Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Diese Wanderung durch ein paar romantische
Täler der Böhmischen Schweiz ist durch den netten Hinweis eines Lesers
entstanden. Ganz besonders wichtig bei dieser Mail war der Hinweis, dass es
sich in keiner Weise um Wege in der Kernzone handelt. Mich selber stören ein
paar Meter durch die Kernzone nicht, aber bei dieser Wanderung dachte ich
bisher, dass der gesamte Bereich zur Kernzone gehören würde. Ein kurzer
Blick auf die Karte des böhmischen Nationalparks belehrte mich jedoch eines
Besseren.
Also ging es in der Ortsmitte von Hinterhermsdorf los. Vom großen Parkplatz
führt die Wanderung nach rechts.
Kurz
hinter dem Erbgericht stößt die gelbe Wanderwegmarkierung
zu Wanderung
und es geht weiter geradeaus bis zur Neudorfstraße. Hier biegt man nach
links in Richtung Neudorf ab. Die Straße ist immer noch mit der gelben
Wanderwegmarkierung gekennzeichnet. Nach etwas weniger als 200 Metern fällt
auf der linken Straßenseite ein sehr ungewöhnliches Gebäude mit roten
Klinkern auf. Dabei handelt es sich um das alte Forsthaus (Baujahr 1898),
das heutzutage als Kindergarten und Wohnhaus genutzt wird. Ganz besonders
fällt der Hirschkopf mit dem gewaltigen Geweih an der Hauswand auf.
Die Wanderung folgt insgesamt ½ Kilometer der Straße durch das Neudorf, bis
der markierte Wanderweg nach rechts bzw. schräg nach vorne weiter geht. Der
Wanderweg führt horizontal auf einem Feldweg aus der Ortschaft heraus. Hier
kann man noch mal sehr nett auf die Wiesenlandschaft östlich von
Hinterhermsdorf blicken. Danach geht es in den Wald hinein, aber selbst dort
passiert man nur eine kleine Senke und wandert sehr angenehm weiter in
Richtung Kirnitzschtal. Nach einem Kilometer durch den Wald weist ein Schild
auf den Aussichtpunkt Taubenstein. Da dieser kleine Abstecher wirklich
einfach zu bewerkstelligen ist, sollte man ihn mitnehmen und den Blick in
und über das Kirnitzschtal genießen. Unten im Tal kann man die Niedermühle
entdecken und dieser Punkt soll auch das nächste Ziel der Wanderung sein.
Dazu geht es weiter auf der gelben Wanderwegmarkierung, aber kurz nach dem
Zugang zur Aussicht beginnt der Abstieg. Der Wanderweg führt in einem Bogen
um den Breiten Stein und am Ende des Abstiegs erreicht man den Wanderweg im
Kirnitzschtal. Hier biegt die Wanderung nach links ab und verläuft, immer
noch auf der gelben Wanderwegmarkierung, jetzt wieder sehr angenehm durch
das Kirnitzschtal weiter. Nach ein paar Metern erreicht man eine kleine
Weggabelung. Der linke Weg mit der Wanderwegmarkierung führt genauso wie der
breite Weg an der Kirnitzsch bis zur Niedermühle.
Der
linke Weg bietet dadurch, dass er ein paar Meter höher geht, einen netten
Blick auf die Niedermühle, der Weg an der Kirnitzsch entlang ermöglicht eine
bessere Aussicht auf den Bach und das Stauwehr der Niedermühle. Sehr
ungewöhnlich, aber auch erfreulich ist, dass bei dem Augusthochwasser 2010
diese alte Brettmühle und das Stauwehr fast unbeschadet überstanden haben.
Nur ein kleiner Teil der Zufahrt ist weggespült worden, aber auch dies wurde
inzwischen wieder behoben. So führt die Wanderung zwischen den
unterschiedlichen Gebäuden der Niedermühle hindurch. Im Herbst 2011 stand in
einem der oberen Giebelfenster eine sehr lebensechte Katze. Ob es eine
Plüschkatze oder eine ausgestopfte ist, habe ich nicht so richtig erkannt,
aber ich kann mir die Reaktion unserer Kinder auf eine ausgestopfte Katze
sehr gut vorstellen. Das könnte für uns Erwachsene sehr unterhaltsam werden.
Auf der anderen Seite der Niedermühle geht es noch ein kleines Stück die
Kirnitzsch bachaufwärts bis zur nächsten Kreuzung. Auf der rechten Seite
befindet sich ein netter Rastplatz mit einem
pilzförmigen
Dach. Der Weg nach rechts führt zum Grenzübergang und genau der sollte das
nächste Ziel der Wanderung sein. Nachdem man die Brücke über die Kirnitzsch
und damit die Grenze überquert hat, geht es nach rechts auf der
Wanderwegmarkierung blauer Strich
weiter. Schon nach ganz wenigen Metern biegt nach links ein Tal ab, das zu
einer der ganz traurigen Stellen der deutschen Geschichte führt. Nach 100
Meter stehen in diesem versteckten Tal zwei Gedenksteine zu einem Mord an 8
KZ-Insassen. Wenn man so etwas sieht, kann man nur immer wieder hoffen, dass
solche Gräueltaten nie wieder passieren werden, aber die Nachrichten aus der
weiten Welt berichten mindestens wöchentlich etwas anderes.
