Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Mich hatte mal wieder eine nette Anfrage per
Mail erreicht, in der eine ziemlich detaillierte Vorstellung für eine
Wanderung von Hohnstein zu den Rathener Eisenbahnwelten und zurück
beschrieben war. Die Runde hörte sich richtig interessant an und so bin ich
gleich mal den Bogen Probegelaufen. Den Startpunkt habe ich an den großen
Parkplatz in Hohnstein gelegt und von hier geht es nach rechts auf der
Rathausstraße in Richtung Burg und Rathaus. Nach ganz wenigen Metern auf der
Rathausstraße stößt die gelbe Wanderwegmarkierung
dazu. Gleich hinter dem sehr schön aussehenden Rathaus biegt die Wanderung
nach links ins Tal ab. Der Abstieg ins Polenztal ist mit dem blauen Strich
gekennzeichnet. Zuerst passiert man noch ein paar Häuser und dann geht es in
den ursprünglichen Bärengarten. Gleich hinter dem letzten Haus auf der
linken Seite kann man die obere Mauer des Bärengeheges am Felsen noch
deutlich erkennen. Wenn man dann noch ein paar hundert Meter weiter abwärts
wandert, steht vor einem die nächste alte Mauer. In diesem Bereich wurden in
längst vergangenen Zeiten Bären gefangen gehalten, bis sie zur Bespaßung der
Hofgesellschaft in Dresden gebraucht worden. Tja, die Zeiten haben sich
geändert und heutzutage werden die Bären im Zoo medizinisch besser versorgt
als so mancher Mensch.
Ein paar Meter hinter der unteren Mauer biegt der markierte Wanderweg
ziemlich unauffällig nach rechts ab in den Schindergraben.
Der
Waldweg fällt relativ steil ab, ist aber durch die steile Schlucht ziemlich
abwechslungsreich. Im Schindergraben kann man gleich einige interessante
Stellen entdecken, wie z.B. ein Porträt von
Lenin
auf einer Felsmurmel gleich neben dem Pfad oder wenige Meter weiter ein Bild
von Wilhelm Leberecht Götzinger. Gleich neben dem Abbild von Herrn Götzinger
ist der untere Zugang bzw. der Durchfluss des Baches durch die
Bärengartenmauer. Von dieser Stelle gibt es viele traumhafte Fotos im Web,
denen ich mit meinen eigenen primitiven Fotos immer wieder großen Respekt
zolle. Der Schindergraben führt weiter bis runter ins Polenztal. Hier
passiert man die Gaststätte Polenztal (www.polenztal.de),
in der man sehr nett im Biergarten eine Erfrischung zu sich nehmen kann.
Ab hier folgt man der Polenz auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt
.
Ich bin immer wieder überrascht, dass hier so wenige Wanderer unterwegs
sind, obwohl das ein super angenehmer Weg ist und überhaupt keine
Höhenunterschiede bewältigt werden müssen. Dazu plätschert der Polenzbach
angenehm beruhigend neben dem Wanderweg entlang. Im Frühjahr 2011 sah der
Bachlauf ganz besonders aufgeräumt aus. Entweder hat schon das Unwetter den
größten Teil des Totholzes runter ins Tal gespült oder man hat
sicherheitshalber das ganze Gerümpel entfernt. So sieht der Bachlauf richtig
sauber aus und wenn man mit Kindern die Runde wandern würde (was meinen
Kindern aber im Moment noch zu lang ist), könnte man super gut kleine
Staudämme bauen oder einfach nur mal wieder in einen Bach fallen. Mindestens
an zwei Stellen hat man einen hervorragenden Blick von unten hoch auf die
Felsen der linken Bachseite und so sollte man nicht nur den Blick auf den
Bach genießen, sondern auch von Zeit zu Zeit den Kopf heben. Das ist ganz
besonders interessant, wenn man 2 ½ Kilometer durch das Tal gewandert ist,
dann steht vor einem der Polenztalwächter mit den dahinter stehenden
Felswänden. Die Felsnadel ist ziemlich hoch und wird anscheinend besonders
gerne von Kletterern erobert. Vielleicht scheint das aber auch nur so, weil
man hier die Kletterer besonders gut sehen kann.
Auf jeden Fall wird hier mit der Wanderwegmarkierung roter Strich
das Polenztal verlassen und es geht hoch in Richtung Ziegenrücken bzw. als
Fernziel Rathen. Der Aufstieg erfolgt über einige Naturstufen und dann muss
die vielbefahrene Fahrstraße am Ziegenrücken überquert werden.
Auf
der gegenüberliegenden Straßenseite steigt der markierte Wanderweg auch
gleich wieder von dem Ausläufer des Ziegenrückens herunter. Dieser Waldweg
ist als ein breiter Forstweg ausgebaut und nur zwischendurch wird an einer
Stelle ein Bogen mit der Wanderwegmarkierung abgekürzt. Der Füllhölzelweg
führt immer weiter abwärts und spätestens im Koppelsgrund stehen ordentliche
Felswände an den Seiten. Hier sind die Felsen mit Moos überzogen und das
wirklich Überraschendste ist, dass am tiefsten Punkt kein Wasser läuft.
