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Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass wir in
dem Buch Heimat- und Naturgeschichte der Sächsischen Schweiz Band 2 von Axel
Mothes (www.stiegenbuchverlag.de)
die Bilder und Beschreibung der Fee im Polenztal entdeckt haben und es uns
wirklich nicht vorstellen konnten, dass sich an der Stelle tatsächlich so
etwas Schönes im Verborgenen befinden sollte. Zuallererst aber der Hinweis,
dass das Abbild der Fee ungefähr 40 Meter neben dem markierten Weg in der
Kernzone liegt und man damit eigentlich nicht dorthin darf. Wir haben bei
dieser Wanderung mit dem Thema ganz besonders schlechte Erfahrungen gemacht
und wollen nicht, dass uns irgendein netter Leser im Nachhinein Vorwürfe
dazu macht. Aber dazu später noch ein paar Worte.
Der Startpunkt der Wanderung liegt am Sportplatz/Kleingartenanlage von
Hohnstein. Gleich gegenüber vom Parkplatz führt ein Feldweg in Richtung
Napoleonschanze, der erst mal so aussieht, als wenn es sich nur um eine
Hauszufahrt handelt. Aber praktisch führt der Feldweg rechts um das Haus
herum
und steigt dann gemächlich zur Napoleonschanze auf. Von der Napoleonschanze
bzw. eigentlich heißt der Hügel Schanzberg hat man eine sehr schöne Aussicht
auf die Vordere Sächsische Schweiz. Bei dieser Aussicht ist es überhaupt
kein Wunder, dass Napoleon bzw. seine Soldaten den Hügel als Beobachtungs-
und Schützenstellung benutzt haben. Fast zwei Jahrhunderte nachdem die
Franzosen wieder abgezogen sind kann man immer noch die beiden Kuhlen der
Geschützstellungen in der Landschaft erkennen.
Für die weitere Wanderung geht es von der Aussicht schräg nach links über
die große Wiese weiter. Der Wanderweg bis zum Waldrand ist mit dem grünen
Strich
gekennzeichnet. In der Waldecke wird der markierte Wanderweg verlassen und
es geht ¼ Kilometer leicht abfallend in Richtung Brand/Brandstraße. Die
Brandstraße ist zwar nicht, wie der Name suggeriert, eine echte Straße,
sondern eher ein sehr gut ausgebauter Forstweg, auf dem nur ganz wenige
Autos fahren, aber dafür wandern um so mehr Leute auf der Strecke. Markiert
ist diese Wanderautobahn mit dem blauen Strich
und es geht nach links super angenehm weiter. Eigentlich nehmen die
Besuchermengen auf der Brandstraße nur am Wochenende mit trockenem Wetter
Überhand.
Dann spazieren schon so einige Leute über die Straße in die Richtung der
Brand-Aussicht. Nach einer Strecke von einem Kilometer ist der Brand
erreicht und hier sind gleich drei Punkte besonders interessant. Zuallererst
ist es natürlich die fantastische Aussicht über das Polenztal auf die
Vordere Sächsische Schweiz, dann kann man sich ganz hervorragend zu
angenehmen Preisen bewirten lassen und schließlich befindet sich in dem
Gebäude an der Stirnseite eine immer wieder wechselnde Ausstellung des
Nationalparks Sächsische Schweiz.
Nach diesem sehr interessanten Zwischenstopp auf dieser Wanderung geht es in
einen Bereich, in den sich normalerweise nur noch ernstzunehmende Wanderer
hin verirren. Dazu geht es ein paar wenige Meter zurück, um dann nach rechts
weiterhin der blauen Wanderwegmarkierung in Richtung der Brandstufen zu
folgen. Wer denn noch eine weitere ruhige Aussicht genießen möchte, sollte
vor dem Abstieg nach links gehen. Hier liegen, versteckt vor dem
Besuchertrubel, die Hafersäcke. Diese Aussicht auf die gegenüberliegenden
Felsen und der Blick über den
Tiefen
Grund ist ein sehr netter Abstecher. Danach geht es dann aber wirklich an
den Abstieg über die vielen Stufen. Insgesamt sollen es 850 Stufen sein, die
wir aber immer noch im Abstieg angenehmer finden als im Aufstieg. Aber in
beiden Richtungen merkt man auf den Brandstufen deutlich, wenn man ein paar
Kilo zu viel mit sich herumschleppt. Nachdem man das steilste Stück
bewältigt hat, geht nach vorne eine kleine Ebene, auf der eine Salzlecke aus
dem Jahre 1810 steht. Es ist schon wirklich imposant, dass hier ein
Steintrog 2 Jahrhunderte in der Natur überstanden hat.
