Die Wanderungsplanung fing damit an, dass uns
gleich mehrere Leser unserer Internetseiten zum Thema Boofen angeschrieben
hatten. Ich wusste, dass es diese Freiübernachtungsplätze an richtig vielen
Stellen gibt, aber wo genau, war mir bis zum Start der einzelnen Wanderungen
immer unbekannt. Auf schon sehr vielen Wanderungen sind uns immer mal wieder
einzelne dieser Schlafplätze begegnet, aber eine Liste mit z.B.
den Koordinaten habe ich im Internet nicht gefunden. Auf der Internetseite
des Nationalparks gibt es eine Liste der offiziellen Boofen, aber leider nur
mit dem Namen und einer sehr groben Karte. So sollte das eigentlich nicht
bleiben und deshalb haben wir uns der Sache angenommen. Um möglichst viele
Boofen zu finden, haben wir uns insgesamt vier Wanderrunden zu den Boofen in der
Hinteren Sächsischen Schweiz ausgedacht und diese Runden nach den einzelnen
Gebieten Schrammsteine,
Schmilka,
Wildensteine und natürlich der
Bereich des Zschand sortiert. Die
einzelnen Wanderungen sind aber nicht nur zur Boofensuche gut geeignet,
sondern jede der Runden ist auch ganz hervorragend als eine selbstständige
Wanderung durchzuführen und hat mal wieder zu neuen Plätzen bzw. Pfaden
geführt. Für die Mitmenschen, die mit einem Navigationssystem durch den Wald
flitzen, können die Wanderungen zu einer Abwandlung von Geocaching werden,
da man mit dem Navigationssystem die einzelnen Boofen ganz hervorragend zu
einer Art moderner Schatzsuche benutzen könnte.
Bei dieser Boofensuche ist es ganz extrem, es wird ein wildes Zickzack
unternommen und es geht auch wieder auf Wege, die den meisten Wanderern
fremd sein dürften (inklusive mir) und so ist es eine unterhaltsame Runde.
Der Startpunkt liegt am Wanderparkplatz vor Schmilka und von hier geht es
auf der gegenüberliegenden Straßenseite der B172 über den breiten Forstweg
mit dem Namen Holzlagerplatzweg los. Warum auch immer der Weg so heißt,
heutzutage habe ich hier noch nie einen Holztransporter gesehen. Auf diesem
Forstweg verläuft die Wanderung sehr angenehm ca. 300 Meter, bis nach links
der erste Aufstieg beginnt. Dieser Aufstieg durch den Aspenbloß gewinnt auf
kurzer Strecke einiges an Höhe und nach 120 Höhenmetern erreicht man
den ersten breiteren Waldweg. Diesem folgt man nach links und bald erreicht
man den Elbleitenweg, der sich zwischen der Elbe und den Schrammsteinen auf
halber Höhe entlang schlängelt. Hier ist der Elbleitenweg mit dem grünen
Punkt
markiert und man geht dieser Markierung nach links hinterher. Nach
wenigen hundert Metern erreicht man den ersten Zugang zur
Boofe am
Teufelsturm. Ich würde mal schätzen, dass es unter den 57 offiziellen
Boofen keinen Zugang gibt, der auffälliger gebaut worden ist. Hier könnten
ganze Horden Freiübernachter entlang ziehen, ohne eine Heidelbeerpflanze
umzuknicken.
Von dieser ersten erfolgreichen Boofensuche geht es wieder ein paar Meter
den Elbleitenweg zurück in Richtung Schmilka, bis nach links die Wandermarkierung grüner Strich
über einige Stufen auf die Schrammsteine
aufsteigt. Nachdem man alle Stufen des Aufstiegs geschafft hat, verlässt man
den markierten Weg und es geht nach rechts auf einem unscheinbaren Pfad auf
einem Felsband entlang. Dieser Pfad schlängelt sich erstklassig um die
einzelnen Felsenausläufer und dadurch kommt man natürlich auch an die
einzelnen Vorderseiten der Felsen und kann jeweils eine sehr schöne Aussicht genießen.

So ist z.B. die Aussicht am Großvaterstuhl erstklassig.
