Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich
unsere Kinder (Pferde-begeisterte Mädels, die in den Ferien in der
Sächsischen Schweiz neuerdings reiten lernen) zum Reiten beim Anders-Hof (www.anders-hof.de) gebracht
habe, aber keine Lust hatte, eine Stunde dort untätig rumzusitzen. Was also liegt näher, als in den seichten Hügeln bei Ehrenberg eine
Wanderung zu unternehmen? Dass die Runde tatsächlich etwas mehr als 8 Kilometer
lang und damit überhaupt nicht in einer Stunde zu bewältigen ist, deutet
mal wieder auf eine schlechte Vorbereitung meinerseits hin. Dann muss man
halt ein bisschen mehr Gas geben...
Der Startpunkt liegt also in der Mitte von Ehrenberg. Wenn man über die
Hauptstraße wandert, dann biegt links neben der Hausnummer 43 eine Zufahrt
zu einem Bauernhof ab. Ehrenberg liegt insgesamt in einem Tal und so ist
jeglicher Start fast immer mit einem ersten Anstieg verbunden. Die Wanderung
führt mit einem Schlenker zuerst an einem Schrottplatz vorbei und dann auf
den südlichsten Bauernhof hoch. Auch wenn es im ersten Moment nicht so
aussieht, aber die Wanderung passiert das Grundstück des Bauernhofes und es
geht dann auf einem schnurgeraden Feldweg hinaus. Schon nach wenigen Metern hat man nach vorne eine sehr schöne Aussicht rüber zur Hinteren
Sächsischen Schweiz und die Häuser von Ehrenberg verschwinden im Tal. Nach
einem Kilometer auf dem Feldweg erreicht man die Alte Böhmische Glasstraße,
auf der es nach rechts weiter geht.
Auch wenn es sich eigentlich um einen
Feldweg handelt, so ist der Weg seltsamerweise asphaltiert. Nach einem
kurzen Stückchen von 400 Metern passiert man eine nette Sandsteinsäule, die
mitten auf der Kreuzung steht. Dabei handelt es sich um einen uralten
Wegweiser, der ungewöhnlicherweise keinen Pfeil, sondern eine Hand als
Richtungszeichen benutzt. Diese Kreuzung wird die Wanderung im weiteren
Verlauf noch einmal passieren, aber jetzt geht es erst mal weiter geradeaus.
Der Weg ist sehr angenehm zu wandern und der Blick über die Felder und Wiesen
ist abwechslungsreich.
Nach links vorne sieht man die ganze Zeit einen
bewaldeten Hügel. Dabei handelt es sich um die Napoleonschanze bzw. manchmal
wird auch vom Schanzenberg gesprochen. Von diesem Berg wurde für eine kurze
Zeit die Gegend von den napoleonischen Truppen beobachtet. Da man den
unscheinbaren Berg von allen möglichen Seiten ganz hervorragend sehen kann,
ist es andersherum natürlich auch so.
Die Wanderung soll aber diesmal nur zum Fuße des Berges führen und dazu geht
es erst mal weiter bis zur richtigen Fahrstraße.
Netterweise
muss diese Straße nur überquert werden, um dann gegenüber zuerst ein paar
Gärten und eine Koppel mit Falabella-Ponys zu passieren. Komisch, was stellt man wohl
mit solchen Minipferdchen an? Wird diese Sorte nur als Rasenmäher benutzt, oder
können Kinder noch darauf reiten? Die Wanderung führt weiter geradeaus und
passiert eine Kleingartenanlage. Am Ende des Weges erreicht man eine weitere
Fahrstraße, die auch nur überquert werden muss. Auf der gegenüberliegenden
Straßenseite geht es nur ganz wenige Meter (ca. 20 Meter) hinein, um dann nach
links auf einen unscheinbaren Pfad abzubiegen.
Wem der Pfad zu schmal ist,
der kann auch um das nächste Gebäude (Kretzschelei) herumgehen und über den
breiteren Pfad dahinter nach links weiter wandern. Bei der Kretzschelei
handelt es sich um die alte Kalkverarbeitung in Hohnstein. Da in diesem
Bereich die Sandstein- und Granitschichten aufeinander stoßen, gibt es
unterirdische Vorkommen von Kalk. Diese sind seit 1522 hier abgebaut und in der Kretzschelei gebrannt und weiterverarbeitet worden. Heutzutage
sieht man es den Gebäuden nicht mehr an und vermutlich ist nur noch der
Ortsname erhalten geblieben.
Nachdem man in die östliche Richtung weiter gewandert ist, passiert man
zuerst einen Bauernhof und dann kann man nach links vorne, auf der
gegenüberliegenden Straßenseite, schon den Campingplatz Entenfarm (www.camping-entenfarm.de)
sehen. Ganz besonders fällt das neu erstellte Sozialgebäude auf. Die
Wanderung geht aber zuerst noch ein ganzes Stück weiter geradeaus, da ein
direkter Weg nach links fehlt und die Senke dazwischen ein erstklassiges
Sumpfgebiet ist. Wenn man dem Feldweg geradeaus folgt, dann passiert man
zuerst noch ein kleines Waldstück und erreicht dann die Gaststätte
Grundmühle (www.grundmuehle-hohnstein.de).