Nachdem der komplette Abstieg über die vielen Stufen gemeistert ist, kann
man sich über einen neu angelegten Wanderweg freuen. Früher musste man den
nächsten Kilometer durch den Tiefen Grund auf der Straße herunter wandern,
aber der neue Wanderpfad schlängelt sich den größten Teil der Strecke neben
dem Bächlein abwärts. Der Pfad ist natürlich ein Stück komplizierter als der
Weg über die Straße, aber dafür macht er auch viel Spaß und man muss sich
nicht über den Straßenverkehr ärgern (wobei wir ihn natürlich auch selber
mit verursachen).
Nach dem besagten Kilometer erreicht man den Wanderparkplatz am unteren Ende
des Polenztals. Hier wird die blaue Wanderwegmarkierung verlassen und es
geht in das Polenztal auf der roten Markierung
weiter. Auf der linken Wegseite befindet sich das Gelände der ehemaligen
Frinzthalmühle, das bis ins 19. Jahrhundert eine Mahlmühle war und
heutzutage ein kleines Gewerbegebiet ist. Ganz am Ende des Gewerbegebiets
steht eine etwas neuere Industriehalle, bei deren Mitte der Wanderweg einen
90° Knick macht. Gleich an dem ersten Felsen in dem
Knick
befindet sich 34 Meter neben und 20 Meter über dem Wanderweg die Fee. Wer es
ganz genau wissen möchte: Breitengrad 50,949769° und Längengrad 14,133785°.
Die Fee ist vom Wanderweg aus nicht zu erkennen, da ein anderer Felsen davor
steht. Wir haben die Fee vom Polenztal nicht auf Anhieb gefunden und bei
einer unserer weiteren Suchen sind wir dann blöderweise von einem
Nationalparkranger bei seinem Sonntagsspaziergang mit seiner Familie
erwischt worden. Der Ranger hat sich zwar korrekt verhalten und es gibt
überhaupt keine Diskussionen darüber, dass wir uns nicht an die Regel des
Nationalparks für die Kernzone gehalten haben. Was wir aber überhaupt nicht
verstehen, ist die Höhe der Strafe. Der Ranger meldet das Vergehen dem
Landratsamt und dort wird durch den Bußgeldkatalog die Höhe der Strafe
festgelegt. Die betrug inklusive Gebühren dann 73,50 €. Wenn man diese Summe
in den Bußgeldkatalog aus der Straßenverkehrsordnung übersetzt, dann darf
man für die gleiche Summe mehrere Kinder ohne jede Sicherung kutschieren
oder einen Vorfahrtsberechtigten gefährden. So schlimm ist es also, ein paar
Meter neben dem Wanderweg unterwegs zu sein.
Wie gesagt, dieses Ereignis war ein paar Tage nach der eigentlichen
Wanderung, bei der wir die Fee leider noch nicht gefunden hatten. Jetzt
geht’s erst mal weiter durch das wunderschöne Polenztal.
Dazu
folgt man der roten Wanderwegmarkierung, auch wenn der Wanderweg
zwischendurch (ca. einen Kilometer hinter dem letzten Gebäude der
Frinzthalmühle) auf die andere Seite der Polenz wechselt. Es ist schon immer
wieder verwunderlich, wie wenige Wanderer hier unten in dem schönen Tal
unterwegs sind. Nach 1 ¼ Kilometer auf der linken Bachseite (von unten
gesehen) geht es ganz wenige Meter vor der Waltersdorfer Mühle über eine
alte Steinbrücke (Baujahr 1898) wieder zurück auf die gegenüberliegende
Bachseite.
