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Die Wanderung zur Sachsenhöhle ist dadurch entstanden,
dass vom Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de)
eine Veranstaltung in dieser Höhle angekündigt wurde. Da ich sehr häufig in den
Büchern des Verlages nach neuen Zielen stöbere, fand ich es doch mal sehr
interessant, die Personen im Hintergrund kennen zu lernen. Da einfach
zur Höhle und wieder zurück zu latschen zu langweilig ist, musste gleich mal
eine schöne Wanderung mit dem Besuch verbunden werden.
Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist das Ende des Nassen Grundes im
Kirnitzschtal. Von hier geht es mit einer sehr angenehmen Steigung durch das
Tal des Nassen Grundes aufwärts. Komischerweise ist diese breite Forststraße
mit keiner einzigen Wanderwegmarkierung gekennzeichnet, aber das ist bei
diesem gut erkennbaren Weg auch überhaupt nicht notwendig.
Nach etwas
weniger als einem Kilometer, bevor die Steigung deutlich sichtbar zunimmt,
verlässt man den Forstweg und biegt nach links vorne ab. Hier geht es in
den Jordangrund und dieser weitere Aufstieg ist im Gegensatz zum Nassen
Grund ein schmaler Waldweg, der schon viel mehr nach einem tollen Wanderweg
aussieht. Nach einigen hundert Metern erreicht man wieder einen der breiten
Forstwege (es handelt sich um den Zeughausweg), der aber nur überquert
werden muss. Auf der gegenüberliegenden Seite wird der Aufstieg noch mal ein
Stückchen schmaler und es geht das erste Mal auf dieser Wanderung über einen
markierten Wanderweg. Es handelt sich um den gelben Strich
,
der durch das Sandloch aufwärts steigt. Noch bevor es an den richtigen
Aufstieg geht, sollte man nach einer Strecke von 350 Metern an der ersten
Möglichkeit nach links abbiegen. Hier befindet sich vollkommen unmarkiert
der Zugang zur Sachsenhöhle und dem Großen Dom. Schon nach wenigen Metern
gabelt sich der Weg noch einmal und der Zugang zur Sachsenhöhle biegt nach
rechts ab. Bei dem Namen Sachsenhöhle ist meiner Meinung nach ziemlich gemogelt
worden, da ich finde, dass eine Höhle irgendwie anders aussieht. Im Falle der
Sachsenhöhle ist es eine riesige Öffnung im unteren Teil einer Felswand,
eher ein Felsüberhang.
Aber eine Höhle würde ich eigentlich anders definieren. Vielleicht so,
dass die Tiefe der Höhle
mindestens gleich der Breite sein sollte. Auf jeden Fall reicht die Tiefe
der Sachsenhöhle dicke dazu aus, um hier trocken zu übernachten.
Die
Sachsenhöhle ist auch eine der offiziellen Boofen der Sächsischen Schweiz.
Die Veranstaltung des Stiegenbuchverlages stand unter dem Zeichen des 20-jährigen Jubiläums des Nationalparks. Hier wurden mehrere zum Teil sehr
kritische Diskussionen über die Kernzone und die Auslegung von Regeln
geführt. Obwohl man von dieser Strömung bei dieser Veranstaltung ausgehen
konnte, fand ich es sehr mutig und lobenswert, dass vom Nationalpark zwei Ranger anwesend waren. Für mich persönlich war die Veranstaltung sehr nett, da ich
doch mit sehr vielen Lesern unserer Webseite in Kontakt gekommen bin.
Von der Boofe geht es wieder zurück auf den markierten Wanderweg im
Sandloch.
Den Aufstieg am Kleinen Dom erreicht man ziemlich schnell, indem
man nach links auf die Felsen drauf zu wandert. Von den offiziellen Wegen
hinauf auf die Schrammsteine und Affensteine dürfte der Aufstieg am Kleinen Dom
der interessanteste und abwechslungsreichste sein. Der Untergrund wechselt
von Sandsteinstufen über Hühnerleiter bis zur echten Leiter, einmal befindet sich
der Weg auf einem schmalen (1 ½ Meter breiten) Felsband mit ein paar
Eisenklammern und dann hat man auf einmal eine erstklassige Aussicht von
einer Felskanzel. Der Aufstieg endet an einem der breiten Pfade auf den
Affensteinen. Hier ist es egal, welchen weiteren Weg man nimmt. Man kann
entweder noch ein paar Meter der gelben Wanderwegmarkierung folgen oder
schon nach rechts weiter auf dem Felsband entlang wandern. Beide Wege stoßen
nach ungefähr 300 Metern auf den gleichen Verbindungsweg zwischen den
Affensteinen und den Schrammsteinen. Hier geht es ein paar Meter (ca. 800 Meter)
unmarkiert nach rechts in die Richtung der Schrammsteine weiter, bis die Wanderwegmarkierung blauer Strich
erreicht wird.
