Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Ich wollte schon immer mal wissen, ob die Obere
Schleuse von Hinterhermsdorf im Winter tatsächlich abgelassen wird und wie
dann der Bachlauf aussieht. Die Runde soll nicht die normale
langweilige Obere- Schleusenrunde werden, trotzdem startet die Wanderung von der
Buchenparkhalle am Rande der Waldhusche entlang. Der Wanderweg ist mit dem
gelben Punkt
markiert und verläuft am Waldrand um die
Hackkuppe herum. Von dem Weg hat man einen erstklassigen Blick auf das
Tal von Hinterhermsdorf bis rüber zum Weifberg. Besonders romantisch sieht
diese Aussicht aus, wenn es geschneit hat und der Himmel
dazu blau
leuchtet. Auf der linken Wegseite kann man einen alten Steinbruch erkennen,
in dem in weit vergangenen Zeiten Basalt abgebaut worden ist. Die Wanderung
führt einmal über den Hügel und auf der gegenüberliegenden Seite erreicht
man eine Station der Waldhusche, die im ersten Moment wie ein Kanonenrohr
aussieht, aber eher zum Beobachten des Waldrandes gedacht ist. Hier biegt
der markierte Wanderweg nach rechts ab und nach ein paar Metern ist auf der
linken Wegseite eine Aussichtsplattform. Von hier kann man ganz hervorragend
auf die neu
eröffnete (Mitte 2008) Informationsstelle Beizehaus des
Nationalparks Sächsische Schweiz hinunter blicken. Die Wanderung führt noch
ein kleines Stück (50 Meter) weiter auf dem gelben Punkt, bis nach links ein
paar Stufen absteigen. Nach einem kleinen Abstieg erreicht man die Zufahrt
zur Informationsstelle und der folgt man nach links. Bis jetzt ist jede der
Informationsstellen vom Nationalpark Sächsische Schweiz sehr gelungen und
informativ, sodass man hier einen kleinen Schlenker hinein unternehmen sollte.
Leider war ich mit meiner Winterwanderung so früh unterwegs, dass die Türe
noch für Besucher verschlossen war. Ein Besuch wird aber ganz sicher noch
nachgeholt.
Die Wanderung führt weiterhin den Hang hinunter und passiert bald einen
Tümpel mit einem äußerst stabilen Aussichtssteg. Von dem Steg kann man sehr
gut den Teich bzw. das Leben im Teich von oben beobachten. Die Wanderung
geht von dem Teich weiter geradeaus den Hang hinunter. Auf der linken
Hangseite kann man das untere Ende der Waldhusche erkennen. Diese Rutsche
für Baumstämme ist der Namensgeber für dieses Waldgebiet. Wenige Meter nachdem
nach links der markierte Weg abgebogen ist und die Wanderung weiter
geradeaus zum Dorfbachgrund von Hinterhermsdorf absteigt, befindet sich
auf der linken Wegseite ein
Anschauungsobjekt von einem Meiler. Da es
vom Nationalpark Sächsische Schweiz gebaut und gepflegt wird, ist es in einem
sehr guten Zustand und liefert ein gut verständliches Funktionsprinzip.
Sehr lustig sieht dieser Meiler aus, wenn es geschneit hat. Dann ist es
nicht mehr ein Erd- bzw. Holzhügel, sondern eine Torte, von der sich ein
Riese schon ein Stück herausgeschnitten hat. Nach dem leicht abfallenden Weg
erreicht man den Dorfbach und diesem folgt man nach links. Nach ein paar
Metern passiert man den Wildzaun, den man natürlich wieder hinter sich
schließt, weil man sonst, wie bei meiner Wanderung, am nächsten Tag die
Spuren von richtig vielen Wildtieren im Schnee entdecken kann. Von der linken
Hangseite fließt ziemlich viel Wasser über die Felsen und dadurch, dass auf diese
Talseite wenig Sonne hinkommt, bilden sich richtig große Eisvorhänge. Dem
Hinterhermsdorfer Dorfbach folgt man, bis der Bach in der Kirnitzsch endet.
