Ich habe mal wieder die Mädels der Familie zum
Reiten beim Anders Hof (www.anders-hof.de)
abgegeben und wollte die Zeit nutzen, um ein Stückchen wandern zu gehen. Auf
der Wanderkarte Stolpen von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de)
ist nördlich von Cunnersdorf das Lamprechtkreuz, sogar mit einem Datum,
eingezeichnet. So etwas macht mich doch ziemlich neugierig und ist ganz
sicher interessanter, als den Kindern beim Reiten zuzusehen. Da es von
Ehrenberg bis zum Lamprechtkreuz zu weit ist, habe ich den Startpunkt an
die westliche Seite von Cunnersdorf verlegt. An der kleineren
Verbindungsstraße von Cunnersdorf zur Bockmühle (www.bockmuehle.com)
kann man ganz hervorragend parken, außer, wenn gerade die Blütezeit der Märzenbecher ist. Dann gibt es aber an der Straße
einen großen offiziellen Parkplatz auf einem der Felder.
Von der westlichen Seite von Cunnersdorf geht es sehr angenehm auf dem
asphaltierten Feldweg in Richtung Bockmühle. Als ich mich auf den Weg
gemacht habe, war der Himmel schon pechschwarz und irgendwie
war mir bewusst, dass es gleich feucht würde, aber kurz vor der Bockmühle wurde
es schlimmer als gedacht. Es war zwar nur ein Schauer von etwas
mehr als ¼ Stunde, aber dieser hatte es in sich. Auf dem Feldweg lief in Richtung Bockmühle bzw.
Polenztal ein ordentlicher Bach runter, sodass ich mich kurzfristig in einem Carport bei der Bockmühle
untergestellt habe. Es sah auch ganz lustig aus, als die Schafherde nebenan
auf der Wiese auf einmal beschloss, dass das nun doch zu nass ist und
alle gleichzeitig versuchten, in den Stall zu flüchten.
Nachdem der Regen aufgehört hatte, ging es ein paar Meter (höchstens 20
Meter) ins Polenztal hinein, um dann der Wanderwegmarkierung
grüner Strich
aus dem Tal heraus zu folgen. Tja und dann habe ich mal wieder was gelernt.
Auch wenn der Regen fast aufgehört hatte, so kamen von den Bäumen immer noch richtig
große Tropfen und der Weg aufwärts war eigentlich eher ein Bach. Aber
was soll es, wenn man denn einmal losgelaufen ist, dann bricht man auch nicht
mehr so einfach ab. Nach nur 300 Metern war der Wald dann auch schon wieder
zu Ende und es kam mir auch nur noch Wasser auf dem Feldweg entgegen. Na ja,
wozu hat man solche tollen Wanderschuhe, die müssen doch das bisschen Wasser
abhalten. So zumindest die Theorie.
Der markierte Wanderweg biegt nach einem ¾ Kilometer nach links ab und hier
folgt man der Wanderwegmarkierung weiter. Bald passiert man im darauffolgenden Wald ein paar Teiche, die
ganz knapp nebeneinander liegen und alle von einem Bächlein gespeist werden.
Nach ein paar hundert Metern und ein paar dutzend Höhenmetern passiert man
eine mächtige Buche und dann erreicht man das kunstvolle
Lamprechtkreuz. Es ist tatsächlich ein sehr erwähnenswertes Holzkreuz, dass
zum Gedenken an den Heimatforscher Professor Guido Lamprecht aufgestellt
wurde. Damit sich jeder gleich vor Ort informieren kann, steht neben dem
Kreuz noch eine Informationstafel,
die ein paar Hintergründe erklärt.
Die Wanderung führt noch fast einen Kilometer weiter auf der grünen
Wanderwegmarkierung.
Neben dem
Waldweg kann man mehrere alte Grenzsteine entdecken, die mit den gekreuzten
Schwertern ungefähr aus der 2.Hälfte des 18.Jahrhunderts stammen. Nach
besagtem Kilometer erreicht man die Alte Cunnersdorfer Straße. Eigentlich
geht die Wanderung hier nach rechts weiter, aber ein paar Meter (200
Meter) nach links befindet sich ein interessanter Wegweiser. Da der
abzweigende Weg nicht rechtwinklig, sondern schräg abbiegt, ist auch der
Hinweis so angebracht worden. Das sieht sehr ungewöhnlich aus. Die Sandsteinsäule
ist aus dem Jahre 1820 und in der letzten Zeit anscheinend noch mal zur
Verdeutlichung der Richtungen angemalt worden.
Die Alte Cunnersdorfer Straße ist eine sehr schmale Straße und eigentlich mehr
Radweg als Straße. Trotzdem kann man immer mal wieder Autofahrer auf der
Straße antreffen, die sich aber meistens ganz ordentlich mit der
Geschwindigkeit zurückhalten. Spätestens an der Sandsteinsäule macht die
Wanderung also kehrtum und es geht nach Cunnersdorf zurück.
Der
Weg auf dem Radweg ist ganz angenehm und man kann so manchen Blick in die
Landschaft schweifen lassen. Was neben dem Weg auffällt, sind die schönen Teiche
mit den grünen Streifen drum herum. Zum Teil sind das schon ziemlich große Teiche, die aber
auch von irgendwelchen netten Mitmenschen gepflegt werden. Von der alten
Sandsteinsäule geht es insgesamt 60 Höhenmeter bergab und dann wieder ein
paar Höhenmeter hinauf nach Cunnersdorf. Der Aufstieg fällt aber
überhaupt nicht unangenehm auf, da man immer schon die Ortschaft und damit
auch das Ende der Wanderung vor Augen hat.
Nachdem man im
Dorf
angekommen ist, fällt einem sofort an der Kreuzung wieder so eine große
Sandsteinsäule mit einer schrägen Aussparung/Richtung auf. Auch dieser
Wegweiser ist ähnlich alt (1834). Diese
Variante scheint damals in diesem
Bereich der Sächsischen Schweiz üblich gewesen zu sein. Es geht nach links
auf der Hauptstraße ca. 100 Meter weiter, um dann gleich hinter dem
ehemaligen Trafohaus mit den vielen Nistkästen nach rechts abzubiegen. Der
Wanderweg steigt ein letztes Mal ein Stückchen an und passiert dabei einen
riesigen Hof auf der rechten Straßenseite. Nachdem man die Unterführung
passiert hat, liegt der Ausgangpunkt der Wanderung vor einem.
Es ist immer
wieder interessant, mit dem Finger über Landkarten zu fahren, da man dabei
Punkte in der Landschaft entdecken kann, die einem sonst nie
auffallen würden. Die Wanderung ist nicht gerade typisch für
die Sächsische Schweiz, aber trotzdem ist es eine nette Runde, die man in
vollkommener Ruhe unternehmen kann, weil sich in den Bereich nur ganz selten
andere Wanderer verirren.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Cunnersdorf ist gleich über drei Buslinien (Linie 235 bis 237)
aus unterschiedlichsten Richtungen zu erreichen.
Auto:
Entweder wenn man aus dem Bereich Sächsische Schweiz kommt über Hohnstein nach Cunnersdorf oder aus dem Bereich Pirna/Dresden über Stolpen nach Cunnersdorf. Der Parkplatz befindet sich gleich am Ortsrand an der abkickenden Vorfahrtsstraße.
Empfohlener Parkplatz:
Cunnersdorf Landweg
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
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