Ich unternehme immer wieder gerne Wanderungen
mit den professionellen Wanderführern der Sächsischen Schweiz, weil man
dabei immer wieder was Neues lernen kann. Die Einladung auf der Website des
Nationalparks (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de)
zu einer Wanderung im Bereich Hohnstein - Brand fand ich sehr interessant. Der Text war folgender:
Hohnsteiner Gebiet - es führt Sie Frank Eichler durchs
wildromantische Polenztal zur Brandaussicht
Treffpunkt: Hohnstein, Touristinfo am Rathaus (OVPS-Busanreise aus Pirna
und Sebnitz möglich)
Uhrzeit:10:00 Uhr
Dauer: ca. 4 h, mäßig anstrengend
Kosten: 6,00€ Erwachsene, 3,00€ Kinder bis 12 Jahre
Anmeldung: Für diese Wanderungen müssen Sie sich nicht anmelden, sondern
einfach zum angegebenen Treffpunkt pünktlich erscheinen.
Am angegebenen Treffpunkt war pünktlich noch ein weiteres Paar und so
sind wir mit unserem Wanderführer, Herrn Eichler, gleich vom Rathaus runter in den Bärengarten
gestartet. Der Wanderweg ist mit der Wegmarkierung blauer Strich
gekennzeichnet. Gleich am Waldeingang hat Herr Eichler den ersten Halt eingelegt
und anhand des dort stehenden Nationalpark-Eingangsschildes ein paar generelle Themen des
Nationalparks, das Verhalten und die Markierungen in dem Gebiet erklärt.
Gleich hinter dem Schild versteckt sich die obere Mauer des ehemaligen
Bärengeheges und nach den nächsten 130 Metern passierten wir auch die gut
sichtbare untere Gehegemauer.
Direkt an der alten Mauer startet ein super angenehmer Waldweg, der sich auf
ziemlich gleich bleibender Höhe oberhalb des Polenztals entlang schlängelt.
Dieser Weg heißt Halbenweg und ist hier mit dem grünen Strich
markiert.
Nach
einem Stückchen von 400 Metern passiert man eine vollkommen unauffällige
Stelle, an der sich aber ein paar Fremdlinge in Form von Lebensbäumen breit
machen. Auf der rechten Hangseite stehen ein paar größere Exemplare dieser Bäume,
aber auf der linken Seite kann man, viel interessanter, sehr viele kleine Schösslinge entdecken. Das Blöde an diesen Pflanzen ist, dass sie in
dieser Region einfach keinerlei Feinde haben und sich so gewaltig
vermehren können. Hier versucht der Nationalpark einzugreifen, indem
die fortpflanzungsfähigen Pflanzen entfernt werden.
Nach den nächsten 100 Metern sind wir für einen Miniabstecher vom Halbenweg
nach rechts abgebogen und zur Aussicht am Großen Halben vor gegangen.
Hier hat Herr Eichler uns ein kleineres Schadensgebiet des Borkenkäfers
gezeigt und es dann auch sehr anschaulich erklärt. Diese Stellen
(Borkenkäfer und Lebensbäume) sind mir, obwohl ich hier schon
wirklich häufig vorbeigekommen bin, noch nie aufgefallen und genau für so
etwas lohnt sich
eine Wanderung mit einem Nationalparkführer immer.
Hinter der nächsten Kurve auf dem Halbenweg haben wir dann gleich den nächsten
Abstecher in die Gautschgrotte unternommen, wo unser Wanderführer das
kleine Rinnsal und dessen überraschendes Aussehen im Winter erklärte. Durch
die vielen kleinen Stopps hatten wir für diesen ersten Kilometer der Wanderung
etwas mehr als eine Stunde gebraucht, aber ab jetzt ging es zügiger
weiter. Die nächsten 1 ½ Kilometer waren ziemlich schnell geschafft und an
der Stelle, an der auf der rechten Wegseite (gegenüber des ehemaligen
Steinbruches) die Aussparung im Besucherlenkungszaun ist, sind wir vom Halbenweg abgebogen und auf dem Begangsteig weiter gegangen. Dieser Weg ist
zwar ein bisschen anspruchsvoller als der Halbenweg, aber dafür macht er
viel mehr Spaß. Außerdem trifft man hier nur ganz selten andere Leute
(Wanderer und auch Kletterer). Auf den ersten paar Metern passiert der Pfad
den Fuß einer steilen Felswand und darauffolgend ein großes Fenster
im Felsen in luftiger Höhe.
Besser
zu erkennen ist der Kleine Kuhstall, der noch in der gleichen Felswand bald
erreicht wird. Bevor man die Wanderung durch dieses Felsentor fortsetzt,
sollte man aber erst noch bis zur Spitze der Felswand vorgehen. Hier stehen
deutlich sichtbar ein steinerner Tisch und ein dazugehörender Stuhl, bei
denen man vermutet, dass sie aus den Zeiten der Schwedenkriege stammen.
