Ich hatte meiner großen Tochter versprochen,
dass ich mit ihr eine Runde Boot fahre, und so wurde eine Wanderung zum
Königsplatz, einer
sehr schönen Ecke in der hinteren Sächsischen Schweiz, mit einer Bootsfahrt
kombiniert. Gestartet haben wir unsere Wanderung an der Buchenparkhalle.
Besonders weit sind wir vom Parkplatz nicht gekommen, da wir schon bei der
Einfahrt zum Parkplatz eine Pferdekutsche überholt haben. Meine Tochter und
ich beschlossen, mit der Kutsche runter zur
Schleuse zu fahren. Wir mussten nur eine
¼ Stunde warten
und schon ging die Fahrt los. Die Preise für eine einfache Fahrt betrug 2006
für Erwachsene 4,50 € und für Kinder bis 12 Jahre 2,00 €. Als eine besonders
nette Geste mussten wir zusammen nur 5,00 € bezahlen, da meine Große für den
Kutscher noch nicht als halbe Portion galt. Ich habe mich sehr über dieses
freundliche Entgegenkommen gefreut. Die Fahrt ging gemächlich den Berg runter und
wurde nur von zwei Zwischenfällen unterbrochen: einmal hat das eine Pferd
das andere in den Hals gebissen. Dafür hat es einen Anpfiff vom
Kutscher erhalten und für die Fahrgäste gab es den Hinweis, dass ein Sohn seine
Mutter nicht beißt. Wie wahr, auch Töchter sollten ihren Vater oder ihre Mutter
nicht beißen. Den zweiten Schreck gab es in einer Kurve, als auf einmal ein
Geländewagen angefahren kam. Ich hätte zwar nicht gedacht, dass
die Kutsche an dem großen Auto vorbei passt, aber es ging doch ganz gut. Ein
bisschen schade war, dass der Kutscher sehr ruhig gewesen ist. Irgendwie
hatte ich gedacht, dass er von sich aus wenigstens ein paar Sachen zum
Flößen, der Sächsischen Schweiz oder Hinterhermsdorf erzählt, aber dem war
nicht so. Wenn man ihm aber ein paar Fragen stellte, dann
antwortete er gerne und wusste viel. Die Fahrt bis kurz oberhalb der oberen Bootsstation hat
ungefähr 40 Minuten gedauert.
Zu dieser Zeit sollten gerade die
Boote auf der
Oberen Schleuse erneuert werden. Es gab aber das Problem, dass man nicht so
recht wusste, wie man die
großen Kähne die letzten paar Meter bis in die Kirnitzsch bekommen sollte. Der
Kutscher sagte noch, dass man extra ein paar der ganz alten Bootsfahrer
gefragt hatte, wie denn wohl früher die Boote da runter gebracht worden sind.
Die Antwort soll gewesen sein, dass man sie im Schnee die letzten paar
Meter hat rutschen lassen. Als wir nun zur Endhaltestelle unserer Kutschfahrt
kamen, standen auf der rechten Wegseite noch drei dieser neuen Kähne. Ein
weiteres der neuen Boote war wenige Minuten bevor wir eintrafen unter
Zuhilfenahme von einem Haufen technischer Mittel ins Wasser gebracht worden.
Was habe ich noch so alles gesehen: ein Multicar, einen
Bagger, ein riesig langes Stahlseil, gleich mehrere Seilwinden, eine
besonders raffinierte Seilkonstruktion zwischen
zwei mächtigen Bäumen und
einen einzelnen Anhänger, der anscheinend als Schlitten diente. Leider waren
wir genau eine Bootsfahrt zu spät gekommen, sonst wären wir auf der
Jungfernfahrt dabei gewesen. So sind wir für 1,50 € mit einem alten
Boot die Kirnitzsch abwärts gefahren. Die Bootsfahrt war wie immer eine
dieser netten Rätselpartien, in denen der Bootsfahrer sagt:
Dort sehen
Sie die
Schlange, den Opa, die soundso und so weiter, man fragend auf die Felsen sieht und sich denkt,
ob man vielleicht doch etwas hätte trinken sollen, möglicherweise würde man
dann auch alles mögliche erkennen. Super
witzig war, als uns das neue Boot entgegen kam, die Unterhaltung zwischen
den Bootsführern. Zuerst ging es noch in einem fachlichen Tonfall, wie sich
das Boot denn auf seiner ersten Fahrt steuern ließ. Danach schwenkte die
Unterhaltung aber in nette Faxen um. Der Bootsführer in dem neuen Boot
meinte nämlich, dass das Boot sich bei der Eskimorolle wie die alten Boote
benommen hätte: Alle Passagiere wären herausgefallen. In dem Moment