Die Kirnitzsch ist jetzt die Orientierungshilfe für die nächsten 1 ¾ Stunden
(ca. 8,5 Kilometer).
Der Weg ist mit dem blauen Strich
markiert und man folgt dieser Markierung bachaufwärts (nach links also).
Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man die Niedere Schleuse, die
aber nicht nur im Winter, sondern immer leer ist.
Das Staubecken ist in den
letzten Jahren immer weiter vom Bach mit Sand und Geröll gefüllt worden und
heutzutage nur noch als Anschauungsobjekt zu gebrauchen. Ziemlich komisch
finde ich die Schilder mit der Aufschrift: Achtung Wehranlage. Die
Kirnitzsch dürfte meiner Ansicht nach heutzutage vollkommen ungeeignet dafür sein,
dass man mit jeglichem Bötchen drauf fährt. Einerseits liegen riesig viele
Bäume kreuz und quer im Bachlauf herum und selbst bei der Schneeschmelze ist
in der Kirnitzsch nur relativ wenig Wasser. Die Wanderung folgt weiterhin
dem breiten Weg durch das Tal der Kirnitzsch. Nach 1 ¼ Kilometern erreicht
man die Marienquelle. In der
Quelleneinfassung befindet sich eine kleine Aussparung, in der schon mehrere
Male ein kleiner goldener Engel gestanden hat. Im Winter 2008/2009 war es
dem Engel mal wieder zu kalt und er hatte sich in wärmere Gefilde verdrückt.
Nach 5 weiteren Wanderminuten ändert sich deutlich das Aussehen des Tals in
eine breite Wiese mit einem ruhigen Bachlauf. Insgesamt sind es ungefähr 2 ½
Kilometer, die man am Rande der Wiese entlang wandert und an denen es am
extremsten auffällt, dass hier unten sehr selten andere Wanderer
unterwegs sind. So vom Gefühl her würde ich schätzen, dass selbst bei
perfektem Wetter höchstens 50 Wanderer pro Tag in diesem wunderschönen Tal
unterwegs sind. Im Winter dürfte die Zahl auf maximal eine Handvoll sinken.
Nach den besagten 2 ½ Kilometern wird das Tal schlagartig enger und das
merkt man ganz extrem im Sommer, da dann die Temperatur sinkt.
Da die Felswände relativ nah am Bachlauf stehen, verläuft jetzt die
Wanderung auf einem Pfad in einem leichten Hoch und Runter. Nur an einer
Stelle wird es im Winter etwas schwieriger, da es über ein paar Stufen den
Hang hoch geht.
Dadurch,
dass man ungefähr 80 Meter über dem Kirnitzschbach wandert, hat man immer wieder
eine sehr nette Aussicht auf den Bachlauf bzw. in das Tal hinein. Die
restliche Strecke erfolgt über gut gehbare Pfade bis zur
Staumauer der Oberen
Schleuse. Schon vom Pfad aus kann man die Antwort auf meine ursprüngliche Frage sehen: Die
Obere Schleuse wird tatsächlich im Winter abgelassen. Von oben kann man aber
nur schlecht erahnen, wie tief das Staubecken ist und deshalb empfiehlt sich
der Abstieg
bis auf die Staumauer. Im Winter ist der Zugang zur Staumauer schwerer zu
erreichen, zumindest wenn Schnee gefallen ist und schon einige Wanderer
versucht haben bis zur Staumauer vorzudringen. Dann sind die Stufen ziemlich
glatt, aber unter Zuhilfenahme des Geländers kommt man runter.
Ich
war überrascht, wie tief das Becken ist und welche Mengen an Tierspuren hier
unten durch die geöffnete Schleuse führen. So einige Tiere (ich würde mal
auf Fischotter tippen) haben es geschafft, entgegen der Strömung die Schleuse
zu passieren.
Der Aufstieg wieder hoch auf den eigentlichen Pfad ist einfacher als
der Abstieg. Dann geht es nach rechts auf der bekannten Markierung weiter.
