Es hatte in der Nacht vor dieser Wanderung bei
Minusgraden geregnet und so war an ein Wandern in der Sächsischen Schweiz
überhaupt nicht zu denken. Aber nur zu Hause herumzuhängen schlägt zu sehr
auf die Figur und eine kleine Runde in der Ebene sollte doch nun wirklich
möglich sein. In der Sächsischen Schweiz gibt es nur sehr wenige Strecken,
bei denen man kaum Höhenmeter absolvieren muss. Eigentlich darf man ja in
einem Mittelgebirge auch nicht davon ausgehen, dass man wandern kann ohne
Höhenunterschiede, aber der Spaziergang zum Brand ist tatsächlich eine
dieser Runden. Der Weg ist auch ganz hervorragend für Kinderwagen geeignet,
na gut, nicht wenn 20 cm Schnee mit einer 1 cm dicken Eisschicht überdeckt
sind, aber zu sonstigen Zeiten kann man hier sehr angenehm die Zwerge
spazieren fahren.
Der Start liegt am großen Parkplatz in Hohnstein, der auch im Winter sehr
gut geräumt wird.
Auch
wenn ich gerade noch behauptet habe, dass fast keine Höhenunterschiede
bewältigt werden müssen, so geht es aber am Parkplatz auf der
Wanderwegmarkierung blauer Strich
ein paar Meter aufwärts. Nach ¼ Kilometer auf der Straße mit Bürgersteig
befindet sich auf der linken Straßenseite das alte Bahnhofsgebäude, das
heute leider keinen Gleisanschluss mehr hat. Bis ein paar Jahre nach dem 2.
Weltkrieg endete hier die Schmalspurbahn von Kohlmühle bzw. dem
Schwarzbachtal. Heutzutage werden Gelände und Gebäude von einem
Busunternehmen benutzt.
Spätestens ab hier geht es wirklich nur noch vollkommen horizontal in die
Richtung der Brandaussicht. Nach etwas mehr als ¼ Kilometer erreicht man ein
Altersheim auf der rechten Straßenseite, das hier richtig schön am Waldrand
steht. Da der normale Straßenverkehr hier auch aufhört, ist das ein wirklich
angenehmes ruhiges Plätzchen. Auch wenn der Waldweg hier tatsächlich
Brandstraße heißt, so dürfen nur Lieferanten und ein paar wenige Ausnahmen
für die Brandgaststätte in den Wald hineinfahren. Das ist auch ganz
sinnvoll, da bei schönem sonnigem Wetter so einige Spaziergänger hier
unterwegs sein können.
Der Waldweg passiert bald eine Wiese auf der linken Wegseite, an deren
oberer Kante man den Hügel namens Napoleonschanze sehen kann. Auf dieser
Wanderung wird diese Aussicht aber nicht besucht und geht es gemütlich
ein
paar hundert Meter weiter auf der Brandstraße. Dann fällt auf der rechten
Wegseite eine Pumpe mit mehreren Schildern auf. Bei dieser Pumpe handelt es
sich um den Waldborn, der 1855 für die Wasserversorgung der Brandgaststätte
angelegt worden ist. Heutzutage wird die Gaststätte natürlich über eine
ordentliche Wasserleitung versorgt, aber aus der Quelle plätschert noch
immer das Wasser für den Waldbornbach.
Nach wieder ein paar hundert Metern befindet sich auf der
linken
Wegseite eine steinerne Forstbergsäule. Die Säule ist ein Nachbau, da das
Original aus dem Jahre 1795 verloren gekommen ist. Die Säule soll an einen
Geistlichen erinnern, der auf dem Weg von Hohnstein nach Bad Schandau in den
Brandwänden tödlich verunglückt ist. Irgendwie ist das heutzutage nur schwer
vorzustellen, aber vermutlich hat die Landschaft vor ein paar Jahrhunderten
hier auch noch viel wilder ausgesehen und manchmal passieren schon die
seltsamsten Unfälle.
Wenn man jetzt auf der Brandstraße wieder ein paar Meter weiter wandert,
dann stößt man auf so etwas Ähnliches wie ein Bushalteschild. Dabei handelt
es sich um eine der drei Haltestellen (Hohnstein, Forstgraben und Brand) der
Pferdekutsche. Diese fährt aber nicht in den Wintermonaten und so muss man
weiter zu Fuß in Richtung Brand wandern. Das sollte aber eigentlich auch
nicht so das riesige Problem sein, da die schöne Brandaussicht von dem
Schild nur noch knapp einen Kilometer entfernt ist.
