Da ich leider nicht so besonders viel über
unser Nachbarland weiß, dachte ich, eine Wanderung zu unseren Nachbarn ist
mal angebracht. Im Moment weiß ich nur, dass die Firma, in der ich arbeite, in
Tschechien billig fertigt und man zu einem Spottpreis Zigaretten kaufen
kann. Tja, und da hört mein Wissen schon auf. Also los geht es.
Die Wanderung beginnt, wie fast alle Hinterhermsdorf- Wanderungen von mir,
auf dem großen Parkplatz gegenüber vom Erbgericht. Aus Hinterhermsdorf geht
es auf dem blauen Strich
in Richtung
Weifberg. Auf dem Wanderweg kommt man am
Weifbergturm vorbei. Auch wenn es einem vor einem der Länge der
Wanderung grauen kann, so sollte man unbedingt einen Abstecher auf den
Aussichtsturm unternehmen. Er bietet einen wirklich wunderbaren Ausblick
über die Sächsische/Böhmische Schweiz. Vom Weifberg geht es weiter in
Richtung Grenze auf dem blauen Strich.
Die Wegmarkierung mit dem blauen Strich biegt vor dem Wald ab. Wir gehen
geradeaus in den Wald in die Richtung Nixdorf. Nach ein paar Metern durch den
Wald erreicht man den Wandererübergang in die
Tschechische Republik. Hier gibt es in die Richtung Nixdorf weiter.
Hier muss ich mich eigentlich schämen, da heutzutage Nixdorf nicht mehr
Nixdorf heißt,
sondern von den Tschechen in
Mikulášovice
umbenannt worden ist. Für mich ist der alte deutsche Name aber um ein
Vielfaches einfacher auszusprechen und deshalb habe ich beschlossen, bei dem
alten Namen zu bleiben. Entschuldigung an alle Tschechen. Ich weiß es ist
gemein. Das erste, das man von Nixdorf sieht, ist ein großes Freibad, das im
Sommer auch von einer ganzen Menge Deutschen gerne besucht wird. Weiter geht
es auf der Straße in die Stadt/Dorfmitte.
Es
geht immer weiter auf dieser Straße, bis sie nach links abknickt. Diesen
Knick geht man noch und an der nächsten Kreuzung geht es nach rechts bis auf
die Hauptstraße. Wer noch gerne etwas aus der deutschen Zeit sehen möchte,
kann auf der abknickenden Straße einen Straßenzug weiter gehen und auf der
linken Seite das alte Kino von Nixdorf entdecken. Noch heute, nach mehr als
50 Jahren, steht Kino an dem Gebäude. Na gut, vielleicht heißt in Tschechisch
Kino auch tatsächlich Kino. Ich glaube, es heißt eher Kina, es kann
natürlich auch Kino sein. Wenn man dann aber auf der Hauptstraße
nach rechts geht, kommt man nach einiger Zeit an einem großen Fabrikgebäude
vorbei, an dem noch unter dem Giebel das Wort Gummibandfabrik so und so
steht. Das, vermute ich, ist aber ganz sicher keine tschechische Bezeichnung.
Es braucht halt alles seine Zeit.
Auf der Nixdorfer Hauptstraße geht es über eine Strecke von 1,7 Kilometer.
Keine Panik, eine Hauptstraße ist in Tschechien nicht wie in Deutschland
eine viel befahrene Straße, sondern selbst Sonntags mit den vielen deutschen
Besuchern kann man auf der Straße
in Ruhe gehen. Nach den besagten 1,7 Kilometern knickt die Straße nach links
ab und wir gehen weiter geradeaus. Der Weg macht dann zwar auch bald einen
Knick nach links, aber man bleibt ein wenig unterhalb der Hauptstraße. Es
geht weiter auf einem kleineren Weg, an dem aber immer noch Häuser von
Nixdorf stehen. Irgendwie ist dieses Dorf eine wirkliche Überraschung. Es
hat fantastisch aussehende alte Häuser, es ist relativ lang und es sieht
überhaupt nicht so aus, wie ich mir bis jetzt Tschechien vorgestellt habe.
Nach 1,2 Kilometern geht der Weg über eine Bahnlinie. Auch das war für mich
eine Überraschung. Auf dieser Bahnlinie habe ich jetzt schon einige Male
Züge fahren gesehen. Wenn ich mir im Gegensatz dazu die Bahnverbindungen im
Grenzgebiet von Deutschland ansehe, dann verwundert mich der häufige
Zugverkehr stark. Es geht also über den Bahnübergang, dann ein kleines
Stückchen den Berg hoch und man wandert über eine große Wiesenlandschaft.
Eine halbe Stunde hinter dem Bahnübergang (nach 2,1 Kilometer) macht der
normale Weg ein Zickzack den Berg runter. Hier kann man ohne weiteres die
Abkürzung geradeaus nehmen. Man kommt wieder auf den gleichen Weg. Im Tal
angekommen, hat man die Mini-Ortschaft Hemmehübel (Kopec) erreicht. Es geht
nach links auf der Straße durchs Tal. Hier gibt es die Möglichkeit, zu einem
Spottpreis in einer Gaststätte auf der linken Seite einzukehren. Leider weiß
ich den Namen des Lokals nicht mehr. Auf der Straße geht es weiter bis man
in
Zeidler/Brtníky auf
die Hauptstraße, die
wir schon aus Nixdorf kennen, trifft. Entweder sind die alten Deutschen ganz
besonders religiös gewesen oder es muss noch einen anderen Grund geben. An
den ganzen Straßen stehen unendlich viele Wegkreuze. Manche sind sogar heute
als Strommasten missbraucht worden. Sieht wirklich witzig aus. Auf der
Hauptstraße geht es nach rechts. Nach einem halben Kilometer erreicht man
ein wirklich fantastisch aussehendes Haus. Es sieht einfach fantastisch aus.