Der weitere Weg erfolgt also durch die Öffnung des Kleinen Kuhstalls und
dann immer auf dem Pfad am Felsfuß entlang.
Gleich
auf der Rückseite des Kleinen Kuhstalls steht eine richtig mächtige Buche
mit einem ordentlichen Gewirr an Wurzeln.
Es
sieht schon wirklich interessant aus, wie so ein alter Baum sich auf
bzw. in dem Felsen verankert. Den nächsten kleinen Zwischenstopp haben wir an
einer Sandfläche unterhalb einer Felswand unternommen. Hier war und ist eine
Kolonie Ameisenlöwen, an der Herr Eichler sehr eindrucksvoll die Jagdmethode
dieser kleinen Räuber erklärt hat. Leider konnten wir in dem Moment keines
dieser Viecher tatsächlich in Aktion sehen.
Die
weitere Wanderung führte sehr angenehm auf dem Begangsteig in einem wilden
Geschlängel unterhalb der eigentlichen Felsen entlang. Zwischendurch biegen
mehrmals Schluchten nach links ab, die in einer schönen Ruhe und fast
Unberührtheit liegen. Manche dieser Schluchten sind mit einer gigantischen
Moosvielfalt bedeckt und hier kann man sehr gut erkennen, bis wohin die
Sonne noch scheinen kann.
Insgesamt schlängelt sich der Pfad bis zu seinem Ende am Neuweg fast auf
gleichbleibender Höhe entlang. Der Begangsteig endet ganz langsam auf dem
Neuweg, der mit der Wanderwegmarkierung roter Strich
markiert ist. Auf dieser Markierung geht es noch ein paar Meter bergauf, um
dann auf der Ebene nach rechts auf den grünen Strich
abzubiegen. Ausgeschildert ist hier die Brandaussicht und im Verhältnis zum
Begangsteig ist der Weg dorthin wirklich super langweilig, wenn wir nicht
den Wanderführer dabei gehabt hätten. Ich wusste, dass er im
Nationalparkhaus am Brand die schönen Fotos ausgestellt hatte und
außerdem, dass er der Betreiber der Begegnungsstätte Permahof in
Hohburkersdorf (www.permahof.de)
ist. So konnten wir uns ganz hervorragend über Jugendliche und deren
Beziehung zu Umwelt, Natur und Landwirtschaft unterhalten. Ich kann mir sehr
gut vorstellen, dass man in dem Bereich Jugendbildung heutzutage so manche
Überraschung erleben kann, da die heutigen Jugendlichen und Kinder ihre
Freizeit anders verbringen als die Generationen davor.
Mit dem interessanten Gespräch und ein paar Anekdoten zwischendurch
erreichte die Wanderung zuerst die Brandstraße und dann die Aussicht Brand.
Hier hat Herr Eichler das Panorama
erklärt und dann haben wir den Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen.
Wenn man denn schon am Brand ist, muss man immer einen kurzen Abstecher in
die Informationsstelle des Nationalparks unternehmen und wenn man den
Fotografen der tollen Bilder (Ausstellung 2011) dann auch noch als Führer
dabei hat, dann ist es natürlich umso besser.
Nach dem sehr netten Abstecher zur Brandaussicht ging es an das letzte
Stück bis zum Ausgangspunkt zurück. Dazu sind wir für 1 ¼ Kilometer auf der
Brandstraße der blauen Wanderwegmarkierung
gefolgt, um dann nach links auf die Schneise 15 (was für ein blöder Wegname)
abzubiegen. Die Schneise 15 biegt an der steinernen Wegsäule mit der
Jahreszahl 1795 nach links ab. Dieser Waldweg verläuft parallel zur
Brandstraße, nur dass auf diesem Waldweg normalerweise viel weniger Besucher
unterwegs sind. Genauso wie die Brandstraße verläuft die Schneise
15 schnurgerade durch den Wald bis an den Waldrand von Hohnstein. Im bewohnten
Gebiet von Hohnstein passiert man das Parkhotel Ambiente und es geht auf der
Waldstraße weiter in Richtung Ortsmitte. Nach ein paar hundert
Metern auf der Straße
hat
man einen sehr schönen Blick über die Schlucht des Bärengartens auf die Burg
Hohnstein. Die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt am Rathaus sind
schnell bewältigt und damit ist eine sehr schöne Wanderung zu Ende gegangen.
Obwohl ich die gesamte Strecke schon mehrere Male gewandert bin, habe ich
ziemlich viel Neues und auch super Interessantes von Herrn Eichler gehört.
Von meiner Seite noch mal ein Dankeschön für die sehr gute geführte
Wanderung.
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