schauten gleich mehrere Gäste auf den kleinsten Passagier, meine Tochter,
und nachdem ich ihr kurz erklärt hatte, was eine Eskimorolle ist, konnten sich
einige vor Lachen kaum noch im Boot halten, da sie ziemlich
erschrocken guckte. Nach wenigen Sekunden merkte aber auch sie, dass hier
die Erwachsenen mal wieder Blödsinn machten, und dann musste auch sie
grinsen. Der Bootsführer erklärte noch, welche weiteren Wege man ab der
Staumauer einschlagen könnte, und dann war die Fahrt auch schon beendet. Ich hatte mir vorgenommen, dass wir den Aufstieg auf dem roten Strich
aus dem Kirnitzschtal machen wollten. Damit der Aufstieg nicht nur ein
langweiliges Hochkrabbeln auf ein paar Treppen wird, sind wir durch die
schmale Hermannsstiege unterhalb des Hermannsecks gekrochen. Hier konnte
meine Tochter ihre Größe erstklassig ausspielen. Sie ist wie ein Wiesel auf
der schmalen Treppe nach oben geflitzt und hatte ausreichend Spaß dran, und
ich bin am laufenden Bande an den Wänden angestoßen. Oben angekommen, habe
ich mich an der Schlegelhütte über einen netten Rastplatz gefreut. Von der
Schlegelhütte hat man einen schönen Blick über das hintere Kirnitzschtal.
Leider ist an der Aussicht immer etwas mehr Betrieb, da sehr viele
Besucher der Oberen Schleuse über die normalen Stufen aus dem
Tal kommen und dann eben die paar Meter bis zur Aussicht gehen. Dann ging
es auf dem roten Strich weiter in Richtung Wettinplatz.
Der eigentliche Gedenkstein an das 800-jährige Jubiläum des Hauses Wettin
liegt ein bisschen versteckt an einer Wegkreuzung, da aber eine Schutzhütte
gleich daneben steht, sollte man die Stelle trotzdem finden. Ab dem
Wettinplatz geht es auf dem breiten Forstweg der Wanderwegmarkierung weiter
nach. Der Forstweg macht einen großen Schlenker, die Wanderwegführung kürzt
diese Schleife aber über einen kleineren Weg ab. Dann geht es ein weiteres
Stückchen auf dem Forstweg, bis nach rechts der markierte Weg abbiegt. Der
Weg steigt mit einer normalen Steigung an. Kurz bevor es richtig auf den
Felsen hoch geht, kommt noch eine kleine Attraktion in Form eines
Tunnelgangs. Hier haben sich ein paar Felsen so nett hinsortiert, dass ein
richtiger Tunnel entstanden ist.
Der
weitere Aufstieg ist nicht so besonders schwer, und danach
geht es erstmal nach links zum Aussichtspunkt Königsplatz. Diese Aussicht ist
eine der schönsten der Sächsischen Schweiz und ganz sicher der
schönste Platz im Gebiet von Hinterhermsdorf. Eine
Informationstafel erklärt ganz gut den
geschichtlichen Hintergrund zu diesem Platz. Nachdem man sich satt gesehen hat, geht es weiterhin auf dem roten Strich
entlang. Zuerst ist der Weg noch ein Pfad, der aber nach wenigen Metern in
einen Waldweg übergeht und dann die letzten paar Meter vor der
Buchenparkhalle in einer Wanderautobahn endet. Das letzte Stück ist nämlich die
Verbindung vom Parkplatz Buchenparkhalle zur Oberen Schleuse. Auf diesem Weg
ist immer viel Betrieb, aber die letzten paar Meter muss man das halt
ertragen.
Damit ist eine sehr schöne Wanderung zu Ende gegangen, die auch zur vollen
Zufriedenheit von Zwergen verläuft. Wer die Runde für die mitwandernden
Kinder perfektionieren möchte, der kann sich nach der Wanderung noch auf die
Terrasse der Buchenparkhalle setzen und ein leckeres Eis ausgeben. Damit ist
man ganz sicher der allerliebste Papi den es gibt.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Saupsdorf nach Hinterhermsdorf. In Hinterhermsdorf den Schlidern "Obere Schleuse" folgen.
Empfohlener Parkplatz:
Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
2,5 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
1,14 kByte
Dateigröße:
2,10 kByte
Dateigröße:
1,16 kByte
Dateigröße:
2,24 kByte
Dateigröße:
12,54 kByte
Bitte
benachrichtigen sie mich,
wenn sie Schwierigkeiten haben, die Datei in ihr Programm zu laden oder
sie irgendwie fehlerhaft ist.