Spätestens hier stellt man dann fest, an was für einem Tag man durch die
Sächsische Schweiz wandert. An einem normalen Wochentag oder einem
Wochenende im Winter begegnen einem hier von Zeit zu Zeit vielleicht ein paar Wanderer.
An einem Wochenende mit schönem Wetter oder sogar an einem der langen Wochenenden
können einem hier schon mal ziemlich viele Wanderer und auch mal Besucher in auffälligen
(ganz falschen)
Schuhen begegnen. Dann weiß man, dass man den falschen Wanderzeitpunkt
gewählt hat und im vorderen Teil der Schrammsteine über wahre Heerscharen
wird staunen können. Auch kann es bei so einem beliebten Wandertag zu
so mancher Wartezeit an den Engstellen kommen.
Der Wanderweg über die blaue Wanderwegmarkierung in die Richtung der
Schrammsteine ist wirklich ganz besonders angenehm zu wandern. Es handelt
sich auf fast der gesamten Strecke um einen breiten Weg, der aber nie von
irgendwelchen Fahrzeugen benutzt wird und der fast ohne Höhenunterschied
über die Felsen verläuft. Nach etwas mehr als einem Kilometer erreicht man
gleich neben dem Wanderweg die riesige Aussicht oberhalb der Breiten Kluft.
Diese Aussicht fordert richtig zum Verweilen auf und von hier kann man
entlang der Felswände auf die andere Elbeseite blicken. Die beiden kleineren
Felsen auf der Ebene mit den Feldern heißen Kaiserkrone und Zirkelstein.
Etwas weiter dahinter heben sich die beiden mächtigen Zschirnsteine empor.
Von dieser sehr beliebten Aussicht geht es weiter auf dem blau markierten
Schrammsteinweg. Hier wird der Weg schon ein kleines bisschen unebener und
man muss auch mal eine flache Felsmurmel überqueren. Je weiter man dem
Weg folgt, desto interessanter wird die Wanderung. Nach etwas weniger als
einem Kilometer steigt die Wanderung über ein paar Stufen, die in den Felsen
gearbeitet sind (keine Panik, links und rechts des Weges stehen Felsen),
abwärts und gegenüber geht es über ein paar schmale Eisentreppen wieder
aufwärts.
Wenn man nach rechts vom Felsen herunter blickt, sieht man
die große Wildwiese und dahinter die Hohe Liebe. Die vordere
Schrammsteinaussicht ist nicht mehr weit entfernt und wird nach einer
Minileiter von 5 Stufen auch schon erreicht. Der Aufstieg lohnt sich immer
wieder, da nicht nur der Blick auf die zerklüfteten Felsen ganz besonders
ist, sondern auch die Lage der Aussicht. Auf
der rechten Seite fällt der Felsen weit mehr als 50 Meter senkrecht ab und
links steht man auch ziemlich an der Felskante. Als ich die Wanderung
unternommen habe, waren leider an einem schönen Samstag riesig viele
Wanderer hier oben unterwegs und dadurch war der Genuss der Aussicht doch
gewaltig getrübt. Wenn sich die Besucher schon am Zugang zu den Aussichten knubbeln, dann kann ich, und vermutlich auch noch ein paar andere Wanderer,
die Schönheit der Natur nur begrenzt genießen.
Deshalb geht es jetzt von den Schrammsteinen runter und zur Hohen Liebe
hinüber. Um von den Schrammsteinen abzusteigen, bieten sich gleich mehrere Wege
an, aber für alle muss man zuerst ein paar Meter von den Aussichten zurück
wandern. Zuerst erreicht man auf der rechten Seite den Wildschützensteig,
dieser ist aber nur als Aufstieg gedacht. Nach ein paar weiteren Metern
findet man in dem bekannten Felseneinschnitt den Jägersteig. Über diesen
Abstieg geht es (auf der blauen Wanderwegmarkierung
)
vom Felsen mit einigen Eisentreppen und Leitern hinunter, bis die beiden
Pfade an der Vorderen Promenade wieder zusammentreffen. Hier geht es nach
rechts weiter über einen sehr bequemen Waldweg bis zum Schrammtor.