Ungefähr
200 Meter hinter dem künstlich ausgearbeiteten Sitzplatz erreicht man die
Boofe auf dem oberen Band westlich der Rotkehlchenstiege. Kurz dahinter
passiert der Pfad eine Stelle, an der das Felsband schon ziemlich schmal
ist. Da der Felsen aber nicht senkrecht abfällt, kann man hier noch ganz gut
entlang gehen.
Die Rotkehlchenstiege überquert den Pfad und es geht weiter
auf dem Felsband. Ca. 200 Meter hinter dem beliebten Aufstieg kommt noch mal
eine richtige Herausforderung an die Schwindelfreiheit.
Hier ist das
Felsband genauso schmal wie wenige Meter vorher, aber dafür fällt hier der Felsen
senkrecht ab. Wer diese Stelle nicht passieren kann, der kann bis zur
Rotkehlchenstiege zurück wandern und über den Zurückesteig bis zur Heiligen
Stiege einen Schlenker einlegen.
Über beide Möglichkeiten erreicht man die
Heilige Stiege und die geht es dann bergabwärts. Die Heilige Stiege ist
heutzutage die längste Eisentreppe der Sächsischen Schweiz. Der Name Heilige Stiege ist dadurch entstanden, dass
früher die Leute aus Schmilka
Sonntags diesen Weg rüber nach Lichtenhain zur Kirche gewählt haben. Über
solch eine Strecke könnte man heute keinen mehr zum Gottesdienst bekommen.
Nachdem man die langen Eisentreppen passiert hat, geht es den zweiten
Kletterzugang (Aussparung in dem Besucherlenkungsgeländer) nach rechts. Der
Pfad führt in eine Senke, und nach etwas mehr als hundert Metern erreicht
man die Boofe unterhalb der Bussardwand.
Diese Boofe sieht so aus, als
wenn sie nur sehr selten genutzt wird. Die Wanderung führt wieder zurück auf
den Zugang der Heiligen Stiege und ein kurzes Stück wieder bergauf. Ganz
knapp vor der Eisentreppe befindet sich der erste Kletterzugang und hier
geht es auf das untere Felsband. Obwohl ich im Bereich von Schmilka ziemlich
häufig unterwegs bin, war es mir noch nicht bewusst, dass es zwei
unterschiedlich hohe Felsbänder gibt. Das untere Felsband ist einfacher als
das obere zu gehen und so schlängelt sich der Pfad ganz nett 50 Höhenmeter
unterhalb des Hinweges. Nach der zweiten Umrundung des Verborgenen Horns
erreicht man bald die Rotkehlchenstiege. Um noch die
Boofe auf dem unteren
Band westlich der Rotkehlchenstiege zu erreichen, überquert man die Stiege
und findet die riesige Boofe.
Der Pfad führt vor der Boofe entlang und schon erreicht man den unteren Teil
des Großvaterstuhls. Hier sind gleich drei Boofen zu finden. Auf der
Nordöstlichen
Seite des Falknerturms ist die erste Boofe. Danach kommt erst noch
ein kurzes Kletterstück durch einen Felseinschnitt oder ein paar Meter weiter
unter einem Felsüberhang drunter her. Beide Möglichkeiten bringen in den
Verlauf der Wanderung eine interessante Abwechslung. Auf der Rückseite bzw.
Westseite der Falknertürme
befinden sich die nächsten zwei Boofen. Wenn man
an diesen beiden Boofen vorbeiwandert, kommt man in den Rauschengrund bzw.
den Zugang der Starken Stiege. Der Pfad verläuft hier schon nicht mehr auf
einem Band, sondern am Felsfuß. Wenige Meter vor der Starken Stiege befindet
sich rechts die
Rauschengrundboofe in einer Höhle in der rechten Talseite. Die nächste Boofe liegt auch noch im Rauschengrund. Um diese Boofe zu
erreichen, muss man erst in die Senke absteigen, um dann gleich auf der
gegenüberliegenden Seite wieder bis zum Felsfuß hoch zu klettern. Diese
Boofe befindet sich unterhalb des
Rauschengrundkegels und ist wieder eine
der größeren Boofen. Für die letzte Boofe im Rauschengrund geht es zurück auf
den Zugangspfad der Starken Stiege und von dort die Senke weiter bergab. Auf
der rechten Seite des Talkessels erkennt man, das hier die Felsenkette
unterbrochen ist und genau an dieser Stelle befindet sich die Boofe der
Rauschengrundverschneidung. Dazu muss man die paar Höhenmeter bis zum
Felsen hoch klettern und staunen, wie viele Kletterer hier die Felsen
besonders gerne erklimmen. Bei schönem Wetter sieht es hier schon mal eher
nach einem Ameisenhaufen aus.
