Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Mitte letzten Jahres (Juli 2010) bin ich am
Luchsgehege beim Bad Schandauer Aufzug vorbeigekommen und habe gestaunt, in
welch luftiger Höhe einer der drei Luchse in einem Baum lag. Irgendwie
dachte ich mir noch, ob der nicht von dort auch über den Zaun springen
könnte und habe den Gedanken sogar noch beschrieben (Stille
Affensteine Wanderung), aber dann wegen des doch schon langjährigen Bestehens des
Geheges gleich wieder verworfen. Tja, im Herbst 2010 ist der Luchs dann
nicht von seinem Schlafplatz gesprungen, sondern heruntergefallen und dabei
auf der falschen Seite des Zauns gelandet. So zumindest der Bericht in der
Zeitung. Da ich neugierig war, wie es den beiden verbliebenen Katzen geht,
bin ich sie mit einer schönen Winterwanderung besuchen gegangen.
Damit es nicht nur ein langweiliger Besuch mit dem Auto wird, habe ich eine Wanderung von
Altendorf aus dorthin unternommen. Der Startpunkt liegt an einem der beiden
Parkplätze und von dort geht es ein paar Meter auf der Dorfstraße in Richtung
Sebnitz bis zur ersten Möglichkeit nach rechts. Bei diesem Abzweig handelt es sich um den Wiesenweg, der parallel zum Dorfrand
verläuft. Nach 300 Metern erreicht man den Panoramaweg, der geradeaus (der
Wiesenweg macht hier einen Knick nach links) aus dem Dorf auf
die Felder hinausgeht. Der Panoramaweg verläuft an dieser
Stelle quer über eine große Ebene, die eigentlich ziemlich langweilig zu
wandern ist, wäre nicht das schöne Panorama, z.B. auf der linken Seite die
Schrammsteine. Ganz besonders schön sehen die Felsen in der Abendsonne oder
bei sonnigem Winterwetter aus.
Als ich die Wanderung unternommen habe, war es leider eher ein trüber Tag mit 20 -
30 cm Schnee. Nach einer Strecke von einem Kilometer biegt der Wanderweg im rechten Winkel
nach rechts ab. Hier standen bis vor ein paar Jahren ein
Hochsitz und ein Wanderweghinweisschild, die aber jetzt verschwunden sind. In der schneefreien Zeit ist das
tatsächlich kein Problem, aber bei ordentlich Schnee kann das Finden des
Weges schon ein bisschen abwechslungsreich sein. Ich war mir über
die richtige Stelle sehr sicher und bin doch zu früh abgebogen. Damit bin ich
dann in einer ordentlichen Furche bis über die Knie im Schnee
versunken.
Der Panoramaweg geht leicht abfallend und mit ein paar wenigen Stufen in
eine bewaldete Senke hinein und auf der anderen Seite wieder heraus. Hinter
der Senke geht es wieder am Waldrand entlang. Bald ist der große Parkplatz bei der
Kleingartenkolonie Kiefricht erreicht. Eigentlich müsste die Wanderung links
hinten in der Ecke (vom Panoramaweg aus gesehen) weiter gehen, aber hier
bietet sich ein verborgener Schatz zur Besichtigung an. Wenn man am linken
Rand des Parkplatzes entlang wandert, dann führen in der linken vorderen
Ecke ein paar Pfade leicht ansteigend von dem Parkplatz weg.
Am höchsten
Punkt steht eine Sandsteinsäule mit dem Konterfei von Schiller. In dem alten
Schiller- Denkmal befindet sich die Inschrift 18. November 1859. Blöderweise
weiß ich nicht, was dieses Datum mit Schiller zu tun hat. Ich vermute, dass
es nur das Aufstellungsdatum der Säule ist.
Nicht nur diese Säule versteckt sich hier ganz hervorragend, sondern gleich
unter der Säule befindet sich auch noch eine kleine Grotte.
Diese erreicht
man 10 Meter neben der Säule von der Kirnitzschseite. Die Grotte ist 2 x 2
Meter groß und hat eine interessante bogenförmige Decke. Ziemlich seltsam
war, dass hier im Herbst 2010 ein paar richtig teure Wanderschuhe stehen
geblieben sind. Wer schafft es, solche Schuhe hier zu vergessen? Wenn ich
meine Treter ausgezogen habe und dann wieder loslaufe, dann merke ich das
ganz sicher. Seltsam.
