Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass wir
im "Sebnitzer Grenzblatt" gelesen haben, dass in der Waldhusche ein neues
Spielgerät namens Fuchsbau eingeweiht worden ist. Da wir und unsere Kinder
immer wieder gerne in die Waldhusche gehen, war der Hinweis auf den Fuchsbau
die direkte Aufforderung, gleich mal einen Ausflug zu unternehmen.
Eigentlich braucht man für die Waldhusche ganz sicher keine
Wanderbeschreibung, da alle Wege sehr gut gekennzeichnet sind, an allen Ein-
und Ausgängen ordentliche Karten hängen und es sich außerdem um ein deutlich
begrenztes Gebiet handelt. Deshalb ist dieses eher ein Erfahrungsbericht.
Der beste Startpunkt für eine Waldhuschen-Erkundung ist der Parkplatz
Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf. Gleich am Parkplatz befindet sich einer
der gut sichtbaren Eingänge. In der Waldhusche sind mehrere unterschiedliche
Wege ausgeschildert. Da wir mit unseren beiden Zwergen unterwegs waren und
außerdem der neue Fuchsbau an dem sogenannten Waldabenteuerweg lag, sind wir
der roten Markierung gefolgt. Als Richtung haben wir gegen den Uhrzeigersinn
gewählt. Zuallererst erreicht man vier hintereinander liegende Stationen, wo
es um das Thema Balance geht. Bei den ersten beiden Stationen werden
horizontale Holzstämme zur Balancierübung benutzt, als nächstes sind es
senkrechte Baumstümpfe, von denen man nicht runterfallen sollte und die
letzte Station sind zwei parallele Seile, an denen man sich entlang hangeln
soll. Am Anfang und Ende des Balancierabschnittes werden mit zwei Tafeln
auch Erwachsene zum Balancieren aufgefordert. Das sollte man sich nicht
entgehen lassen und dient auch der Erheiterung der Kinder.
Die nächste Station steht am Waldrand und sieht ein bisschen aus wie eine
Kanone. Eigentlich soll man hier aber durch das Rohr durchschauen und durch
den eingeschränkten Blickwinkel den gegenüberliegenden Waldrand beobachten.
Schon wenige Meter hinter dieser Stelle erreicht man auf dem
Waldabenteuerweg eine Aussichtsplattform, die den Blick über ein vollkommen
bewaldetes Tal bietet. Noch kann man hier ein paar Kanten im Wald entdecken,
die durch eine Bewirtschaftung entstanden sind. In früheren Zeiten ist hier
der Wald streifenweise gefällt und wieder aufgeforstet worden und diese
Spuren sind immer noch deutlich zu erkennen. Gleich vor der Aussicht
befindet sich die Nationalparkinformationsstelle Beize und die sollte der
nächste Anlaufpunkt sein. Um zu diesem Häuschen zu kommen, gibt es gleich
drei Wege. Man
kann jeweils links und rechts auf den normalen Waldwegen die paar Höhenmeter
absteigen oder dem Test-Bergpfad folgen. Im Felsen unterhalb der Aussicht
sind einige Klammern und Stufen angebracht worden und so kann man
probeweise
einen kleinen Bergpfad (offizielle Kennzeichnung grüner Pfeil) absteigen. Am
Ende dieser paar Meter Klettern erreicht man eine der sehr schönen
Informationsstellen des Nationalparks. Ich bin immer wieder vollkommen
überrascht, wie toll und unterschiedlich man in jedem dieser Häuser
informiert wird. Das Nationalparkhaus Beize erklärt in ziemlich
spielerischer Art, und damit auch besonders kindgerecht, unter anderem den
kleinen gemeinen Borkenkäfer. Das ist wirklich lustig.
Nachdem man sich satt gesehen hat, geht es auf der Vorderseite des Gebäudes
weiter runter ins Tal. Hier passiert die Wanderung bald ein kleines Biotop
mit einem Steg drüber. Von diesem Steg kann man ganz hervorragend das Leben
in dem Tümpel beobachten. Natürlich fällt dann aber auch auf, dass
irgendwelche Trottel ihre abgekauten Äpfel oder sonstigen Müll in den Teich
werfen. Wenn
man den Weg ein paar Meter weiter wandert, dann befindet sich auf der linken
Seite ein Kohlenmeiler. Damit man den Aufbau des Meilers besser erkennen
kann, ist ein "Tortenstück" aus dem Hügel herausgeschnitten worden. Ganz
besonders lustig sieht das Ding aus, wenn es gerade geschneit hat, dann
handelt es sich um eine Eistorte.
Im
Hintergrund des Meilers kann man am Hang die neugebaute Waldhusche am Hang
entdecken. Die erste Holzrutsche hat 10 Jahre gehalten und ist jetzt durch
eine verfeinerte ersetzt worden. Leider, aber auch verständlicher Weise, ist
diese Holzrutsche nur bei Führungen des Nationalparks (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de)
in Betrieb. Nicht nur, dass ein 2 Meter langer Stamm, der einmal in Bewegung
geraten ist, eine ziemliche Gewalt besitzt, kaum ein Mitmensch würde dann
den Stamm für nachfolgende Wanderer wieder den Berg hoch schleppen.