Die Wanderung führt wieder runter in die Senke des Rauschengrundes und dann
auch weiter talwärts. Auf der linken Talseite (von oben gesehen) sieht man
die Felsen der Falknertürme. Der vorderste Felsen steht etwas separat und
bietet einen Durchgang auf die Ostseite. Genau dort befindet sich die
Boofe
am Pionierturm. Um diese Boofe zu erkunden, muss man entweder den Kreuz-und-Quer-Weg
den Hang hoch wählen oder man wandert bis runter zum Elbleitenweg und
steigt von dort über den Kletterzugang wieder zum Felsen auf. An der Pionierboofe ist besonders auffällig, dass hier einige riesengroße
Koniferen stehen. Ein paar sind zwar in der letzten
Zeit (Anfang 2009) gefällt worden, aber komischerweise ist ein ganzer
Bereich mit Jungbäumen stehen gelassen worden.
Die Wanderung führt bis runter zum bekannten Elbleitenweg und man folgt der
Wanderwegmarkierung grüner Punkt
, bis nach ca. 100 Metern nach links die
Markierung gelber Strich
abbiegt. Es geht in den Heringsgrund hinein.
Bei dem Heringsgrund ist besonders der Untergrund auffällig. Hier sind schon
riesige Mengen Sand ins Tal gespült worden und so steigt man ziemlich strandmäßig in die Richtung der Heiligen Stiege auf. Der Weg verläuft fast
schnurgerade durch das Tal und am ersten Linksknick verlässt man den
Wanderweg. Auf der rechten Seite ist eine abgetragene Böschung zu erkennen,
die den Zugang zur Wenzelwand bildet. Der Pfad steigt deutlich an und nach
300 Metern hat man die Boofe
erreicht. Als ich die Boofensuche das erste Mal unternommen habe, hatten
hier oben drei Mädels ihr Lager aufgeschlagen und waren vollkommen
irritiert, einen Wanderer zu treffen. Aber eigentlich kein Wunder, da der
gesamte Talkessel eine Sackgasse ist und man hier nur bis zu der riesig
hohen Felswand gehen kann und es dann wieder zurück geht. Die drei Frauen
hatten in einem ziemlich seltsamen Gebilde Hängematten
und ihr Hab und Gut aufgehängt.
Die Wanderung führt wieder hinunter bis zum Zugang der Heiligen Stiege im
Heringsgrund. Nachdem man dort den markierten Weg (gelber Strich) wieder
erreicht hat, geht es ein Ministück von maximal 100 Metern talabwärts und
dann wieder nach links auf einem unscheinbaren Pfad in die Richtung der
Felsen. Bei diesem Pfad handelt es sich um den Zugang zur Rübezahlstiege.
Kurz vorm Erreichen der hinteren Felswand liegt auf der linken Talseite die
Boofe am Schwarzen Horn. Um die nächste Boofe zu erreichen, steigt die
Wanderung noch ein Ministück in die Richtung der Rübezahlstiege und biegt
dann nach links auf einen dieser Trampelpfade ab. Ziemlich genau auf der
gegenüberliegenden Seite der vorherigen Boofe erreicht man die
Boofe unterhalb des
Märchenturms. Auch wenn ich es mir nicht erklären kann, so scheint die Märchenturmboofe
weniger beliebt zu sein als die Boofe am Schwarzen Horn. Aber vermutlich
sind auf der linken Talseite mehr interessante Kletterfelsen als auf der
rechten Seite. Hinter der Märchenturmboofe erfolgt die weitere Boofensuche immer am
Felsfuß entlang. Nur an einer Stelle sieht es so aus, als wenn der Pfad
nicht weiter führt. In dieser Felseinkerbung liegen einige Felsenmurmeln
ziemlich wild durcheinandergewürfelt herum, aber mit ein paar größeren
Schritten kann man diese Hindernisse ganz gut überwinden. Ziemlich
überraschend ist auf einmal ein Hinweisschild, das einerseits
die Richtung Rübezahlstiege und andererseits den Kletterzugang zum Felsen
Heringsgrundturm kennzeichnet. Die Wanderung führt weiter und man erreicht
die Boofe am Sprunghorn. Wenige Meter hinter der Boofe hat man eine
erstklassige Aussicht in das Tal des Heringsgrundes. Der Pfad überquert den
Lehnsteig und erreicht hinter der nächsten Kurve die beiden
Boofen östlich
und südlich des Lehnriffs.