Hier folgt man weiter der Wanderwegmarkierung roter Strich
.
Schon wenige Meter hinter der Brücke beginnt der Aufstieg Neuweg. Nach ¼
Kilometer Aufstieg ist auf der linken Wegseite ein deutlicher Pfad zu
erkennen, der mit dem schwarzen Pfeil
gekennzeichnet ist. Wie wir inzwischen gelernt haben, ist ein so
gekennzeichneter Pfad (schwarzer Pfeil = Zugang Klettergipfel) in der
Sächsischen
Schweiz
für jedermann begehbar und so geht es ein ganzes Stück steiler den Berg
hinauf. Überraschend ist, dass man nach 100 Metern und 30 Höhenmetern auf
einmal eine Ebene bzw. einen Bergsattel erreicht. Hier biegt man an der
ersten Möglichkeit nach rechts ab. Der gut sichtbare Pfad führt auf die
nächste
Ebene
und von dort geht es in eine tiefe schmale Schlucht. Aber auch dieser
Aufstieg ist ganz gut zu bewerkstelligen und befindet sich ganz knapp neben
der Aussicht am Panoramafelsen. Wie der Name der Aussicht verspricht, hat
man hier tatsächlich einen tollen Blick auf eine Felsenlandschaft und die
Weiten der Vorderen Sächsischen Schweiz. Sehr interessant an dem Platz ist,
dass sich auf diese Aussicht nur ganz selten andere Wanderer verirren.
Von der Aussicht geht ganz eindeutig zu erkennen ein Pfad zurück zum
markierten Wanderweg. Dieser ist mit dem grünen Strich
gekennzeichnet und wird an der westlichen Seite der Räumichtwiese erreicht.
Die grüne Wanderwegmarkierung wird für diese Wanderung nach links weiter
gewandert. Nach ungefähr ½ Kilometer biegt der grüne Strich nach links ab,
die Wanderung führt aber weiter geradeaus auf dem Steinbruchweg. Die
Wanderung über den gut ausgebauten Waldweg ist ziemlich angenehm und bald
ist auch schon der Ortsrand von Hohnstein erreicht. Hier geht es über die
Waldstraße bis zur zweiten Möglichkeit nach rechts abzubiegen
(Breitscheidstraße). Dieser Straße folgt man bis zur nächsten Querstraße
(Brandstraße bzw. hier wechselt die Straße den Namen zur Max-Jacob-Straße).
Dieser Parallelstraße zur Waldstraße folgt man nach links den Berg hinab.
Schon nach ein paar Metern erreicht man das alte Bahnhofsgebäude der
Schmalspurbahn. Hier hat heutzutage ein Busunternehmen seinen Sitz und
eigentlich müsste man auf die andere Seite des Firmengeländes. Man könnte
auch quer über das Gelände hinwegwandern, aber irgendwie hat man dabei immer
ein ungutes Gefühl. Deshalb empfehlen wir, ein paar Meter weiter bergab und
an der ersten Straße (Kalkbruchweg) wieder bergauf zu wandern. Damit hat man
das Firmengelände umgangen und es geht auf der gegenüberliegenden Seite über
die alte Bahntrasse (heutzutage eine asphaltierte Straße) nach links weiter.
Schon bald führt ein schönes altes Viadukt über eine Senke und man hat einen
netten Blick auf das Treiben im Hohnsteiner Freibad. Der Weg endet auf der
Verbindungsstraße zwischen Hohnstein und Bad Schandau und damit hat man dann
auch den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht.
Auch diese Wanderung war eine nette Runde, die mal wieder eine bzw. mit dem
Aufstieg am Neuweg zwei besondere Punkte beinhaltete. Dass blöderweise die
Fee vom Polenztal ein paar Meter abseits des Weges liegt, ist wirklich
schade, da man mit ihr und einer netten Geschichte ganz bestimmt auch Kinder
vom Fernseher oder dem Computer weglocken und zu einer Wanderung überzeugen
könnte.
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