Die Wanderung führt wieder das kurze Stück aus dem Tal heraus und dann nach
links der blauen Wanderwegmarkierung
weiter hinterher. Der Waldweg steigt mehr oder weniger steil an und
komischerweise befinden sich nur auf der rechten Wegseite die roten Ringe um
die Baustämme. Diese Kringel signalisieren die Kernzonen im Böhmischen
Nationalpark und werden in folgender Form gedeutet: Wenn man zwei Streifen
sieht, dann darf man in das Gebiet nicht hineingehen. Von der anderen
Baumseite ist nur ein Streifen zu sehen und damit weiß man, dass man die
Kernzone verlässt. Bis zu dieser Wanderung war es mir nicht bewusst, dass
die Kernzone in diesem Bereich nur ein ganz schmaler Streifen an der
Kirnitzsch entlang ist. Das ist sehr
gut
für diese Wanderung, denn nach 2 Kilometern ist auf der linken Wegseite der
Hadí pramen (Natterborn oder auch Schlangenquelle genannt) ausgeschildert.
Hier verlässt die Wanderung den blau markierten Wanderweg und geht in
Richtung der kleinen Quelle. Der Hadí pramen (Natterborn) ist unübersehbar
und für so eine kleine Quelle im Wald ungewöhnlich gut ausgebaut. Gleich
daneben steht eine Bank, eine Holztreppe führt hin und das Quellwasser wird
in eine Rinne geführt.
Mir war bis zu dieser Wanderung noch nicht aufgefallen, dass der Zugang zum
Hadí pramen (Natterborn) auch noch weiter in den Wald führt. Genau auf
diesem Weg geht es noch ein paar Meter weiter, um 100 Meter hinter der
Quelle nach rechts abzubiegen. Es geht ein paar wenige Meter in die Senke,
um dann gegenüber auf dem gut sichtbaren Waldweg aufzusteigen. Der Waldweg
ist gut ausgebaut für die Forstwirtschaft, aber seltsamerweise vollkommen
ohne jegliche Fahr- und Wanderspuren. Hier wächst richtig nett Moos und Gras
auf dem Weg und es geht mit einer einigermaßen angenehmen Steigung aufwärts.
Zwischendurch
passiert man eine Art Felsenkessel, der sich hier oben richtig nett
versteckt. Auch der weitere Weg aus dem Kessel heraus ist eindeutig zu
finden und nach einem kurzen Restaufstieg erreicht man einen breiten Waldweg
zwischen den beiden Steinen Pytlak (Bittler) und Dravci skala (Käs und
Brot). Beide
Richtungen des Waldweges sehen äußerst verführerisch fürs Weiterwandern aus,
aber es geht geradeaus in die Senke, quer durch Farn und kleine Fichten. Die
Senke heißt Sneznicky důl (Schneeberger Grund) und je weiter man runter
kommt, desto besser kann man den Pfad auch wieder erkennen.
Nach etwas weniger als einem Kilometer durch den Sneznicky důl (Schneeberger
Grund) befindet sich auf der linken Seite ein im spitzen Winkel abbiegendes
Tal, von dem ich keinen Namen weiß. Es geht leicht ansteigend in diesem
Grund für 400 Meter aufwärts und genauso wie der Sneznicky důl (Schneeberger
Grund) liegen hier auch immer wieder ein paar Bäume quer. Aber das sollte
für die meisten Wanderer kein allzu großes Problem darstellen. Was schon ein
bisschen mehr Sabotage an der Wanderung sein könnte, ist die Feuchtigkeit
der Gründe. Zwischendurch stehen schon mal ein paar Pfützen und man versinkt
ein wenig, aber dafür wandert man durch überraschend unberührte Täler. Es
ist wirklich verwunderlich, dass dieses Gebiet nicht zur böhmischen Kernzone
dazugezählt wird. Auch auf der deutschen Seite des Nationalparks sind mir
solche romantischen Täler, zumindest legale, unbekannt.
