Die Wanderung zu den Schleusen von Hinterhermsdorf
hatte ich mir schon lange vorgenommen, aber irgendwie dann doch keine Zeit
dazu gefunden. Zu Ostern 2007 war es dann doch endlich an der Zeit, die Runde
zu absolvieren. Schon mal vorab möchte ich als empfehlen, die
Wanderung nicht an einem schönen Wochenende durchzuführen. Ganz extrem
ungünstig wäre
ein langes Wochenende, weil dann sind im Bereich der
Oberen Schleuse solche Mengen Wanderer
unterwegs, dass man meiner Ansicht nach die Runde nicht genießen kann. Die
beste Wanderzeit für diese Tour dürfte ein sonniger Wochentag sein.
Die Wanderung startet an der Hinterhermsdorfer Buchenparkhalle. Von dort
geht es über den erstklassig ausgeschilderten Weg runter zur Oberen
Schleuse. Markiert ist der Abstieg durch den blauen Strich
.
Das erste Stück dieses Zugangs zur Oberen Schleuse erfolgt über einen
riesig breiten Waldweg, der keinen einzigen Höhenmeter absolviert. Da die
Obere Schleuse aber tief unten im Tal liegt, geht es im zweiten Teil des Zugangs
über einige Stufen hinunter. Der Abstieg ist leicht und nach kurzer
Zeit geschafft. Zu Ostern 2007 hatte man den unteren Wendepunkt der
Pferdekutsche grundlegend saniert und irgendwie den Wegesrand mit dicken
Felsmurmeln dekoriert. Wozu auch immer das notwendig war, weil hier unten
muss man sich nun wirklich nicht vor Falschparkern schützen, aber vielleicht
hat es irgendetwas damit zu tun, dass eigentlich der Bereich der oberen
Bootsstation grundlegend umgebaut werden soll. Zu Ostern 2007 sah aber
(außer dem erwähnten Kutschenwendepunkt) noch alles wie gewohnt aus. An dem Kassenhäuschen
hat man die Wahl,
ob man die lieber bequem auf einem der Boote gefahren werden möchte oder ob
man den Pfad am Hang entlang wandert. Wir haben uns diesmal für den Wanderweg entschieden und sind weiterhin dem
blauen Strich gefolgt. Der Weg geht in einer ziemlichen Schlangenlinie der
Kirnitzsch hinterher. Da manchmal das Bachbett zu eng ist, als dass noch ein
Pfad an der Seite verlaufen kann, geht der Weg an ein paar Stellen
auch etwas weiter oben am Hang entlang. Aber immer noch unterhalb des
eigentlichen Felsfußes. Deutlich zu sehen ist, dass in den Booten auf
der Oberen Schleuse immer nur Gäste sitzen, die flussabwärts fahren. Nach
oben sind die Bootsführer fast immer alleine unterwegs. Nachdem man die
Staumauer erreicht hat, wird
es auf dem Pfad etwas voller, zumindest wenn gerade ein Boot angelegt hat.
Die meisten Besucher der Oberen Schleuse verlassen das Kirnitzschtal aber
auch schon nach 200 Metern wieder und steigen am Hermannseck aus dem
Tal auf.
Unsere Wanderung verläuft aber weiterhin durch das wunderbare Kirnitzschtal.
Nach etwas mehr als zwei Kilometern einsamer Wanderung weitet sich das Tal
deutlich. Der Bach hat auf einmal Platz, in einem wilden Geschlängel zu
fließen (man nennt dieses "wilde Geschlängel" auch Mäander - Anm. d.
Ehefrau). Sehr unterhaltsam finde ich an der Stelle die Schilder, die in
Richtung Tschechien stehen und drauf hinweisen, dass hier die Grenze ist.
Wenn man über den Bach hinweg sieht, dann stellt man fest, dass die andere
Bachseite ein steiler Felsen ist und ich kann mir kaum vorstellen, dass von
dort irgendjemand die Grenze übertritt. Vermutlich hatte aber jemand den
Auftrag, alle soundso viele Meter ein Schild aufzustellen und dann gehörten
die Dinger dahin. Der Weg ist zuerst noch ein schmaler Pfad, aber
spätestens ab dem Grenzübergang Rabenstein/Hinterdittersbach dann ein breiterer Waldweg. Der Weg verläuft
weiterhin sehr angenehm neben der Kirnitzsch entlang. Kurz vor dem Abzweig
zum Zeughaus hinüber befindet sich auf der rechten Wegseite die
Marienquelle. Super putzig sah die Quelle
zu Ostern 2007 aus, weil ein kleines goldenes Engelchen in der Nische stand. Es passte da so perfekt hinein, als wenn es dafür gemacht
worden wäre. Der Weg geht die letzten paar Meter an der Kirnitzsch entlang, bis zur
Niederen Schleuse. Kurz vor der Niederen Schleuse kann man deutlich sehen,
wie sich die Kirnitzsch immer weiter ins Tal hinein gräbt. Leider habe ich
noch nie gesehen, dass die Niedere Schleuse gestaut worden ist. Aber
vermutlich würde das auch bei weitem nicht so toll aussehen wie bei der
Oberen Schleuse, da einfach keine nennenswerten Felswände links und rechts
stehen. Außerdem müsste erst mal wieder das ganze Becken von den jahrelangen
Ablagerungen befreit werden. Heutzutage hat sich der Bach eine Furche durch
die dicke Sandschicht gegraben. Trotzdem bietet sich die Niedere Schleuse
als ein Rastplatz ganz gut an. Es gibt gleich mehrere Sitzgelegenheiten, und
Kinder können wirklich perfekt am und im Bach spielen. Nach dem doch größeren Teilstück an der Kirnitzsch entlang geht es jetzt
ca. 50 Meter hinter der Staumauer nach rechts den Hang nach Hinterhermsdorf
hinauf. Der Weg ist nicht markiert, aber trotzdem ist der Verlauf sehr
einfach zu finden, da es nur in eine Richtung nach oben geht. Nachdem man
die Wanderwegmarkierung grüner Punkt
erreicht hat, bietet sich nach rechts die Aussicht Brüdersteine an. Die
Brüdersteine sind eine sehr schöne ruhige Aussicht, von der man einerseits
in das bewaldete Kirnitzschtal, aber auch in den Kessel der Hinteren
Sächsischen Schweiz blicken kann. Von hier aus geht es der grünen
Wanderwegmarkierung bis zum Ausgangspunkt der Wanderung hinterher.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Saupsdorf nach Hinterhermsdorf. In Hinterhermsdorf den Schlidern "Obere Schleuse" folgen.
Empfohlener Parkplatz:
Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
2,5 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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