Erst
ein paar Meter vor dem großen Felsdurchgang wird der Weg etwas unebener und man
muss wenige Höhenmeter über ein paar Stufen absolvieren. Ziemlich
irreführend ist der Name Schrammtor, da es sich eigentlich überhaupt nicht
um ein Tor, sondern eher um einen Durchgang handelt. Trotzdem ist die Stelle
ziemlich imposant. Ganz besonders fällt ein Felsen auf, der für den weiteren Weg
umrundet werden muss. Hier sind schon einige tausend Kinder (und vielleicht
auch Erwachsene) hochgeklettert und das sieht man dem Felsen auch deutlich
an.
Die Wanderung führt noch ein kurzes Stück auf der blauen
Wanderwegmarkierung vom Schrammtor herunter, bis eine größere Kreuzung erreicht wird. Hier
treffen einige der markierten Wanderwege aufeinander und für den weiteren
Verlauf der Wanderung wird nach rechts auf den gelben Strich
gewechselt.
Nach ½ Kilometer erreicht man eine weitere Kreuzung, an der man nach
links abbiegt. Die ersten paar Meter sind noch mit dem grünen Punkt
markiert, aber nach ca. 50 Metern geht es auf dem breiteren Weg unmarkiert
weiter. Der Weg fällt mit einem angenehmen Gefälle in Richtung des
Falkensteins ab, der an der östlichen Seite passiert wird. Bald wird die
sehr gut ausgebaute Forststraße erreicht, die aber nur überquert wird und
auf der gegenüberliegenden Seite geht es auf der gelben Wanderwegmarkierung
weiter.
Im Gegensatz zu dem breiten Forstweg handelt es sich bei den nächsten 300
Metern um einen typischen Waldweg, der sehr gerne von Wanderern als Zugang zu
den Schrammsteinen benutzt wird. Nach den 300 Metern knickt der markierte
Weg nach links ab, die Wanderung führt aber nach rechts zwischen den beiden
Felswänden hindurch. Auch dieser Durchgang wird als Tor bezeichnet, in
diesem Fall handelt es sich um das Liebentor. Diese Stelle finde ich immer
wieder ziemlich seltsam, da man von der anderen Seite überhaupt nicht sieht,
dass sich hier eine Felswand, die sogenannte Teufelswand, befindet. Von dem
Durchgang geht es wenige Meter nach rechts, bis nach links im spitzen Winkel
ein Weg abbiegt. Ziemlich verdächtig ist, dass sich in der Senke hinter der
Teufelswand ein Wald mit Buchen befindet. Das deutet auf einen Untergrund
aus Granit hin. Der Aufstieg erfolgt mit einer relativ angenehmen Steigung,
bis am Ende der Senke ein Waldweg mit einem sehr seltsamen
Betonplattenuntergrund erreicht wird. Dieser weitere Aufstieg ist mit dem
roten Strich
markiert. Es geht also nach rechts weiter aufwärts. Nach ¼ Kilometer
biegt der Waldweg mit dem Beton nach links ab,
die Wanderung geht aber auf
der roten Markierung schräg rechts weiter und nach einem etwas steileren
Aufstieg ist bald die Hohe Liebe erreicht. Hier sind mindestens drei
besondere Dinge zu entdecken. Zuallererst fällt das sehr robuste
"Gedenkbuch" an verunglückte Bergsteiger auf, dann befindet sich auf dem Gipfel ein
größeres Denkmal an tote Bergfreunde und wenn man sich drittens den Untergrund
des Gipfels ansieht, dann stellt man fest, dass es sich um einen ehemaligen
Vulkan handelt. Leider ist die Aussicht von der Hohen Liebe, wie bei fast
allen Bergen der Sächsischen Schweiz, ziemlich eingeschränkt.
Zum Glück
werden wenigstens an zwei
unterschiedlichen Stellen Sichtachsen freigehalten, sodass man einerseits zum Bloßstock/Affensteine und andererseits
zum Falkenstein blicken kann. Sehr seltsam ist, dass man von der Aussicht
zum Falkenstein ein ganzes Stückchen höher ist als dieser sehr beliebte
Kletterfelsen.
Auf der östlichen Seite steigt die Wanderung auf dem rot markierten
Wanderweg wieder von der Hohen Liebe ab. Der Weg überquert einen
breiten Forstweg, der um die Hohe Liebe herumläuft, und dann steigt die
Wanderung über den Butterweg runter in den Nassen Grund. Damit ist der
Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht.
Wäre ich die Runde nicht an
einem sonnigen Samstag gelaufen, dann wäre die Wanderung bestimmt eine ganz
besonders schöne Runde gewesen. So aber musste ich mehrere Wanderer mit
weißen Schuhen ertragen, die um die Sauberkeit ihrer Treter bangten und
wegen
ein paar Sandsteinstufen eine Show veranstalteten. Ab jetzt sind die
Schrammsteine für mich an den beliebten Wochenenden gestrichen.
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