Von diesem Punkt geht es wieder auf den offiziellen Panoramaweg zurück.
Dafür geht es an der Stirnseite des Parkplatzes in Richtung der
Kleingartenanlage. An der ersten Möglichkeit geht es nach links auf dem
breiten betonierten Weg leicht abfallend hinunter. Es wirkt schon ziemlich
komisch, dass der Waldweg hier so gigantisch ausgebaut ist, aber das liegt
daran, dass sich am Ende dieses Weges die Gaststätte Schlossbastei befand.
Das Gasthaus gibt es schon lange nicht mehr, aber der betonierte Weg hält
noch gut. Das erste
Stückchen des Weges heißt Neuweg. Hier hat man im Winter durch die Bäume
nach ca. 300 Metern einen ganz hervorragenden Blick auf die Kirnitzschtal-Klinik und auf den Stadtpark von Bad Schandau. Die Wanderung
geht weiter in nördliche Richtung auf dem betonierten Weg.
Der Name
des
Weges ändert sich von Neuweg in Wieckpromenade und endet an einem ehemaligen
Parkplatz. Hier steigen ein paar Stufen zu einer schönen Aussicht über Bad
Schandau hinunter. Die Aussicht besteht aus zwei Ebenen und war im Ursprung
das Gelände der Gaststätte Schlossbastei. Diese Gaststätte war ein sehr
beliebtes Tanzlokal und weit über die Grenzen von Bad Schandau bekannt.
Eigentlich muss einen das bei dieser Lage nicht wundern. Schade, dass sie heutzutage nicht mehr vorhanden ist, aber wenigstens
ist die schöne Aussichtsterrasse geblieben.
Für die weitere Wanderung geht es wieder auf den ehemaligen Parkplatz hoch
und dann nach links.
Die sogenannte Zaukenpromenade verläuft vollkommen
horizontal oberhalb von Bad Schandau entlang. Mit der Zaukenpromenade ist
man auch wieder auf dem Panoramaweg, der nach ca. 100 Metern nach links
abbiegt und über ein paar Stufen runter ins Zentrum von Bad
Schandau führt. Wenige Meter bevor man die Häuser erreicht befindet sich ein
kleiner ehemaliger Steinbruch, in dem eine Vielzahl Klettergriffe angeschraubt
worden sind. Hier kann man mit ausreichender Vorsicht versuchen, den ersten
Meter hochzuklettern. Danach wusste ich, warum die Kletterer immer so
drahtige Männer und Frauen sind.
Nachdem man die Poststraße erreicht hat, müsste eigentlich die Wanderung
nach links gehen, aber es empfiehlt sich, erst mal auf der Marktstraße geradeaus
zu wandern. Schon nach ein paar Metern erreicht man den Markt. Hier sind
gleich drei Besonderheiten zu entdecken. Zuallererst ist es das neu sanierte
Hotel (www.elbresidenz-bad-schandau.de).
Dass tatsächlich jemand den Mut hatte, die vielen verschachtelten und
verfallenen Gebäude am Markt so toll wiederaufzubauen,
verdient großen Respekt. Vor dem Hotel steht der Sendig-Brunnen. Dieser Brunnen wird
gerade wieder neu aufgebaut und ersetzt den komischen neumodischen Brunnen. Zu
guter Letzt ist noch die schöne Kirche, in die man einen kurzen Abstecher
unternehmen sollte. Nur von innen kann man erahnen, was die Hochwasser 2002
und 2006 in der Stadt Bad Schandau angerichtet haben.
Jetzt kommt ein hässliches Stück der Wanderung, da man am Rande an der
Bundesstraße in Richtung Schmilka/Tschechien (also von der Kirche kommend
nach rechts) wandern muss.
Zum Glück hat die Straße einen ordentlichen
Bürgersteig und so erreicht man nach ½ Kilometer den Aufzug.
Es ist
ein Wohlgenuss, zumindest für den Menschen, der Technik und Landschaft liebt,
mit dem gläsernen Aufzug nach oben zu schweben und dabei auf Bad Schandau
und das Elbtal zu blicken. Diese Aussicht kann man nach der Ankunft noch
länger genießen, da der Steg zum Aufzug auch noch mal zum Verweilen einlädt.