Die Wanderung erreicht an einem großen Garagenplatz den Ortsrand von Rathen
und am anderen Ende passiert man bald die Touristeninformation. Hier geht es
auf der Straße nach rechts und schlagartig nehmen die Menschenzahlen zu.
Rathen ist mit der Bastei der am stärksten besuchte Ort der Sächsischen
Schweiz und das stellt man hier ziemlich schnell fest. So befinden sich auch
eine ganze Menge Restaurants und Mitbringsel- und Andenkenläden an der
Straße runter zur Elbe.
Am
Ende der Straße befindet sich der Anlegesteg der Elbefähre. Meistens ist
hier die Gierseilfähre im Einsatz und so kann man eine besondere technische
Raffinesse erkunden. Ein Wasserfahrzeug, das viele Menschen ohne jeglichen
Motor bewegt, ist wirklich etwas sehr Besonderes. Netterweise ist dadurch
der Fahrpreis auch ein kleines bisschen billiger als in Wehlen oder den
anderen Elborten. Im Jahre 2011 hat die Hin- und Rückfahrt für einen
Erwachsenen 1,50 € gekostet.
Auf der gegenüberliegenden Elbseite wandert man ein paar Meter von der Elbe
weg und schon steht
man
vor dem Eingang der Eisenbahnwelten Rathen (www.eisenbahnwelten-rathen.de).
Hier habe ich erst mal richtig geschluckt, als ich 6 € bezahlen sollte und
die Minianlage dahinter sah. Irgendwie dachte ich, dass der sichtbare Teil
schon die gesamte Anlage war, aber komischerweise war auf
Eintrittskarte
der Untertitel „Eintritt in die größte Gartenbahnanlage der Welt“ zu lesen.
Sollte das etwas alles sein? Nein, so war es nicht. Es gibt tatsächlich
einen riesigen Bereich links von dem eigentlichen Steuerhaus.
Hier
sind viele unterschiedliche Teilstücke der Sächsischen Schweiz zu sehen. Es
macht wirklich richtig Spaß, die kleinen Landschaften mit den jeweils dazu
passenden Bahnen anzusehen. Hier arbeiten anscheinend einige Menschen mit
einer großen Liebe zum Detail. Spätestens nach einer kompletten Besichtigung
der Anlage bietet sich ein Abstecher ins Restaurant oder den angeschlossenen
Biergarten an.
Für die weitere Wanderung geht es daraufhin wieder über die Elbe an den
Rückweg. Dazu muss man zuerst ein kleines Stück auf dem bekannten Weg
unternehmen. Zuerst wird also die Elbe mit der Gierseilfähre wieder
überquert und dann ein Stückchen auf der Straße aufwärts gewandert, bis nach
150 Metern nach links der Amselgrund abbiegt. Die ersten paar Meter sind mit
dem roten Strich/Punkt
markiert, aber schon nach kurzer Strecke geht es unmarkiert weiter in
Richtung Amselsee.
Zuerst
passiert man den Zugang zur Felsenbühne und der Bergrettungsstation und dann
geht es an mehreren Forellenteichen vorbei. Am Ende der Teichanlagen sieht
man die Staumauer, von der man sehr nette Bilder von den Felsen auf der
gegenüberliegenden Teichseite machen kann. Der Felsen, der hoch oben zu
sehen ist, hat den einleuchtenden Namen Lokomotive. Wer die Felsengruppe
einmal gesehen hat, kann sich sofort den Namen erklären. Auf dem Amselsee
könnte man eine besondere Abwechslung in der Form einer Bootstour
unternehmen. Ich finde, das macht aber nur Spaß, wenn nicht gigantische
Massen auf dem See herum paddeln. Erst dann wird die Attraktion angenehm und
kann sogar ein bisschen romantisch werden.
Sehr nett ist, dass in den letzten Jahren der Wanderweg an der linken Seite
(von unten gesehen) neu instand gesetzt worden ist.
So
wandert man bis zum Ende des Sees und dann geht es nach rechts auf der
Wanderwegmarkierung grüner Strich
aufwärts. Dieser Weg ist vom königlich sächsischem Pionier Bataillon 12 vom
24. – 31. Juli 1895 angelegt worden. Dadurch ist der Weg mindestens
fahrzeugbreit und hat eine sehr angenehme Steigung. Sehr ungewöhnlich finde
ich, dass Napoleon nicht schon hundert Jahre vorher diesen Weg erkannt,
sondern den Weg über den Ziegenrücken gewählt hat. Aber vermutlich war das
Ziel von Napoleon auch nicht die Elbe, sondern eher die Ebene beim
Lilienstein. Gleich an zwei unterschiedlichen Stellen haben sich die Erbauer
dieses Weges mit Inschriften im Felsen verewigt.
Nach 2 Kilometern Aufstieg kann man neben einem Kernzonenschild links im
Wald eine historische Waldweidesperre entdecken.