Wenige Meter hinter dem Kohlenmeiler biegt der rote Waldabenteuerweg nach
links auf einen Pfad ab. Der Weg schlängelt sich ein bisschen am Hang
entlang und bald wird die auffällige Station "Waldversteck" mit einem
riesigen Trichtergrammophon erreicht. Hier werden, entgegen des normalen
Grammophons, die Waldgeräusche mit dem Trichter eingefangen. Auf der
gegenüberliegenden Pfadseite ist ein sehr interessantes Labyrinth aus jungen
Bäumen angelegt worden. An allen möglichen Wegkreuzungen sind Schilder mit
einer Waldfrucht und dem hoffentlich passenden Blatt abgebildet. Nur wenn
die beiden Bilder zueinander passen, dann ist es die richtige Richtung.
Mittelpunkt und Ziel des Labyrinths ist ein hoher Sessel, der aus dem
Baumstamm geschnitten ist.
Auf dem weiteren Weg wird noch eine abgesägte Fichte passiert, in der so
manches Spechtloch enthalten ist. Hier erklärt eine
Tafel, wie dieser ungewöhnliche
Vogel aus einem Baum seine Nahrung angelt. Südwestlich des Aschehübels ist
dann deutlich sichtbar neben dem Pfad der neu errichtete Fuchsbau zu finden.
Der
Fuchsbau ist eine Röhrenkonstruktion in T-Form, die sehr nett wiedergibt,
dass das Zuhause eines Fuchses aus mehreren verzweigten Gängen besteht und
auch mehrere Ausgänge hat.
Der
Fuchs ist eigentlich ein ziemlich schlechter Baumeister, deshalb übernimmt
er sehr häufig Höhlensysteme von Dachsen und Kaninchen. Blöderweise hatten
sich unsere Kinder unter einem Fuchsbau ein noch viel größeres
Gängelabyrinth vorgestellt und so waren die beiden ein bisschen enttäuscht.
Tja, manchmal ist das, was man sich vor seinem geistigen Auge ausmalt, eben
anders als die Realität. Wir, als Eltern, fanden die Station sehr gut und
sie dürfte auch so ein paar hundert tobende Kinder sehr gut aushalten.
Auf dem weiteren Weg passiert man einen kleineren Steinbruch und dann eine
neue Station mit dem Namen
Zeidlerei. Dabei handelt es sich um eine Vorstufe des Imkers. Der Zeidler
legte künstliche Höhlen in Bäumen an, in die Bienenschwärme ihre Nester
bauten. An der Station stehen drei sehr schöne Beispiele für dieses
ausgestorbene Handwerk. Es sind natürlich keine echten Bäume, die in
luftiger Höhe mit einer Höhle versehen sind, sondern ein paar dicke
Baumstämme, in denen in auch für Kinder geeigneter Höhe eine Öffnung
eingearbeitet ist. Einer der Baumstämme hat sogar ein richtig nett
geschnitztes Gesicht. Der Mund ist in diesem Fall die Einflugöffnung für die
Bienen. Da es nur ein Anschauungsobjekt ist, sind keine Bienenvölker in den
Wohnhöhlen.
Auf dem Waldabenteuerweg geht es weiter und bald erreicht man einen größeren
Kreisverkehr (na gut, nur ein Waldweg, der im Kreis verläuft), an dem sich
eine Vielzahl an Stationen befindet. Eine der auffälligsten ist ein
Beispiel, wie man früher Bretter hergestellt hat.
Auch
wenn man es selber kaum schafft, mit der Säge auch nur einen Krümel von dem
Baum abzusägen, so ist es als Anschauungsobjekt sehr gut geeignet. Wenn man
das Sägeblatt zweimal hoch und runter bewegt hat, sollte wirklich jeder
verstanden haben, wie damals die Bretter entstanden sind. Rechts neben der
Säge wird der Kreisverkehr verlassen und es geht in ziemlich direkter Linie
in die Richtung des Ausgangspunktes. Auf dem Weg dorthin werden aber noch
zwei ganz besonders erwähnenswerte Stationen passiert. Zuallererst ist es
die Spinne mit ihrem riesigen Spinnennetz. Das Netz ist so groß, dass man
drin herumklettern kann. Dabei ist deutlich zu sehen, wie die Spinne alle
Bewegungen mitbekommt. Diese
Station ist schon seit vielen Jahren einer der Hauptanziehungspunkte der
Waldhusche und hier hat bestimmt schon so mancher Papi der Spinne kleine
Kinder zum Fraß vorgeworfen. Das Gequieke ist unvorstellbar. Vielleicht
sieht man deshalb auch so wenige Tiere in der Waldhusche. An der nächsten
Station kann man wie ein Käfer durch einen künstlichen Baumstumpf krabbeln.
Auf der Innenseite ist aus stabilen Edelstahlstangen eine Art Laufkäfig
gebaut, durch den man wie ein Widderbock
krabbeln kann.
Von dieser Station sind es noch wenige Meter bis zurück zum Ausgangspunkt
der Wanderung. Wir finden den gesamten Bereich der Waldhusche immer wieder
einen Besuch wert. Ganz besonders, da der Nationalpark sich mit diesem
Freigelände immer eine große Mühe gibt, die Stationen instand zu halten und
auch immer wieder neue Stationen dazu baut. Auch wenn das eigentliche
Hauptziel des Spaziergangs, der Fuchsbau, bei den Kindern nicht so gut
ankam, so fanden sie die gesamte Runde doch sehr gelungen. Da haben wir als
Eltern doch mal wieder viel Glück gehabt.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Saupsdorf nach Hinterhermsdorf. In Hinterhermsdorf den Schlidern "Obere Schleuse" folgen.
Empfohlener Parkplatz:
Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
1,5 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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