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Die Wanderung zu den Waitzdorfer Aussichten startet am
Wanderparkplatz bzw. an der Bushaltestelle von Waitzdorf. Von hier geht es
in die Ortsmitte, was bei einer Anzahl von 20 Häusern und Schuppen nicht so
wirklich schwer zu finden ist. Nicht, dass ich irgendetwas an diesem Ort
auszusetzen hätte, nein, er ist wirklich nett. Es geht an der Waitzdorfer
Schänke vorbei, damit man gleich einen Anreiz hat, wo man die Wanderung am
Ende ausklingen lassen kann. Kurz hinter der Gaststätte erreicht man eine
Weggabelung, die links und recht um den Löschteich herum führt. Hier sollte
man links gehen, damit man gleich vor dem ersten Haus über einen Pfad in die
Richtung der ersten Waitzdorfer Aussicht weiter wandert. Der Weg führt über
eine Wiese, noch an zwei kleineren Häusern vorbei und zweigt dann nach
rechts ab.
Schon
nach wenigen Metern sieht man den Zugang zur Waitzdorfer Aussicht Nummer 1.
Der Ausblick ist wirklich schon sehr schön und dafür, dass man sich
überhaupt nicht anstrengen muss, ist es ein spitzenmäßiger Platz. Wenn man
die paar Meter bis zum Waldweg zurück gegangen ist, geht es nur 200 Meter
weiter, bis sich die nächste Aussicht anbietet. Auch die Aussicht Nummer 2
ist wunderschön, hat aber eine Besonderheit.
Wenn
man nach rechts über die ersten Felsen hinweg sieht, dann entdeckt man auf
dem nächsten Felsen ein kleines eisernes Kreuz mit einem freundlich
dreinblickenden Mädchengesicht. Die Inschriften auf dem Kreuz sagen, dass
das Mädchen am 25.09.86 geboren wurde und am 06.06.05 gestorben ist. Ihr
Name war Stefanie. Da ich meine große Tochter mit bei der Wanderung dabei
hatte, und sie eine aufmerksame Beobachterin ist, hatte ich jetzt die
Aufgabe ihr zu erklären, warum wohl dort dieses Kreuz steht. Irgendwie ist
Stefanie dann im Kopf meiner Großen so lange herum gespukt, dass ich gleich
mehrere Male an dem Tag noch „Arme Stefanie“ gehört habe. Ich möchte
natürlich gleich sagen, dass ich meiner Tochter keine Schauergeschichte
erzählt habe, aber so ein kleines Gehirn bewegen schon Kreuze mit Bildern am
Wegesrand.

Der Weg geht immer parallel zur Felskante entlang.
Einmal macht er einen Schlenker, um einer kleinen Felsschlucht auszuweichen,
aber schon nach 80 Metern ist die Schlucht zu Ende und wir biegen nach
rechts auf einen kleinen Pfad ab. Falls man den verpasst, ist das auch nicht
so der Beinbruch, da man in diesem Fall schon nach sehr kurzer Strecke einen
breiteren Wanderweg erreicht, auf den man nach rechts einbiegt und den man
dann nach 70 Metern wieder nach rechts auf einem keinen Pfad verlässt. Der
Weg geht sehr angenehm durch den Wald. Um die nächsten beiden Aussichten zu
finden, ist die Wanderkarte Brand – Hohnstein
von Hr. Dr. Böhm sehr hilfreich. Nach ungefähr 380 Metern erreicht man eine
Stelle, an der mehrere dicke uralte Buchen stehen. Hier zweigt wieder mal
ein Pfad nach rechts ab, zu der lohnenswerten Aussicht Nummer 3. Bei dieser
Stelle ist es so, dass sie nur von wissenden Wanderern gefunden wird und
deshalb ein maximal ruhiges Plätzchen ist. Die Aussicht liegt oberhalb des
Kletterfelsens Ochelspitze. Auch die nächste Aussicht, Nummer 4, liegt
wiederum nur 430 Meter weiter auf dem Waldweg entfernt.
Der
Zugang ist leider noch schwerer zu erkennen. Es ist nur ein unauffälliger
Pfad durch ein paar Heidelbeersträucher und befindet sich ganz kurz vor dem
Abstieg von den Ochelwänden. Auch diese letzte Aussicht sollte man sich
nicht entgehen lassen. So eine ruhige Aussicht auf die Felsen der Vorderen
Sächsischen Schweiz findet man nur sehr selten.
Jetzt geht es über einen kleineren und relativ leichten Abstieg von den
Ochelwänden herunter. Dieser Abstieg ist nicht zu verfehlen und schon nach
wenigen Metern erreicht man den Ochelweg. Diesem Weg folgt man nach rechts.
Der breite Waldweg schlängelt sich weit oberhalb des Tales an der Felswand
entlang. Das sehr angenehme an dem Weg ist, dass er einerseits kaum einen
merklichen Höhenunterschied hat und außerdem normalerweise menschenleer ist.
