Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Ich bin schon einmal bei der Wanderung
Breiter Stein über den Böhmensberg
gestolpert und fand die Aussicht und den vollkommen unwesentlichen Aufstieg
so schön, dass ich gleich mal meine Frau mit auf den Hügel schleppen
musste. Damit es keine langweilige Wanderung (Hügel hoch – Hügel runter –
fertig) wird, liegt der Startpunkt am Bruno-Barthel-Weg in Rathewalde. Hier geht es von der Ortschaft weg auf die Felder. Der Weg ist mit dem
gelben Strich
markiert und
bald passiert
man eine Aussicht auf der linken
Wegseite. Von hier kann man schön runter auf die Felsen und Tafelberge der
Sächsischen Schweiz blicken. Das einzige Manko an dieser Aussicht ist, dass
sich
gleich auf der anderen Wegseite die Kläranlage von Rathewalde befindet
und dabei könnten wir uns gut vorstellen, dass es zuweilen zu Geruchsbelästigungen
kommt. Seltsamerweise mussten wir aber noch nie hier die Nase
rümpfen, obwohl mindestens ein Becken ohne Abdeckung zu sehen ist.
Die Wanderung führt weiter auf dem Bruno-Barthel-Weg in Richtung Basteistraße. Netterweise ist diese Straße inzwischen mit einem separaten Fuß-
und Radweg ausgestattet, so dass es relativ angenehm nach links weiter geht.
Ungefähr nach 400 Metern biegt der markierte Wanderweg nach rechts ab. Bei
diesem Weg handelt es sich um die versetzte Verlängerung des Bruno-Barthel-Weges, der immer noch sehr angenehm zu wandern ist. Nach einem ¾ Kilometer
erreicht man ein Schild, auf dem ein bisschen zum Namensgeber des Weges
erklärt ist. Herr Bruno Barthel (1885 - 1956) scheint eine wirklich
besondere Persönlichkeit der Vordern Sächsischen Schweiz gewesen zu sein, da
man seiner gleich an mehreren Stellen gedenkt. An dem Schild wird der Bruno-Barthel-Weg verlassen und man folgt dem Weg in Richtung Lohmen für 300
Meter, um hier wieder nach rechts abzubiegen. Der Weg ist sehr gut ausgebaut
und seltsamerweise ausgeschildert mit Basteistraße und Parkplatz. Der Weg
wird Forstmeisterweg genannt und ganz besonders fallen auf der rechten
Wegseite einige uralte Grenzsteine auf. Gleich auf mehreren kann man die
Jahreszahl 1815 lesen. Das ist doch irgendwie schon was besonderes, nicht nur,
dass der Sandstein allen möglichen Witterungseinflüssen getrotzt hat, sondern dass die
heute unnützen Markierungen bestehen bleiben.
Nach einem Kilometer auf einem sehr angenehm ruhigen Waldweg erreicht man
die Landstraße zwischen Lohmen und
Rathewalde, die aber nur überquert werden
muss, um gleich gegenüber wieder in den Wald zu verschwinden. Nach wenigen
Metern fällt auf der rechten Seite ein großer Teich auf. Es ist der unterste
Teich der Hutenteiche, die wie eine Perlenschnur hintereinander aufgereiht
sind. Bei den Hutenteichen und dem Wald um den Bach Waldflößchen handelt es
sich um ein Flächennaturdenkmal, das ganz besonders beliebt bei Amphibien
ist. Das kann man ganz hervorragend zu den Laichzeiten entdecken. Dann ist
in dem untersten Teich richtig viel Leben.
200 Meter hinter der Landstraße gabelt sich der Waldweg und für diese
Wanderung hält man sich rechts. Der Weg führt schon bald auf eine schöne
Wildwiese namens Huten heraus. Der Weg über die Wiese passiert einen Zipfel
an Wald, an dem mehrere Schilder auf ein Wasserschutzgebiet hinweisen.
