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Die
Wanderung zur Zwergenhöhle ist dadurch entstanden, dass wir nach der Runde
Von Quandt ein Begleitheft gelesen
haben, in dem die Zwergenhöhle auf der Schönen Höhe erwähnt wurde. Leider
haben wir das aber eben erst im Nachhinein entdeckt, und so wurde dieses
Missgeschick gleich mal wieder zu einer weiteren Erkundungswanderung
ausgebaut.
Der Startpunkt der Wanderung liegt am südlichen Teil des Schlosses von
Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Hier kreuzt sich die Wesenitz mit der Hauptstraße
(S161). Der erste Anlaufpunkt der Wanderung soll der Schlossgarten sein.
Leider kann man noch nicht durch die Vorderseite des Schlosses in den Garten
gelangen und so geht es erst mal ein paar Meter auf dem Waldweg neben der
Wesenitz entlang. Auf der anderen Bachseite kann man schon in den Park
blicken, aber erst nach ¼ Kilometer ermöglicht eine kleine
Fußgängerbrücke den Zutritt. Im Park befinden sich ein paar Statuen bzw.
Säulen, eine nettes kleines Häuschen und ein paar gut gepflegte Wege. Ganz
besonders fällt die gut erhaltene Statue der Diana ( röm. Göttin der Jagd, des Mondes, der
Fruchtbarkeit, Beschützerin der Frauen und Mädchen) auf.
In einem Bogen geht es um den Park, um dann rechts neben dem Pavillon durch
die unauffällige Türe das Gelände zu verlassen. Hier steht man dann auf
einer relativ hässlichen Straße, der aber glücklicherweise nur ein kurzes
Stück (150 Meter) nach links gefolgt werden muss. Dann biegt nach rechts
ein Waldweg ab. Hier weist schon ein Schild auf die Zwergenhöhle hin.
Nach 200 Metern biegt die Wanderung nach links ab. Der Waldweg steigt leicht
an und nach ein paar hundert Metern fällt einem zuerst eine Hinweistafel auf
der rechten Seite auf.
Der Inhalt der Tafel ist: "Der so genannte
Kaiserstuhl, der auf einer kleinen Terrasse angeordnet wurde, ist eine
Sandsteinbank, die früher als Rastplatz beim Aufstieg zur Schönen Höhe
diente. Sie wurde im Zuge der Gestaltung der Umgebung des Lustschlösschens
vom Schlossbesitzer J. G. v. Quandt aufgestellt."
Auf der gegenüberliegenden Wegseite ist gut sichtbar eine weitere Tafel
aufgestellt, die das Hauptziel dieser Wanderung erklärt: " J. G. v. Quandt
ließ eine natürliche Felsspalte mit einem Tonnengewölbe aus Sandsteinquadern
überdecken, so dass ein Tunnel entstand. Der Name basiert auf der Sage:
Der
große Schatz auf der Schönen Höhe bei Dittersbach." Gleich hinter dem Schild
befindet sich der Eingang in die Höhle.
Leider habe ich unsere große Tochter
(8 Jahre) mit der Bezeichnung Zwergenhöhle zu dieser Wanderung gelockt.
Irgendwie hatte sie aber eine ganz andere Vorstellung von einer Zwergenhöhle
und so war sie ziemlich enttäuscht, dass überhaupt keine Zwerge zu sehen
waren und sie sich außerdem unter einer Höhle etwas anderes (vielleicht
größeres) vorstellt. Auf jeden Fall hat sie die Stelle sehr treffend in Zwergentunnel umbenannt.
Nach dieser Enttäuschung, zumindest für meine Tochter, sind wir dann weiter
gewandert. Irgendwie ist uns der Weg gleich mehrere Male abhanden gekommen,
sodass wir zwischendurch eine kleine Querfeldeineinlage hatten. Eigentlich
sollte der Weg einfach nur in der Verlängerung weiter gehen, aber irgendwie
hatten wir uns in den Kopf gesetzt, dass es bestimmt auf der
Rückseite der Zwergenhöhle einen direkteren Weg zur Schönen Höhe
geben müsste. Leider war
dem nicht so und so landeten wir wieder auf der Wanderwegmarkierung roter
Strich
.
Zum Glück führte dieser Weg auf dem direkten Weg auf den Gipfel. Das
eigentliche Gebäude auf der Schönen Höhe ist wirklich ein beeindruckendes
Haus, das ich schon auf der Wanderung Von
Quandt besichtigen konnte. Leider war das Haus diesmal geschlossen, aber
so konnten wir uns ganz einem
kindgerechten Picknick (Lakritz, Gummibärchen und Wienerwürstchen) hingeben.
Nach dieser kleinen Pause ging es an den Abstieg. Da die weitere Wanderung
ins Wesenitztal führen sollte, haben wir den ganz gemein versteckten Weg
hinter der Gaststätte gewählt. Der Weg steigt parallel zum Waldrand bzw.
eigentlich ist es ein Gartenrand abwärts und ist mit dem grünen Strich
markiert. Wir freuen uns immer wieder, wenn wir das tolle Haus auf dem
Grundstück sehen, da so ein Huf Haus immer unser Traumhaus war. Am Ende des Pfades wird wieder die
bekannte Straße erreicht, die aber auch nur überquert wird. Genau
gegenüber versteckt sich neben dem kleinen Häuschen der weitere
Abstieg. Als nächstes geht es ins super ruhige Tal der Wesenitz. Nach dem
kurzen Abstieg bis kurz vor dem Bach geht die Wanderung eigentlich nach
rechts weiter. Hier bietet sich aber noch ein ganz besonderer Platz an.