So ein schön erhaltenes Wohnhaus hat auch in Deutschland Seltenheitswert.
Auf der abknickenden Vorfahrtsstraße geht es noch 150 Meter weiter, bis auf
der rechten Straßenseite der Wanderweg mit der grünen Wegmarkierung
abbiegt.
Komisch ist, dass der grüne Strich auch nochmal vor dem schönen Haus nach
rechts abbiegt. Aber beide Wege scheinen nach 200 Metern aufeinander zu
treffen. Es
geht von Zeidler den Steinberg hoch. Da man auf einer großen Wiese keine
Wanderwegmarkierungen befestigen konnte, ist man hingegangen und hat die
Wegmarkierungen an die Strommasten gepinselt, die ein ganzes Stückchen im
Feld/Wiese stehen. Aber dafür sind sie dann auch ein ganzes Stückchen größer
als man es gewohnt ist. Der Weg geht ganz gerade durch einen Wald und führt
an mehreren riesigen Ameisenhaufen vorbei.
Super
witzig sind diese kleinen Viecher an der kleinen Quelle vor dem Schloss
Sternberg. Hier führt die Ameisenroute über die Stämme vor der Quelle. Als
ich dort gewandert bin, hatte anscheinend ein ganzer Ameisenstaat Wandertag.
Auf einer Breite von 5 - 10 Zentimeter war der Boden schwarz vor Ameisen.
Hinter der Quelle befand sich auf der Wiese das ehemalige Schloss
Šternberk. Leider ist von dem ehemaligen Schloss nichts mehr übrig
geblieben. Jetzt ist nur noch ein Ferienlager zu sehen, was aber anscheinend
auch nicht mehr genutzt wird. Es geht weiter nach links auf dem grünen
Strich. Bald geht es an Felsen vorbei. Hier kann man ganz hervorragend die
Entstehung der Felsoberfläche
sehen. Der Weg geht runter ins Kirnitzschtal. Wenn man dann die Kirnitzsch
erreicht hat, geht es auf dem roten Strich
dem Fluss nach.
Es
ist noch ein ganzes Stückchen, genauer gesagt 2,2 Kilometer, die man an
diesem wunderbaren Bach entlang spaziert, bis man die deutsch/tschechische
Grenze das erste Mal auf der rechten Seite wieder sehen kann. Zwischendurch
kommt man noch an eine Erinnerungstafel für Johann Hille. Der Herr hat von
1852 bis 1925 gelebt und war der Obmann des Gebirgsvereins Nördliches
Böhmen. Sehr nett ist die Stelle, an der diese Gedenktafel angebracht worden
ist. Sie befindet sich an einem glatten Felsen in einer der großen Kirnitzschwiesen. Die Wanderung geht an der Kirnitzsch und der Grenze entlang.
Knapp vor dem Grenzübergang erreicht man die ehemalige Siedlung
Hinterdaubitz. Auf der Brücke über die
Kirnitzsch ist der offizielle Wanderergrenzübergang.
Es
geht die nächsten 550 Meter weiter an der Kirnitzsch. Der Weg ist
unmarkiert, aber dafür geteert. Das liegt wohl daran, dass die Grenzschützer
immer bis an den Grenzübergang kommen müssen. Auf dem Weg wird sogar im
Winter Schnee geräumt. Nach der kurzen Strecke erreicht man die
Wegmarkierungen gelber
und roter
Strich . Auf den
beiden geht es jetzt wieder ein kurzes Stück von 150 Metern nach rechts. An
der Mahntafel für die Opfer der Nationalsozialisten geht es links nach nach Hinterhermsdorf hoch. Es ist eine größtenteils asphaltierte
Straße, die 2,2 Kilometer den Berg hoch geht. Das hört sich schlimmer an als
es ist. Der Weg hat eine angenehme Steigung und ist, obwohl er asphaltiert
ist, nur selten befahren. Eigentlich fahren nur die Anwohner hier runter und
das vermutlich gibt es nicht mehr als 10 Häuser. Man kommt durch den neueren
Teil von Hinterhermsdorf. Es geht immer weiter ins Dorf hinein.
Zwischendurch kann man mal wieder ein paar Meter der gelben Markierung
folgen und man
erreicht den Ausgangspunkt der Wanderung.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Saupsdorf nach Hinterhermsdorf. Der große Parplatz liegt gleich im Zentrum von Hinterhermsdorf am Erbgericht.
Empfohlener Parkplatz:
Hinterhermsdorf Ortsmitte
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
2,5 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
2,13 kByte
Dateigröße:
3,48 kByte
Dateigröße:
2,10 kByte
Dateigröße:
4,26 kByte
Dateigröße:
23,32 kByte
Bitte
benachrichtigen sie mich,
wenn sie Schwierigkeiten haben, die Datei in ihr Programm zu laden oder
sie irgendwie fehlerhaft ist.