Wenn man dann die Aussicht erreicht hat, dann sind hier gleich drei
besonders erwähnenswerte Punkte.
- Zu allererst ist
es natürlich der schöne Ausblick. Die Brandaussicht wird auch der Balkon der
Sächsischen Schweiz genannt und damit ist der Blick ins Polenztal und auf
die Tafelberge perfekt beschrieben.
- Der zweite Punkt ist das kleine Nationalparkhaus, das man unbedingt
besuchen sollte. In der Mitte des Raums steht ein großes Relief der
Sächsischen Schweiz, das die Malerin Irmgard Uhlig hergestellt hat.
- Der letzte, besonders interessante Punkt auf dem
Brand
ist das leibliche Wohl und dazu gibt es die Brandbaude (www.brand-baude.de),
die durch ihre moderaten Preise und die unterschiedlichsten Veranstaltungen
immer wieder einen Ausflug wert ist. Besonders erwähnenswert ist, dass die
Gaststube tatsächlich auch im Winter, selbst bei einer 1 cm dicken
Eisschicht, geöffnet hat.
Damit der Rückweg nicht ganz so langweilig wird, geht es nicht auf dem
kompletten Hinweg wieder zurück. Trotzdem wandert man zuerst mal einen
Kilometer auf der Brandstraße in Richtung Hohnstein, bis man wieder die
bekannte Forstbergsäule erreicht. Hier biegt man nach links auf den Weg
Schleuse 15 (welch hässlicher Name für einen Waldweg) ab. Die Brandstraße
ist im Winter zwar schon ein ruhiger Weg, aber über diesen parallel
verlaufenden Waldweg sind noch weniger Spaziergänger unterwegs.
Wenn
denn richtig Schnee gefallen ist, dann fallen die Bächlein auf der
Brandebene viel besser auf, als wenn der Wald grün und braun ist. Das kann
man nach ein paar wenigen Minuten auf dem Waldweg entdecken und
nach
½ Kilometer passiert man den schon bekannten Waldbornbach. Diesen Bach
übersieht man auch immer Sommer nicht, da auf der rechten Wegseite eine
ordentliche Pfütze zu sehen ist. Ich finde es immer wieder verwunderlich,
dass die Bäche und Quellen ausgerechnet auf der Ebene und nicht am Hang oder
im Tal heraustreten.
Der schnurgerade Forstweg passiert bald den rot markierten Neuweg und
erreicht nach etwas mehr als einem Kilometer den südlichen Rand von
Hohnstein. Hier
fallen gleich zwei neue Gebäude auf. Das eine ist ein schickes Wohnhaus auf
der rechten Seite, das komplett in Holz gebaut ist, aber durch seine rote
Farbe ganz anders als die gewöhnlichen Holzhäuser aussieht. Auf der linken
Straßenseite steht das große Parkhotel Ambiente, das schon ein besonderes
Hotel in der Sächsischen Schweiz ist, und das nicht nur durch seine ruhige
Lage.
Das letzte Stück der Wanderung erfolgt auf der Waldstraße, die aber nur eine
Anliegerstraße ist und dadurch sehr angenehm ruhig zu wandern. Nach ½
Kilometer biegt die Straße nach rechts ab,
aber
vorher kann man die Aussicht nach links auf die Burg Hohnstein genießen. Als
ich die Wanderung unternommen habe, war es ziemlich nebelig, aber so hatte
die Burg etwas ganz Besonderes. Die Wanderung führt auf der Fahrstraße nach
rechts in die Meersburger Straße. Hier muss man tatsächlich noch ein paar
wenige Höhenmeter bewältigen, um dann am Ende der Straße nach links bis zum
Ausgangspunkt der Wanderung zurück zu wandern.
Obwohl das Wetter überhaupt nicht wanderfreundlich war, hat der Spaziergang
ziemlich viel Spaß gemacht. Die Runde zur Brandaussicht hat zu jeder
Jahreszeit ihren Reiz und kann bedenkenlos selbst bei ordentlich Schnee oder
sogar einer richtigen Eisschicht absolviert werden.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit
dem Bus R-236 oder
Bus R-237.
Auto:
Über die B172 Bad Schandau > Porschdorf > Hohnstein. Oder auch von Pirna die Elbe auf der alte Brücke überqueren und dann über Lohmen nach Hohnstein. In Hohnstein liegt der Parkplatz Eiche gleich an der Hauptdurchgangsstraße.
Empfohlener Parkplatz:
Hohnstein Eiche
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
3 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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Google Earth
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