Ich gehe immer wieder gerne mit den
Nationalparkführern. Auch wenn ich die Strecken fast immer schon kenne, so
liefert doch
jede Führung noch eine Vielzahl an interessanten Punkten und Informationen. Wenn
nun eine
Führung mit den Worten "abseits der Touristenströme" beworben wird, dann
hört sich das sehr ansprechend an und muss gleich mal mitgemacht werden. Die
Wanderung wird/wurde auf der Internetseite des Nationalparks
Sächsische Schweiz als eine Turnuswanderungen mit folgendem Text beworben:
Rathener Gebiet - es führt Sie Steffen Petrich abseits der Touristenströme Treffpunkt: Kurort Rathen, Haus des Gastes, bei individueller Anreise Kfz
bitte linkselbisch P abstellen) Uhrzeit:10:00 Uhr Dauer: ca. 4 h, mäßig anstrengend Kosten: 6,00€ Erwachsene, 3,00€ Kinder bis 12 Jahre Anmeldung: Für diese Wanderungen müssen Sie sich nicht anmelden, sondern
einfach zum angegebenen Treffpunkt pünktlich erscheinen.
Der Start verlief problemlos und überraschenderweise waren 6 Teilnehmer mit
bei der Wanderung. Bis jetzt ist unsere Erfahrung, dass an den geführten
Wanderungen nur ganz wenige Leute teilnehmen und man häufig sogar eine
private Betreuung hat. In dieser Gruppe waren zwei Ehepaare, die unser
Wanderführer sogar persönlich am Bastei-Hotel abgeholt hatte, eine einzelne Frau
und ich. Herr Petrich wollte erst mal aus dem Trubel von Rathen heraus und
so sind wir zunächst von der Touristeninformation ein paar Meter die Straße
abwärts in Richtung Elbe bis zum Hotel Amselgrundschlößchen (www.amselgrund.de)
gewandert.
Auf dem Weg dorthin sind wir an dem Brunnen auf der linken
Straßenseite vorbeigekommen. Netterweise hat Herr Petrich hier erklärt, was
das für Figuren oben auf den Sandsteinsäulen sind. Es handelt sich, passend
zu den Felsen des Rathener Gebietes, um die markantesten Felsen. So sieht man
folgende Figuren: Gans, Onkel und Tante, Türkenkopf, Lamm, Höllenhund,
Lokomotive, Talwächter. Schräg gegenüber von dem Brunnen beginnt der
Amselgrund und hier sind wir einige Meter hinein spaziert, bis zu einer
Hauskante, an der die einzelnen Hochwassermarkierungen zu sehen sind. Es ist
schon wirklich beeindruckend, wie hoch hier hinten das Wasser schon mehrere
Male gestanden hat. Herr Petrich hat die vielen Hochwasser in der
letzten Zeit mit der Häufung der Wetterlage Vb erklärt. Dieses Wetter beruht
auf einer ganz bestimmten Zugbahn von Tiefdruckgebieten vom Mittelmeer
um die Alpen herum nach Ostdeutschland (und natürlich alles drum herum).
Wenn das Tiefdruckgebiet zu langsam über die Gebiete zieht, dann entlädt es
sich über kleinere Gebiete und damit wird es für einzelne Bereiche sehr
feucht.
Von der Hochwassermarke sind wir wieder die paar Meter zurück auf die Straße
neben dem Bach (Rathener Straße), um hier noch ein Stück (20 Meter) nach
rechts in Richtung Elbe weiter zu wandern. Dann biegen ganz unauffällig
nach links eine Brücke und ein Aufstieg ab. Der Weg führt in einem Zickzack
den Berg hinauf.
Hier war Herr Petrich super geschickt und hat ein paar
kleine Erklärungs-Haltepunkte eingebaut, sodass die Gruppe immer wieder
schön zusammenkam. Einer der Punkte war z.B. die Besiedlung der Täler der
Sächsischen Schweiz. Das ist natürlich bei dem Weg sehr anschaulich, da man
schön auf die Häuser von Rathen blicken kann. Ein weiterer Punkt, den Herr Petrich
hier schon einmal erklärt hat, waren die Kletterer, die man an den Felsen
oberhalb der Ortschaft (z.B. am Talwächter) gut erkennen konnte.
Am Ende des Aufstiegs erreicht die Wanderung den Rhododendronpark mit den
unterschiedlichen Pflanzen und natürlich den zum Teil riesigen Rhododendren.