Am Ende des Steges befindet sich das sanierte Luchsgehege und zwei
Informationstafeln erklären erst mal
ein paar grundlegende Punkte zu dieser Katzenart.
Danach geht das Suchspiel
los. Wenn man Glück hat, dann sind beide verbliebenen Luchse gut sichtbar,
aber es kann auch vorkommen, dass der Papaluchs faul in seiner
Hütte liegt. Was bei den Tieren besonders auffällt, sind die lustigen
Pinselohren, der komisch kurze Schwanz und die ungewöhnlich großen Füße.
Wenn man liest, dass der Luchs in einer Entfernung von 50 Metern noch eine
Maus laufen hört, dann kann man sich gut vorstellen, dass man neben dem
Gehege keinen Radau machen muss, um auf sich aufmerksam zu machen.
Nach dem Besuch bei den beiden Luchsen geht es weiter aufwärts.
Hier erinnern zwei Gedenktafeln an Rudolf Sendig (www.rudolf-sendig.de).
Ihm verdankt Bad Schandau z.B. den Aufzug, den Brunnen am Markt, mehrere
herausragende Gebäude und eine besondere Attraktion in Ostrau. Die Wanderung
über den Fahrstuhlweg ist ganz angenehm und am Ende erreicht man die Häuser
von Ostrau. Hier kann man erst mal staunen, was für ungewöhnliche Häuser
hier oben stehen. Es handelt sich nicht um Allerweltshäuser, sondern um
schicke große Holzhäuser, die hier schon länger als ein Jahrhundert stehen.
Diese Villen hat Rudolf Sendig in einer Art Fertighaus-Methode bauen lassen
und selbst heute stehen, bis auf eine Ausnahme, alle Häuser noch in einem
spitzenmäßigen Zustand am Elbhang.
Es gibt einige Bilder als Zeitzeugen,
auf denen man deutlich erkennen kann, dass früher an dem Hang die Bäume
gerodet waren und damit diese Häuser eine tolle Aussicht runter ins Elbtal
hatten. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass die heutigen Hausbesitzer
diese Aussicht bestimmt gerne wieder hätten.
Um die Sendig-Villen führt der Ostrauer Ring und als Wanderer ist es
eigentlich egal, welche Richtung man einschlägt. Die rechte Seite an der
Talkante ist wegen den schönen Häuser interessanter. Beide
Straßen erreichen aber das große Gebäude der Falkenstein-Klinik. Hier befindet sich eine
Aussicht über die Ebene vor Ostrau auf die Schrammsteine bzw. den
Falkenstein. Nun folgt man ¼ Kilometer der Wanderwegmarkierung grüner
Punkt
bis zur Dorfstraße. Diese ist mit der Wanderwegmarkierung roter Strich
gekennzeichnet, auf der man nach links weiterwandert. Schon nach wenigen
Metern passiert man die Ostrauer Jugendherberge, die sich auf der rechten
Seite ein paar Meter von der Straße entfernt versteckt. Ich bin immer wieder
überrascht, dass "Jugend"herberge nicht unbedingt mit jungen Leuten zu tun hat, da hier
oben von den sehr netten Herbergseltern auch ältere Semester superfreundlich
empfangen und betreut werden. Dieses Haus ist vor ein paar Jahren
saniert worden und hat keine Ähnlichkeit mehr mit den Ferienaufenthalten
während meiner Schulzeit in anderen Jugendherbergen.
Der markierte Wanderweg verlässt bald die Ortschaft Ostrau und steigt über
den Waldweg mit dem Namen Ostrauer Berg ins Kirnitzschtal ab. Auf der linken Wegseite
befindet sich wenige Meter hinter dem Ortsrand eine Quelleneinfassung
mit der Jahreszahl 1809. Wenn man den Meter Aufstieg bis zur Tür der Quelle
unternimmt, dann kann man glasklares Wasser in dem Sammelbecken entdecken.