Nach den besagten 400 Metern biegt man nach rechts ab in das letzte der
schönen Täler. Es handelt
sich
um den Přední Lorencův důl (Vorderen Lorenzgrund). Dieser zieht sich
insgesamt 1 ¾ Kilometer sehr angenehm ansteigend durch die Felsenlandschaft
und trotzdem hat man am Ende des Grundes 120 Höhenmeter bewerkstelligt. Am
Ende dieses wirklich sehr schönen Tales erreicht man die Zivilisation in
Form eines breiten Wald- bzw. Radweges (Nr. 3031). Diesem Weg folgt man 400
Meter nach rechts, bis nach links die Wanderwegmarkierung grüner Strich
abbiegt. Damit noch ein paar Höhenmeter zusammen kommen, geht es hier wieder
auf einem unterschiedlich hubbeligen Pfad bergab. Auf der linken Wegseite
stehen gleich mehrere Grenzsteine, die irgendwie alle durchnummeriert sind
und seltsamerweise die Inschrift CSR haben.
Am unteren Ende des Grundes erreicht die Wanderung die Kirnitzsch bzw. im
Tschechischen heißt der Bach Křinice. Dem Bachlauf folgt man nach links auf
einem sehr angenehmen Waldweg, auf dem einem manchmal Radfahrer begegnen
können. Der Weg durch das Kyjovské údolí (Khaatal) ist bei den tschechischen
Radfahrern ziemlich beliebt, aber auch für Wanderer ist er sehr schön. Nach
einem ¾ Kilometer erreicht man den Rastplatz Turistický most
(Touristenbrücke), an dem schon seit mehreren Jahrhunderten einige
Wanderwege aufeinander treffen. Heutzutage ist der Name Turistický most
(Touristenbrücke) etwas seltsam, da es zwar immer noch eine Brücke über die
Křinice (Kirnitzsch) gibt, die aber überhaupt nichts mehr mit dem zierlichen
Steg von damals gemeinsam hat. Heutzutage könnten sich auf der Betonbrücke
zwei Holztransporter gegenseitig überholen.
Die Wanderung geht weiter das Kyjovské údolí (Khaatal) abwärts und es macht
immer wieder Spaß, dem Bach zuzusehen,
wie
er die Felsen und das Bachbett formt. Mindestens an zwei Stellen stehen auch
Felsen mitten im Bachlauf und ulkigerweise wachsen auf diesen Felsmurmeln
mehrere Fichten. Wenige
Meter bevor auf der rechten Seite die deutsche Grenze sichtbar wird, hängt
in luftiger Höhe an einer Felswand links des Weges eine Gedenktafel an Dr.
Johann Hille (1852 – 1925). Die Tafel ist in den letzten Jahren erneuert
worden und inzwischen auch zweisprachig. Die Grenze verläuft noch eine Weile
in der Mitte des Baches. Bei der ersten Möglichkeit geht es wieder über eine
Brücke auf die deutsche Seite zurück. Dieser Grenzübergang für Wanderer und
Radfahrer ist schon vom Hinweg bekannt und so geht es bis zum Rastplatz mit
dem Pilzdach ein kleines Stück auf dem gleichen Weg entlang.
Hinter dem Rastplatz wird der bekannte Wanderweg nach rechts verlassen und
es geht für 150 Meter auf der Wanderwegmarkierung roter Strich
weiter. Dann biegt nach links die Hinterdaubitzer Straße ab. Wie der Name
der Straße sagt, ist es die ehemalige Verbindungsstraße zwischen
Hinterhermsdorf und der ehemaligen Siedlung Hinterdaubitz. Sehr interessant
ist, dass früher sogar ein Bus die Strecke von Hinterhermsdorf runter ins
Kirnitzschtal und dann weiter bis nach Kyjov (Khaa) gefahren ist. Durch die
Grenze war einerseits die Buslinie unmöglich geworden und andererseits
hatten die Gaststätte und das Hotel in Hinterdaubitz keine Kunden mehr.
Die Hinterdaubitzer Straße führt mit einer sehr angenehmen Steigung bis
hinauf nach Hinterhermsdorf Neudorf.
Ein
paar Meter hinter dem Ortseingang stößt die bekannte gelbe
Wanderwegmarkierung
auch noch auf die Straße, die hier oben Neudorfstraße genannt wird. Am Ende
der Straße muss man noch einmal rechts abbiegen und passiert das liebevoll
gestaltete Heimatmuseum von Hinterhermsdorf. Damit ist dann auch bald der
Ausgangspunkt dieser sehr schönen Wanderung erreicht. Ich war wirklich von
den schönen Tälern und Gründen überrascht und es ist beeindruckend, dass
hier kaum Spuren von anderen Wanderern zu sehen sind.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Saupsdorf nach Hinterhermsdorf. In Hinterhermsdorf den Schlidern "Obere Schleuse" folgen.
Empfohlener Parkplatz:
Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
4 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
2,24 kByte
Dateigröße:
5,08 kByte
Dateigröße:
0,63 kByte
Dateigröße:
6,85 kByte
Dateigröße:
37,11 kByte
Bitte
benachrichtigen sie mich,
wenn sie Schwierigkeiten haben, die Datei in ihr Programm zu laden oder
sie irgendwie fehlerhaft ist.