Netterweise
sind in der letzten Zeit eine
Informationstafel und
ein symbolisierter Zaun aufgestellt worden. So sollte wirklich jeder diese
Stelle im Wald entdecken. Sehr komisch ist, dass hier ein Kernzonenschild
steht und ein paar Meter dahinter ein deutlich sichtbarer Hochsitz. Das
entspricht überhaupt nicht meiner Vorstellung eines Gebietes, in dem die
Natur sich selbst überlassen wird. Von dieser Stelle ist die bekannte Straße
Ziegenrücken nicht mehr weit entfernt, die aber auch jetzt wieder nur
überquert werden muss, um dann gegenüber weiter in Richtung Hockstein zu
wandern.
Der Weg ist immer noch grün markiert und wird spätestens ab der Straße
Knotenweg genannt. Der rückseitige Zugang zum Hockstein ist sehr gut
ausgebaut und nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht
man
eine steinerne Brücke über eine Felsenschlucht. Diese unscheinbare Brücke
erleichtert den Zugang zum Hockstein ungemein, aber leider ist die Aussicht
von hier noch ziemlich eingeschränkt. Das wird erst richtig gut, wenn man
die vordere Kante der Felsen erreicht. Hier sind gleich mehrere schöne
Aussichten ins Polenztal. Sehr interessant ist es, wenn man die Form des
Polenztal nach links und rechts vergleicht. Auf der rechten Seite ist das
Tal viel stärker und steiler eingeschnitten als auf der linken Seite. Das
liegt einfach daran, dass links der Untergrund Granit ist und rechts das
Sandsteingebirge beginnt. Der Hockstein bzw. Hohnstein befindet sich genau
auf der Grenze dieser beiden unterschiedlichen Gesteinsschichten.
Von dem Hockstein führt ein sehr nett versteckter Abstieg herunter. Dazu
geht man ein kleines Stück,
ca.
20 Meter, von der vorderen Aussicht zurück, um dann nach rechts abzubiegen.
Der Weg führt mit ein paar Stufen und dann unter einer eisernen Brücke in
eine Felsschlucht. Durch die gesamte Schlucht führt eine schmale Treppe, die
immer nur in eine Richtung begangen werden kann. So sollte man auf die
Stimmen in der Schlucht achten, da es auf der gesamten Strecke abwärts
höchstens zwei Ausweichstellen gibt. Am Ende der Schlucht steht man am
Felsenfuße des Hocksteins, von dem es aber noch ein ganzes Stück nach links
runter ins Polenztal abwärts geht. Der Abstieg erreicht den Weg bzw. hier
ist es sogar die Zufahrtsstraße ein kleines Stück von der bekannten
Gaststätte Polenztal. Genau in die Richtung geht es jetzt und dazu wandert
man nach rechts, bis ganz knapp hinter der Gaststätte der bekannte Weg in
den Schindergraben abbiegt. Hier ist der Weg mit dem blauen Strich
gekennzeichnet und es geht aufwärts in Richtung Hohnstein. Auch wenn man den
Weg schon von oben nach unten kennt, so wirkt der Schindergraben in die
andere Richtung ganz anders und das Bächlein fällt viel mehr in den
Blickwinkel. So fällt z.B. eine größere Gesteinsfläche auf, über die der
Bach nett hinweg läuft und ziemlich am Ende des Aufstiegs kann man nach
rechts oben eine kleine steinerne Brücke entdecken. Dieses Brückchen ist
ähnlich wie die Brücke am Hockstein und durch das Sandsteingeländer wirkt
diese Brückenform ziemlich romantisch.
Nachdem man den breiten Weg erreicht hat, geht es nach links weiter leicht
ansteigend hoch nach Hohnstein. Eigentlich erst in der Ortschaft nimmt die
Steigung noch einmal ordentlich zu, aber mit dem Passieren des Rathauses ist
die letzte Anstrengung vorbei. Am Rathaus geht es nach rechts auf der
bekannten Rathausstraße bis zum Parkplatz zurück. Auf der Höhe des
Spielplatzes fällt geradeaus eine ganz besondere Wetterfahne auf einem
normalen Haus auf.
Dabei
handelt es sich um das Hohnsteiner Puppenspielhaus und deshalb besteht die
Wetterfahne aus einem Kasper. Damit erreicht man den Ausgangspunkt der
Wanderung und es war ein sehr schöner Ausflug zur Rathener Eisenbahnwelt.
Nicht nur, dass ich endlich mal diese nette Anlage erkundet habe, es war
auch eine sehr erholsame Wanderung dahin. Gut, dass mir immer mal wieder
Leser unserer Webseite nette Mails schreiben.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Auch wenn die Wanderung eigentlich in Hohnstein startet, würde ich für die
öffentlichen Verkehrsmittel den Startpunkt an den Rathener S-Bahnhof legen
und von dort die Runde wandern.
Auto:
Über die B172 Bad Schandau > Porschdorf > Hohnstein. Oder auch von Pirna die Elbe auf der alte Brücke überqueren und dann über Lohmen nach Hohnstein. In Hohnstein liegt der Parkplatz Eiche gleich an der Hauptdurchgangsstraße.
Empfohlener Parkplatz:
Hohnstein Eiche
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
3 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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