Tatsächlich befindet sich in dem Waldausläufer ein Erdhügel mit einer Türe,
was auf eine Wasserwirtschaftliche Einrichtung hinweist. Die Wanderung
geht quer über die Wiese, um in der rechten hinteren Ecke wieder im Wald
zu verschwinden. Der Hutenweg verläuft ½ Kilometer durch den Wald
und passiert einen kleineren Teich, der aber durch glasklares Wasser
auffällt. Obwohl ich den Teich schon mehrmals gesehen habe, macht er immer
den Eindruck, als ob er nur gerade durch einen Regenschauer entstanden ist.
Nachdem man den Wald wieder verlassen hat, geht es etwas steiler den Hang
aufwärts. Der jetzt begangene Feldweg heißt Hufenweg und ist mit dem
Wanderwegzeichen gelber Punkt
markiert. Auf der linken Seite kann man
den unscheinbaren Böhmensberg schon sehen (der Hügel mit den drei Bäumen)
und nach ½ Kilometer auf der gelben Wegmarkierung geht es nach links.
Der Berg bzw. eigentlich ist es eher ein Hügel ist schnell bestiegen und
dafür, dass das so einfach ist, hat man eine sehr schöne Aussicht.
Für die
Sächsische Schweiz ist es zwar eine ungewöhnliche Aussicht, da man in eine
ganz seichte Landschaft schaut, aber es sieht sehr nett aus und mitten drin
liegt Stolpen mit der dazugehörenden Burg. Gleich oben auf dem Gipfel des Böhmensbergs steht ein Hochsitz und hier können wir uns gut vorstellen, wie
der Jäger sitzt und sich über die Aussicht freut.
Die Wanderung führt wieder auf dem bekannten Weg herunter bis zum gelb
markierten Wanderweg. Dieser wird aber nur überquert und dann geht es in Richtung Hohburkersdorf. Auf der rechten Seite befinden sich mehrere Hügel,
die ulkiger Weise alle Hutberg heißen. Rolf Böhm hat das in seiner
Wanderkarte Stolpen sehr pragmatisch gelöst, indem er die Hügel einfach
durchnummeriert hat. Der Feldweg erreicht bald eine Kreuzung, an der es aber
weiter in Richtung Hohburkersdorf geht. Auf der rechten Wegseite steht
eine Bank unter einem größeren Baum, von der man noch mal eine schöne
Aussicht in die Landschaft hat.
Danach geht es in die Ortschaft hinein. Hier fallen zuerst die großen
Gehöfte auf der linken Straßenseite auf und dann die vielen kleineren Teich
auf der rechten Straßenseite. Hier stehen immer wieder abwechselnd Pferde
und Kühe. Die Wanderung führt unter der breiten Brücke, der ehemaligen
Rennstrecke, drunter her, um dann gleich dahinter nach rechts abzubiegen. Die
Straße steigt leicht an und endet auf der Rennstrecke. Diese muss man
überqueren, was sich schlimmer anhört, als es denn wirklich ist. An dieser
Stelle stehen ein paar Tempo 80 Schilder und außerdem kann man die Straße
hier ganz gut überblicken, sodass es relativ leicht rüber geht. Gleich
gegenüber beginnt der leichte Aufstieg auf den Hohburkersdorfer Rundblick,
der mit dem blauen Strich
gekennzeichnet ist.
Angeblich soll am 28. Juni 1813 Napoleon zum Begutachten der
Umgebung hier gewesen sein.
Ob das stimmt, können wir nicht beurteilen, aber
was von hier oben auf jeden Fall auffällt, ist die wahnsinnige
Aussicht in die Richtung der beiden Teile der Sächsischen Schweiz.