Auf einer meiner Erkundungstouren zu diesen
Boofen musste ich hier ziemlich staunen, da ich das Gebrabbel von einem Baby
hörte, aber nirgends so einen Zwerg fand. Er steckte vollkommen eingewickelt
in einer Hängematte, die komplett um ihn herum geschlungen war und damit den
Zwerg vorm Herausfallen schützte. Das sah sehr lustig aus und war eine ganz
sichere Aufbewahrungsmöglichkeit für dieses Baby von kletterbegeisterten
Eltern (die natürlich in seiner Nähe waren). In der Boofe südlich des
Lehnriffs turnten ein paar Kletterer mit einem riesigen Hund herum. Dieses
Kalb an Hund hatte gerade einen richtigen Happen Sand zu sich genommen
und knirschte übelste Sorte mit den Zähnen. Nur bei dem Geräusch konnte ich
mir sehr gut den Sand im eigenen Mund vorstellen. Igitt.
Die Wanderung führt immer noch weiter auf dem Pfad, der inzwischen mehr zu
einem Felsband geworden ist. Oberhalb des
Wurzelwegs muss man noch einmal ein ganz kleines Stück durch einen
Felseinschnitt klettern. Hinter dem Felseinschnitt erreicht man dann vollkommen
überraschend eine Kletterwand, die entweder von einem
Kletterveranstalter zum ersten Üben benutzt wird oder einfach nur
eine äußerst beliebte Wand ist. Auf jeden Fall standen hier auf dem Felsband
mindestens 20 Kletterer herum, die entweder jemanden sicherten oder selber
mit irgendwelchen Vorbereitungen beschäftigt waren. Die Wanderung erreicht
den Wurzelweg. Um auch noch die letzte Boofe zu erreichen, geht es noch mal
300 Meter den Weg nach oben in Richtung Großer Winterberg, bis der
nächste Kletterzugang nach links abbiegt. Hier befindet sich die
Wurzelboofe
nur 50 Meter neben dem Wurzelweg. Diese Boofe liegt nett versteckt hinter
einer Felsmurmel, ist aber trotzdem durch den Zugang ganz gut zu finden.
Nachdem jetzt alle offiziellen Boofen im Bereich des Schmilkaer Kessels
entdeckt wurden, geht es auf den Rückweg zum Ausgangspunkt. Damit das aber
nicht ganz so anstrengend ist wie der Weg bis hierhin, steigt man über den
grünen Punkt
den Wurzelweg bergabwärts.
Je länger man der
Wanderwegmarkierung folgt, desto breiter wird der Weg, bis es sich am
Elbleitenweg um einen breiten Forstweg handelt. Insgesamt geht es etwas mehr
als zwei Kilometer dem grünen Punkt hinterher, bis nach links die
Wanderwegmarkierung grüner Strich
in Richtung Kleine Bastei abbiegt.
Auch wenn die Wanderung jetzt schon ziemlich anstrengend ist,
so
sollte man unbedingt noch den Abstecher bis zur
Aussicht Kleine Bastei unternehmen.
Warum auch immer so viele Aussichtspunkte ins Elbtal immer wieder Kleine Bastei
genannt werden, erschließt sich mir nicht, aber der Aussicht tut das keinen
Abbruch und man sollte sie genießen. Nach diesem Abstecher geht es
weiter auf der Markierung runter ins Elbtal. Nachdem man den breiten
Forstweg mit dem Namen Holzlagerplatzweg wieder erreicht hat, sollte man den
markierten Wanderweg verlassen und nach rechts abbiegen. Der
Holzlagerplatzweg führt wieder bis zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Damit ist eine interessante Runde zu Ende gegangen, die zu einigen
Punkten geführt hat, die man als ganz normale Wanderung sicher niemals
ansteuert.
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