Mit dem Erreichen der Straße beginnt ein Stück von etwas weniger als einem
Kilometer, dass man mit dem Straßenverkehr nach links wandern muss. Dann
erreicht man die ausgeschilderte Zufahrt zum Campingplatz.
Obwohl ich doch
schon sehr häufig an diesem Abzweig vorbeigefahren bin, war mir noch nie
bewusst, dass hier auch noch ein Weg an dem Campingplatz vorbei in Richtung
Ehrenberg weiter führt. Zuerst passiert man aber die Bushaltestelle einer
privaten Buslinie (www.frank-nuhn-freizeit-und-tourismus.de) und eine
alte Sandsteinwegsäule. Auf der Sandsteinsäule ist auch schon das nächste
Ziel (Ehrenberg ½ Stunde) eingetragen. Die Wanderung führt an der
östlichen Seite des Campingplatzes vorbei. Auch wenn ich nicht gerade der
Experte für Campingplatzbeurteilung bin,
so sehen die riesigen Rasenflächen
und die Hecken dazwischen sehr einladend aus. Von der Wegseite wirkt der
Campingplatz gar nicht so groß, aber dabei handelt es sich auch nur um die
schmalere Seite. Nach hinten geht es noch ein riesiges Stück parallel der
Fahrstraße entlang. Der Name Entenfarm beruht darauf, dass hier früher
tatsächlich mal eine echte Entenfarm gewesen ist. Heutzutage habe ich von
dem watschelnden Federvieh keine mehr gesehen.
Die Wanderung führt vom Campingplatz in nördliche Richtung auf einem sehr
angenehmen Feldweg weiter. Auf der rechten Wegseite befindet sich ein
breiter Grünstreifen, der so manchem Piepmatz Schutz bietet. Vermutlich werden
sich hier noch
einige andere Tiere sehr gut verstecken können, aber die Vögel kann man wenigstens hören. Nach einem Kilometer erreicht man ein
Hinweisschild zum Pomologischen Lehrpfad Ehrenberg und die bekannte
Wegkreuzung mit der alten Sandsteinsäule.
Damit es nicht langweilig wird
und man alle vier Wege der Kreuzung mal ausprobiert hat,
geht die Wanderung weiter geradeaus. Hier stehen links und rechts neben dem
Weg eine Vielzahl Apfelbäume. Besonders nett ist, dass jeder dieser neu
gepflanzten Bäume auch noch eine Erklärungstafel mit verschiedenen
Informationen (Pflückreife, Geschmack, Farbe, Schale, Verwendung,
Krankheiten, Standort, Herkunft usw.) hat. Da doch auf einigen Tafel stand,
dass die Äpfel im Oktober reif werden, werde ich dann ganz sicher noch
einmal über den Weg wandern und mal testen, ob die Tafeln so
einigermaßen Recht haben (zumindest mit dem Geschmack).
Die Wanderung führt sehr angenehm über die Felder und Wiesen und erst wenige
hundert Meter vor
Ehrenberg fällt der Feldweg merklich ab. Wenige Meter vor
der Ortsgrenze passiert man ein Weide mit überraschend großen Rindviechern. Die sehen schon ziemlich respekteinflößend aus. Nachdem man
die ersten Häuser von Ehrenberg passiert hat, bietet sich nach rechts eine
Dorfstraße für die letzten paar Meter an.
Seltsamerweise heißen fast alle
Straßen in Ehrenberg „Hauptstraße“ und so ist es auch mit dieser.
Nach ziemlich genau 100 Metern befindet sich auf der linken Straßenseite ein
Teich mit richtig großen Fischen drin. Aus der Entfernung hätte ich sie für Forellen
gehalten. Damit erreicht die Wanderung auch wieder den
Ausgangspunkt.
Insgesamt war diese Runde eine sehr schöne ruhige Erkundungstour. Nur
das Stückchen zwischen der Grundmühle und der Entenfarm auf der Straße war
nicht so angenehm. Ganz besonders dadurch, dass die Straße zwischen
Porschdorf und Waltersdorf gesperrt war und sich so mehr Verkehr durch den
Tiefen Grund schob. Was natürlich überhaupt nicht geklappt hat, war, die
Wanderung innerhalb von einer Reitstunde zu absolvieren. Zum Glück mussten
die Pferde noch geputzt werden und so war ich nur ganz unwesentlich zu spät.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit dem
Bus R-236 oder
Bus R-237.
Auto:
Über die B172 Bad Schandau > Porschdorf > Hohnstein. Oder auch von Pirna die Elbe auf der alte Brücke überqueren und dann über Lohmen nach Hohnstein. In Hohnstein an der abknickenden Vorfahrtstraße nach links und dann bis Ehrenberg. Einen Kilometer hinter dem Ortseingang (an der Schmalstelle) befindet sich der Parkplatz auf der rechten Straßenseite.
Empfohlener Parkplatz:
Ehrenberg Ortmitte
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
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