Heutzutage steht zwar wieder einiges an Wald auf der Ebene, sodass man
nicht alles überblicken kann, aber größere Truppenbewegungen konnte man
bestimmt auch
damals schon spitzenmäßig von hier aus erkennen. Zwischen den Linden des
Hohburkersdorfer Rundblicks steht heutzutage ein großer Gedenkstein an die
Toten der beiden Weltkriege.
Die Wanderung steigt auf der gegenüberliegenden Seite ab in Richtung
Rathewalde. Am Ortsrand befindet sich eine sehr schön gemachte Ausstellung
zu unterschiedlichsten Gesteinen. Der Ort für diese Ausstellung ist sehr gut
gewählt, da genau am Ortsrand die Grenze von der Lausitzer Platte (Granit)
und dem Sandstein verläuft. Deshalb stehen hier vier unterschiedliche
Stelen, die zum Teil das Thema Granit und Sandstein behandeln, aber auch Vulkanit und einstiges Leben im Stein.
Die Wanderung führt die Straße weiter herunter durch den Ort und auch über
die kreuzende Landstraße. Hier muss man ein bisschen vorsichtig sein, da die
Übersichtlichkeit an der Kreuzung wirklich zu wünschen übrig lässt. Da aber
an der Stelle Tempo 30 ist, kommt man mit etwas Vorsicht trotzdem gut
rüber. Auf der Straße Zum Amselgrund geht es sehr angenehm durch Rathewalde.
Hier befinden sich auf der linken Straßenseite zwei schön angelegte
Dorfteiche und auf der rechten Straßenseite erreicht man nach ½
Kilometer die Kirche. Es ist wirklich verwunderlich, dass die so schön
aussehende Kirche im Ursprung aus dem Jahre 1647 ist. Zwischendurch ist die
Kirche zwar 1860 noch mal umgebaut und 1971 renoviert worden, aber das hohe
Alter sieht man ihr überhaupt nicht an.
An der Kirche biegt die Wanderung nach rechts ab und folgt der schon
bekannten Wanderwegmarkierung gelber Strich
.
Die Wanderung passiert das sehr schön hergerichtete Freibad.
Das
Bad ist 2006 durch ein Unwetter ganz böse verwüstet worden und danach mit
ganz besonders pflegeleichtem Edelstahl neu ausgestattet worden. Hier ist im
Sommer richtig viel Leben drin und der Spaßfaktor lässt sich sehr gut an der
Geräuschkulisse erahnen.
Die
letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt erfolgen auf dem Bruno-Barthel-Weg.
Kurz vor dem Ortsausgang befinden sich auf der rechten Straßenseite eine
Obstwiese und einige Bienenstöcke. Gleich an der Straße steht auch eine
Kiste, an der man das Seitenteil öffnen und den kleinen Bienen hinter
einer Glasscheibe bei ihrer Arbeit zusehen kann. Dass hier eine Privatperson
diese interessante Stelle zur Verfügung stellt, finden wir sehr gut und
deshalb sollte man sich auf dem Privatgrundstück auch ordentlich
benehmen.
Damit ist dann auch die Wanderung zu Ende gegangen und es war wirklich eine
sehr schöne Runde, die eine ungewöhnliche Aussicht vom Böhmensberg und
überraschend viel Ruhe bietet. Das einzige Manko ist, dass es nicht gerade
eine typische Wanderung für die Sächsische Schweiz ist, da die Runde mehr im
Bereich des Lausitzer Granit verläuft und dadurch fast keine Sandsteinfelsen
zu sehen sind.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit
dem Bus R-237 bis zur
Bushaltestelle Abzweig Bastei.
Auto:
Von Bad Schandau in die Richtung Bastei. Kurz hinter der Hocksteinschenke mit der wirklich komischen Kreuzung erreicht man die Ortschaft Rathewalde. Die einzige Straße in Rathewalde, die nach links abbiegt, fährt man bis zur Kirche und dann nach rechts, auf der Schulstraße, bis zum Ortsausgang.
Empfohlener Parkplatz:
Rathewalde Freibad
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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