Das hält über die gesamte Strecke von fast 2 ½ Kilometern an. Danach
erreicht man die Fahrstraße zwischen Bad Schandau und Hohnstein. Hier muss
man jetzt leider 400 Meter auf der Straße bergauf wandern.
Zwischendurch
kann man an der rechten Felswand sehen, warum die Straße unter Einheimischen
die Sense genannt wird. Hier ist eine Sense in den Felsen eingeritzt und es
wird irgendetwas von Streitigkeiten zwischen zwei Männern um eine Frau
erzählt. Der Weg auf der Fahrstraße lässt sich nicht vermeiden, aber
meistens ist hier relativ wenig Verkehr und netterweise ist seit wenigen
Jahren die Geschwindigkeit für Autofahrer auf 60 km/h begrenzt. Damit ist
dieses Teilstück noch geradeso zu ertragen. Danach sieht man auf der rechten
Hangseite zuerst einen gerodeten Hang. Das ist ein Stückchen von Kyrill
(Sturm Anf. 2007) und dann der Rest ist deutsche Gründlichkeit. Da an dem
Hang einige Bäume dem Sturm zum Opfer gefallen waren, hat man gleich den
ganzen Hang gerodet. Was aber bei der Steillage und einer normalen
Fahrstraße darunter gar nicht so einfach ist. Zuerst wurde die Fahrstraße
wegen der anhaltenden Gefahr gesperrt, dann wurden die Leitplanken
demontiert und die gesamte Fahrbahndecke mit einer ordentlichen
Schutzschicht (Split oder so etwas Ähnliches) überzogen. Erst dann konnten
die Bäume gefällt und vom Hang geborgen werden. Danach ist der Aufstieg
durch den Waitzdorfer Dorfgrund wieder hergestellt worden und die Fahrbahn
wieder für den Verkehr hergerichtet worden. Das Ganze hat insgesamt ¼
Jahr gedauert und damit war auch der Malerweg an dieser Stelle unterbrochen.
Jetzt aber geht es über eine große Anzahl Stufen wieder nach Waitzdorf den
Berg hoch. Markiert ist der Aufstieg mit dem roten Strich
.
Nachdem man die Ortschaft wieder erreicht hat, geht es gleich oben auf der
asphaltierten Straße nach links weiter. Damit verlässt man die
Wanderwegmarkierung schon wieder. Der Weg verläuft in einem Bogen und führt
mitten durch den Bauernhof, zu dem die schwarzen Galloways gehören. Hinter
dem Bauernhof führt der Weg zwischen Wiesen und einer Weide hindurch auf den
Waitzdorfer Berg zu. Nach wenigen Metern kreuzt man einen breiteren Feldweg
und es geht weiterhin auf einem breiten Weg, jetzt aber leicht ansteigend
den Berg hinauf. Der Weg verläuft kurz in den Wald hinein und an der
höchsten Stelle biegt nach rechts der Zugang zum Waitzdorfer Berg ab. Man
hätte natürlich auch vorher schon einfach am Rande der Wiese die paar Meter
bis zum Gipfel wandern können, dann ist aber das Überraschungsmoment über
einen gigantischen Ausblick nicht gegeben. Deshalb empfehle ich den Weg
durch den Wald. Damit kommt man nämlich von der Rückseite auf die Spitze zu
und auf einmal hat man dieses sagenhafte Panorama vor sich. Dafür, dass der
Aufstieg so einfach ist, bin ich immer wieder überrascht, dass hier oben
sehr selten andere Wanderer anzutreffen sind. Ein kleiner Rastplatz mit
einem Tisch und zwei Bänken lädt zum Verweilen ein. Nach einer ausreichend
langen Rast hier oben gehen die letzten paar Meter in Richtung Ausgangspunkt
los. Zuerst geht man gerade auf den Wald zu. Hier gibt es dann zwei mögliche
weitere Wegverläufe. Einerseits kann man einfach am Waldrand entlang
wandern, hier muss man sich den Weg möglicherweise mit ein paar Mitmenschen
und ein paar Brombeerpflanzen teilen, kann aber noch etwas die Aussicht
genießen. Andererseits kann man jetzt auf einem immer menschenleeren Waldweg
geradeaus in den Wald verschwinden. Der Weg kommt am Ende der
Galloway-Koppeln wieder aus dem Wald heraus und dann geht es die letzten
paar Meter den Hang hinunter bis zum Ausgangspunkt in Waitzdorf.
Damit ist eine sehr nette Wanderung zu Ende gegangen, von der ich selber
überrascht wurde. Ich hatte nicht gedacht, dass auf so einer kurzen
Wanderung solch eine Anhäufung gigantischer Aussichten anzutreffen ist. Das
einzige Störende an der Wanderung sind die paar Meter auf der Fahrstraße
zwischen Bad Schandau und Hohnstein, aber leider lässt sich das nicht
umgehen.
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