Ein
ganz kleines Stückchen nach links runter befindet sich die Teufelskanzel.
Bei diesem Rastplatz handelt es sich um eine riesige Felsmurmel, die in weit
vergangenen Zeiten in den Bachlauf gekullert ist. Auf diesem Felsen befinden
sich zwei Bänke, die zum Verweilen einladen. Nicht nur, dass es ein wirklich
schöner Platz ist, sondern hier kann man auch ganz hervorragend die scheuen
Wasseramseln (schwarze Amsel mit weißem Latz) beobachten.
Von diesem netten Rastplatz (natürlich wieder mit einem kleinen
Picknick) geht es dann weiter dem Bachlauf hinterher. Die Wesenitz ist ein
extrem ruhiger Bach bzw. ein besucherarmer. Das ist in dem Bereich zwischen
Schlosspark, Teufelskanzel und der Elbersdorfer Mühle ganz deutlich zu
merken. Schon ein ganzes Stück vor dem bebauten Gebiet wird der
Mühlgraben von der Wesenitz abgezweigt. Die Mühle wird heutzutage nur noch
zum Stromerzeugen genutzt. Das eigentliche Mühlengebäude sieht heutzutage
ziemlich verlassen aus, aber das Turbinen- und das Wohnhaus sind in einem
ganz hervorragend gepflegten Zustand. Besonders auffällig ist die
ungewöhnliche Fischtreppe neben dem Turbinenhaus.
Hier wird die Wesenitz für diese Wanderung auf der breiten Brücke überquert
und dann geht es an das letzte Teilstück der Wanderung, wieder zurück auf der
anderen Bachseite. Hier ist die Wanderung mit dem blauen Punkt
markiert.
Nach etwas weniger als ½ Kilometer passiert man einen
vollgelaufenen Steinbruch und zwei dazugehörende Wohnhäuser. Irgendwie sieht
der Steinbruch heutzutage richtig romantisch aus. Die Wasserfarbe ändert
sich immer mal wieder. Im Sommer 2010 war die gesamte Wasseroberfläche
leuchtend grün und ein tiefliegendes Ruderboot dümpelte am Rand. Mich würde
schon brennend interessieren, wie tief hier das Wasser ist.
Die Wanderung folgt der Wanderwegmarkierung weiterhin und schon bald ist
wieder die kleine Brücke in den Schlosspark erreicht. Damit schließt sich
die Wanderung und der Ausgangspunkt ist nicht mehr besonders weit entfernt.
Die Meinungen zu dieser Wanderung sind ziemlich unterschiedlich, da die
kleinere Wanderin immer noch mit dem Begriff Zwergenhöhle hadert. Aber
trotzdem konnten wir uns darauf einigen, dass es sich um eine empfehlenswerte
Wanderung handelt, die doch so einige interessante Punkte (Schloss mit Park, Zwergentunnel, Wesenitz, Schöne Höhe) bietet.
Kleiner Nachtrag:
Inzwischen wissen wir auch, wie den die Sage "Der große Schatz auf der
«Schönen Höhe» bei Dittersbach" lautet:
Eines Tages ging der alte Herr von Quandt wieder einmal hinauf zu seinem
Lustschlosse «Schönhöhe». Sinnend stieg er zu ihm durch den Wald empor. Da
sah er seitwärts am Wege vor Felsenspalte ein zwergartiges Männlein mit
langem, grauem Barte stehen. Das winkte ihm. Herr von Quandt schaute
neugierig in den Spalt jenes Felsens und erblickte zu seiner großen
Verwunderung eine Höhle, in der Gold und Edelsteine funkelten. Das Männlein
forderte ihn auf, doch nur zuzugreifen. Da aber schloss sich plötzlich der
Spalt jenes Felsens, und von einer Höhle war nichts mehr zu sehen. Auch das
Männlein war spurlos verschwunden.
Noch oft ging Herr von Quandt an jenem Felsen vorüber, aber nie wieder ist
ihm das Zwerglein erschienen. Als er später die Umgebung seines
Lustschlosses mit hübschen Anlagen versehen ließ, hat er durch jene
Felsenpartie einen kleinen Tunnel legen lassen. Doch die stille Hoffnung,
bei dieser Gelegenheit vielleicht auf den verborgenen Schatz zu stoßen,
erfüllte sich nicht. Wohl aber fand der Grundherr viele kostbare Schätze auf
den von ihm sorgfältig bestellten Feldern, die zum Rittergute gehören. Der
von ihm rationell betriebene Ackerbau brachte ihm hohen Gewinn.
Der Kommentar der Tochter war daraufhin, dass gibt dem Ganze dann auch einen
Sinn. Glück gehabt. |