Im
Bereich der Oberen Schleuse fällt es extrem auf, dass im Winter kein
Tourist in der Sächsischen Schweiz verweilt. In den wärmeren Jahreszeiten
hört man im Bereich der Schleuse immer irgendwelche Stimmen. Das kann
variieren zwischen den Erzählungen der Bootsführer, dem Gegacker von ein
paar Weibern und der Geräuschkulisse einer Schulklasse. Im Gegensatz dazu
ist im Winter hier eine wahnsinnige Ruhe. Man kann die Natur wunderbar
genießen. Nach
½ Kilometer oberhalb der leeren Oberen Schleuse erreicht man die
Bootsstation. Hier lagern
die Boote fein säuberlich in einem Schuppen. Ein paar Meter hinter dem
Schuppen sind am Felsen Hochwassermarkierungen, die wirklich überraschen.
Die höchste Markierung ist weit mehr als mannshoch und dürfte damit fast 3
Meter höher als die Standardwasserhöhe sein. Da das Datum auf der Markierung der
14.VII.27 ist, kann es sich nur um einen gigantischen
Regenschauer/Gewitterguss handeln. Danach dürfte das Kirnitzschtal ganz neu
sortiert aussehen. Zumindest würden heutzutage die ganzen Bäume im Flussbett
zu einem Damm zusammengeschoben werden und eine breite Schneise der
Verwüstung anrichten. Nachdem
man die Bootsstation passiert hat, geht es an den Aufstieg. Zu allererst
erreicht man den Klobunker.
Wenn
man dieses neu errichtete Toilettenhaus von unten kommend sieht, dann ist
man bzw. bin ich sprachlos. Vielleicht kann mir mal irgendjemand erklären,
was sich der Architekt dabei gedacht hat. Wenn man von oben kommend das
Gebäude sieht, dann macht es einen ganz netten Eindruck, aber von unten hat
es mehr mit einem massivem Bunker zu tun. Ob hier unten tatsächlich solche
Randalierer unterwegs sind, dass man das Gebäude so gestalten musste,
bezweifele ich ernsthaft. Der Aufstieg hoch zur Buchenparkhalle ist relativ
angenehm, da die Steigung doch ziemlich gering ist. Nach einem ¾ Kilometer
befindet sich
auf der rechten Wegseite ein überhängender Felsen und in der rechten Ecke
ist die Dachshöhle. Leider bin ich zu kräftig bzw. zu dick angezogen :-) um
in die Höhle reinzukriechen, aber vermutlich ist es auch eher eine Aufgabe
für Kinder. Auf jeden Fall geht es ein ganzes Stück (12 Meter) in diese
Einsturzhöhle (tektonische Klufthöhle) und diese Krabbeltour haben, nach den Spuren zu urteilen, doch
schon einige unternommen. Ein paar Meter hinter der Dachshöhle
passiert man den breiten Forstweg, der im Sommer auch von den Pferdekutschen
genutzt wird. Im Winter kann man auch Spuren von Langläufern auf dem
Weg entdecken. Mir sind zwar persönlich noch keine Langläufer in der
Sächsischen Schweiz begegnet, aber am Parkplatz der Waldhusche stand auch
ein Schild, dass dort in 200 Meter Entfernung die Langlaufloipe beginnen
würde. Hinter dieser Wegkreuzung geht die Wanderung auf die letzten 1,3
Kilometer. Die ersten paar Meter sind noch leicht ansteigend, aber dann
wandert man auf einen sehr breiten Waldweg bis zur Buchenparkhalle und damit
zum Ausgangspunkt der Wanderung. Damit ist eine sehr schöne Wanderrunde zu
Ende gegangen, die sich ganz hervorragend als eine Winterrunde in der
Sächsischen Schweiz anbietet. Das einzige Manko an dieser Runde ist, dass
man nicht Kahn fahren kann, aber dafür hat man ein sehr angenehmes romantisches
Tal ganz für sich alleine.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Saupsdorf nach Hinterhermsdorf. In Hinterhermsdorf den Schlidern "Obere Schleuse" folgen.
Empfohlener Parkplatz:
Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
3 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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