Den Park haben wir nur an der nördlichen Seite passiert, aber trotzdem haben
wir einen schönen Einblick in die Fläche erhalten.
Auf der
gegenüberliegenden Seite steigt die Wanderung ein ganz kleines Stück wieder
abwärts in Richtung Elbe, um sehr schnell die Aussicht Kleine Bastei zu
erreichen. Den Namen Kleine Bastei gibt es gleich an mehreren Stellen im
Elbtal (hier, bei Schmilka und in Krippen), aber das Prinzip ist immer das
gleiche. Man kann toll von einem Felsvorsprung ins Tal und auf die Felsen
der gegenüberliegenden Seite blicken. Hier hat man einen schönen Blick auf Oberrathen, den Rauenstein, den Lilienstein, die Weißen Brüche und die Elbe
natürlich.
Nach dieser sehr schönen Aussicht sind wir gleich an den Felsen entlang
gewandert und an der ersten Bank nach ein paar Meter haben wir einen weiteren Stopp
eingelegt. Hier hat Herr Petrich sehr anschaulich den Sandstein und die
unterschiedlichsten Festigkeiten erklärt. Es ist schon sehr interessant,
dass die dunkle obere Schicht ziemlich fest ist, aber das Innenleben sehr
bröselig. Die Wanderung führt weiter parallel zur Elbe in Richtung Süden. Die ersten paar Meter verlaufen auf einem Pfad, der dann aber auf
einer Waldstraße endet. Dabei handelt es sich aber nur um die Zufahrt zum Rhododendronpark und den paar Häusern und damit braucht man keine
Befürchtungen haben, dass hier zu viele Autos entlang fahren. Das Sträßchen ist,
obwohl gerade neu ausgebaut,
auch nicht dazu ausgelegt, um zu
zügig hier entlang zu fahren. Der Weg führt super angenehm vom Rhododendronpark
über die Ebene bis zur Straße.
Auf der Straße zwischen Waltersdorf und Rathen muss man ein Ministück von
300 Metern nach links wandern, bis nach rechts der Gamrig ausgeschildert
ist. Der Zugang zu dem Felsen ist erst ein Stück in der Ebene und dann
führen ein paar Stufen bis zum Gipfel hoch. Zwischendurch haben wir
einen kurzen Abstecher über die Absperrung unternommen, da Herr Petrich uns
ein Teil zum Klettern in der Sächsischen Schweiz erklären wollte. Sehr schön
war, dass an dem Felsen gerade zwei Kletterer noch ziemlich weit unten versuchten,
aufwärts zu kommen. Unser Wanderführer hat sich kurz mit den beiden unterhalten und einen Tipp gegeben, wie sie die Stelle meisten könnten. Damit
zeigte er ohne jegliche Angeberei, dass er sich sehr gut mit dem
Klettern auskennt und damit waren die Ausführungen nicht nur ein allgemeiner
Teil, sondern schon sehr fundiert. Dass die beiden Kletterer genau in dem
Moment hinter dem Felsen hingen, war natürlich sehr gut als
Anschauungsobjekt von Herrn Petrich organisiert☺.
Nach den letzten paar Stufen haben wir oben auf dem Gamrig eine Rast
eingelegt und Herr Petrich hat die Felsen und Tafelberge der Reihe nach
erklärt.
Obwohl es eigentlich ein angenehm warmer Tag war, so zog es hier
oben doch ziemlich, sodass wir uns bald wieder von der schönen
Aussicht
herunter machten und wieder bis 5 Meter vor die Straße zurück gewandert
sind. Gleich an der Straße zweigt ein Wanderweg nach rechts in den Aspichgraben ab. Nach ungefähr ½ Kilometer erreicht
die
Wanderung eine Wiese, über die man einen sehr schönen Blick rüber auf die
Feldsteine und die Gansfelsen hat. Am Ende des Weges erreicht man wieder die
Straße durch Rathen und damit den Ausgangspunkt der Wanderung. Diese
geführte Wanderung hat sehr viel Spaß gemacht. Herr Petrich hat sich als sehr
guter Kenner der Sächsischen Schweiz ausgewiesen und die Einlage mit den
Kletterinformationen war auch sehr gut. Herr Petrich hat sich super gut auf
die Gruppe eingestellt und damit sind auch für mich sehr viele neue
Informationen zusammen gekommen. Ein ganz dickes Danke schön noch mal von
meiner Seite für diese Führung.
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