Nachdem man noch ein paar Meter abwärts gestiegen ist, dann erreicht man ein
Geländer auf der rechten Wegseite. Hier konnte man noch im Winter 2010/2011
deutliche Spuren des August-Unwetters erkennen. Das Regenwasser, das
hier von der Ostrauer Scheibe herunter lief, hat sich vor dem Geländer einen
Weg gefräst und einen tiefen Graben hinterlassen. Für Wanderer ist diese
Stelle ohne Problem zu bewältigen, aber Fahrzeuge kommen hier nicht mehr
vorbei.
Nachdem man fast unten im Tal angekommen ist und schon die ersten Häuser von
Bad Schandau passiert hat, biegt nach rechts der Niederweg ab. Hier stehen
gleich einige sehr schöne Häuser, die man bestaunen kann. Der Niederweg
endet ein paar Meter vor dem Straßenbahndepot. Hier muss man die Straße
überqueren und auf der gegenüberliegenden Seite sind auf der Höhe der
Ausweichstelle mehrere Aufstiege (6 - 7 Höhenmeter) zur Hartungpromenade.
Diese ist auch wieder mit der bekannten Wanderwegmarkierung roter Strich
gekennzeichnet. Der Weg über diese Promenade ist sehr angenehm zu wandern
und wenn man Glück hat, dann fährt unten auf der Straße eine der
Straßenbahnen vorbei. Das sieht irgendwie immer wieder nett romantisch aus
und hoffentlich wird die Straßenbahn noch lange erhalten bleiben.
½ Kilometer hinter dem Straßenbahndepot ist es mit dem angenehmen
Wandern in der Horizontalen zu Ende und es geht nach links aus dem
Kirnitzschtal heraus.
Der Aufstieg durch die Altendorfer Dorfbachklamm
erfolgt über einige Stufen. Vollkommen unauffällig versteckt sich unter der
großen Eisentreppe eine 33 Meter lange und 19,5 Meter tiefe Höhle. Diese Höhle ist
selbst bei Altendorfern unbekannt. Als ich sie mit unserer großen
Tochter das erste Mal besucht habe, war der Eingang mit einem ordentlichen
Spinnennetz versperrt. Das kommt bei blonden Mädels überhaupt nicht gut an...
(Anm. d. Mutter des blonden Mädels: igelige graublonde Papis sind auch
nicht tapferer bei den Achtbeinern!)
Der Aufstieg durch die Altendorfer Dorfbachklamm ist selbst im Winter mit
reichlich Schnee kein größeres Problem als im Sommer. Man muss bis zum Ende
der Klamm ungefähr 100 Höhenmeter überwinden. Noch vor dem Ortsrand
erreicht man eine Bank mit einer Gedenktafel an den Heimatforscher und
Dorflehrer Hermann Lemme. Herr Lemme hat mindestens zwei Wanderführer zur
Sächsischen Schweiz herausgebracht, ganz besonders tolle Naturbeobachtungen
dokumentiert und ein gigantisches Register seiner eigenen Wanderungen (fast
4.000 Wanderungen) erstellt. Da müssen wir noch ein paar Jahrzehnte weiter
wandern, um auf so eine riesige Zahl zu kommen.
Von dieser Stelle geht es jetzt einfach immer nur den Weg bzw. die Untere
Dorfstraße aufwärts. Nachdem man ½ Kilometer durch Altendorf gewandert
ist, erreicht man die Sebnitzer Straße, die nach links bis zum Ausgangspunkt
gewandert wird. Die Wanderung hat mir sehr gut gefallen und der Gedanke,
dass irgendwo da draußen so eine große Katze durch den Wald streift, ist
ziemlich interessant. Hoffentlich überlebt der Luchs möglichst lange und
schafft es, einen Partner zu finden. Vielleicht gibt es dann nicht nur die
schönen hölzernen Luchse, sondern das scheue Tier auch so vereinzelt im
Wald.
Anfahrtsbeschreibung:
Auch wenn ich davon ausgehe, dass die
Wegbeschreibung bis Altendorf bekannt sein sollte, hier
ist sie perfekt beschrieben. Als Parkplatz bieten sich die beiden
großen Parkplätze von Altendorf an. Beide sind kostenlos und
normalerweise groß genug um alle Urlauber aufzunehmen. Das
"normalerweise" bedeutet: Es gibt eine Ausnahme, die heißt
Sonnenwendefest. Dann gibt es keine Parkplätze in Altendorf.
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
Dateigröße:
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Dateigröße:
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