliche Brücke mit zwei schicken Besucherinnen zu
sehen. Wenn man sich die Brücke heutzutage ansieht, dann hat der riesige
betonierte Klotz überhaupt nichts mehr mit der damaligen Brücke zu tun. Aber
auch die Wanderer (inklusive mir) sehen heutzutage bei weitem nicht mehr so
fein aus.
Die Wanderung folgt der Křinice (Kirnitzsch) noch einen ¾ Kilometer, bis
nach rechts die Wanderwegmarkierung grüner Strich
abbiegt. Hier wechselt der Wanderuntergrund schnell in einen Pfad, der an
manchen Stellen schon ganz gut ansteigt und mit so einigen Wurzeln
überwuchert ist. Ziemlich überraschend ist, dass man am Ende dieses Weges
wieder auf einem dieser gut ausgebauten Radwege (Radwegnummer 3031) ankommt.
Hier beginnt das letzte Stück der Wanderung von etwas mehr als 2 Kilometern.
Dazu wandert man auf dem breiten Waldweg mit der grünen Wanderwegmarkierung
weiter. Zwischendurch trennen sich der Radweg und die Wanderwegmarkierung,
aber wenige Meter vor dem Ausgangspunkt der Wanderung stoßen sie wieder
aufeinander.
Die Böhmischen Wälder bzw. die Böhmische Schweiz ist sowieso ein viel
ruhigeres Wandergebiet als die Sächsische Schweiz, aber mit dieser
Wanderung findet man die sehr große Ruhe. Wenn man diese Runde an einem
Wochentag unternimmt, dann grenzt es schon fast an ein Wunder, jemand anderes
anzutreffen. Wenn denn überhaupt, dann bei der Na Tokání (Balzhütte) und in
der Ortschaft Doubice (Daubitz).
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Tja da fällt mir nur ein, dass ich mit der S-Bahn bis Schöna fahren würde
und dann mit der kleinen Fähre die Elbe übersetzen wurde. Als nächstes weiß
ich, dass in Hřensko als auch in Doubice (Daubitz) eine Bushaltestelle
(Busnummer 434 und 405) ist.
Auto:
Über die B172 fährt man bis zum tschechischen Grenzübergang. Den kann man heutzutage ohne größere Wartezeiten überqueren. Hinter dem Grenzübergang in Hrensko nach links in die Richtung Jetrichovice (Dittersbach). Zuerst kommt die Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese), Vysoká Lípa (Hohenleipa) und dann Jetrichovice (Dittersbach). In Jetrichovice (Dittersbach) biegt man nach links ab in die Richtung Chribská (Kreibitz). Hier biegt man am Ortseingang nach links ab und fährt dann auch durch Doubice (Daubitz). Der Parkplatz befindet sich wenige Meter hinter dem Ortsrand auf der linken Seite.
Empfohlener Parkplatz:
Ortsausgang Doubice
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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