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Bei dieser Wanderung handelt es sich um den deutschen
Teil des Sebnitzbaches. Deshalb startet die Wanderung am ehemaligen
deutsch-tschechischen Grenzübergang. Die Sebnitz entspringt ca. 10 Kilometer
von der Grenze entfernt in der Nähe der Ortschaft Brtníky (Zeidler). Früher,
also vor der vollständigen
Grenzöffnung Ende 2007, haben hier sehr häufig
richtige Autoschlangen gestanden, aber inzwischen kann der Verkehr fast
ungehindert rüber fahren. Die Wanderung folgt der Böhmischen Straße bis zur
abknickenden Vorfahrtsstraße. Hier wechselt der Straßenname und es geht auf
der Langen Straße weiter. Der Sebnitzbach wechselt die Straßenseite und an
dem ersten Haus hinter der Brücke über den Bach kann man noch deutlich
erkennen, dass hier früher über einen Mühlgraben Wasser aus dem Bach
abgeleitet und an der Langen Straße entlang geführt wurde.
Von der
Vorderseite sieht das Gebäude zwischen dem Mühlgraben und dem eigentlichen
Bachlauf richtig schön aus, besonders der Eingangsbereich. Leider scheint es
leer zu stehen (Mai 2008).
Nach wenigen Metern steht auf der linken Straßenseite eine ausgemusterte
Lok, die auf die Firma Tillig (www.tillig-tt-bahn.de)
hinweist. Firma Tillig hat in Sebnitz ihren Produktionsstandort und, noch
viel besser, ein Modellbahnmuseum, das einen Ausflug wert ist. Über 2 ½
Etagen werden in dem Museum unterschiedlichste Modelleisenbahnlandschaften
präsentiert. Im Erdgeschoß darf man sogar selber mit ein paar Gleisen eine
eigene Eisenbahnstrecke aufbauen.
Ganz besonders gut hat uns
eine Anlage gefallen, in der ein kompletter Tagesablauf dargestellt wird.
Wenn nachts auf einmal die Leuchtreklame und ein Lagerfeuer angehen, dann
sieht das einfach nett aus. Bei den großen Landschaftsbildern ist es
schon sehr interessant, das Elbetal oder das Sebnitztal zu sehen. Was uns
auch noch gut gefallen hat, war ein Ladenbesuch im Anschluss an das Museum.
Es ist wirklich faszinierend, welche Vielfalt an wunderbar detaillierten Teilen für eine
Modelleisenbahn bzw. die Landschaft angeboten werden. Richtig gestaunt haben
wir über ein Gersten- und ein Sonnenblumenfeld. Leider ist das Hobby
Modelleisenbahn anscheinend richtig teuer, die Preise für so manche
Lok waren für uns wirklich überraschend.
Nach diesem sehr interessanten
Ausflug in eine Miniwelt geht es weiter über die Lange Straße in Richtung Marktplatz. Da die Lange Straße nicht gerade eine besonders
interessante Straße ist, empfiehlt es sich, die nächste Möglichkeit nach
links zu gehen, dann erreicht man die Sebnitz wieder und eine kleinere
Straße mit dem Namen Promenade. Der Name ist zwar sehr verführerisch, aber
eigentlich ist es eine Straße, fast nur ein Weg, auf der Rückseite von ein paar
Mehrfamilienhäusern.
Trotzdem ist der Weg hier lang viel schöner als auf der
Vorderseite, da man die Sebnitz nett dahinplätschern sieht. Erst kurz vor
dem Sebnitzer Markt kann man bzw. sollte man der Promenade nicht weiter
folgen und wieder zurück auf die Lange Straße wechseln. Hier überquert man
die Sebnitz mal wieder und hat einen schönen Ausblick auf einen kleinen Pavillon, der sehr gerne von Hochzeitspaaren für
Erinnerungsfotos benutzt
wird.
Der Pavillon ragt an einem Wehr über die Sebnitz und sieht wirklich
nett aus. Die Wanderung erreicht den Marktplatz von Sebnitz. In der Mitte befindet sich ein Springbrunnen, an der südlichen Seite steht eine alte
Postsäule. Die Hälfte des Marktplatzes wird als Parkplatz genutzt. An der
linken hinteren Seite, zumindest von der Langen Straße aus
gesehen, verlässt man den
Markt über die Straße „Mühlgäßchen“ wieder. Nach
wenigen Metern überquert man die Sebnitz mal wieder und steht vor einem
auffällig bunten Haus. Sein Haus so auffällig anzumalen, dazu gehört schon
eine ganze Portion Mut. Aber meiner Ansicht nach ist es eine echte
Bereicherung für Sebnitz. Vor dem bunten Haus fließt der Sebnitzbach entlang
und deshalb geht hier, der Sebnitz folgend, nach links weiter. Nach ein paar Metern
erreicht man das Museum bzw. die Schauwerkstatt Deutsche Kunstblume Sebnitz
(www.deutsche-kunstblume-sebnitz.de).
Bis heute ist Sebnitz der größte deutsche Hersteller von Kunstblumen. Dabei
handelt es sich nicht um die Plastikblumen, sondern um richtig schöne
hochwertige Seidenblumen. Früher waren große Teile der Stadt mit der
Fertigung dieser künstlichen Blumen beschäftigt, was man an noch sehr
vielen Fassaden lesen kann, aber heutzutage ist es auf ein paar wenige
Kleinbetriebe beschränkt. Hier ist es wie so ziemlich in allen
personalintensiven Fertigungsbetrieben: Die Chinesen können es billiger.
Die Wanderung geht über den Kreisverkehr hinweg und auf der
gegenüberliegenden Straße (Schillerstraße) weiter in die Richtung des
Busbahnhofs. Gegenüber vom Busbahnhof biegt nach rechts die Lessingstraße
mit der Wanderwegmarkierung roter Punkt
ab. Dieser Markierung folgt man aus dem Zentrum von Sebnitz heraus. Zuerst
führt der markierte Weg noch durch ein Wohngebiet, dann über die Schandauer
Straße, weiter nach Westen aus Sebnitz heraus. Spätestens am Ortsausgang
beginnt leider der hässlichste Teil der Wanderung, weil man hier ein
kurzes Stück auf der Landstraße (Hohnsteiner Straße) wandern muss. Kurz
hinter der Sebnitzer Kläranlage biegt der markierte Weg dann nach rechts in den
Wald ab. Der Weg steigt auf der Alten Böhmischen Glasstraße den Berg hoch.
Eigentlich ist der Aufstieg die falsche Richtung, da die Sebnitz mehr nach
Westen fließt, aber dieser markierte Schlenker über die alte Handelsstraße
ist ein viel schönerer Weg als die andere Alternative, über die Straße
weiter zu wandern. Schon nach ein paar Metern Aufstieg biegt der Weg nach
links ab und verläuft am Rande der Sebnitz entlang. Nach diesem kleinen,
aber versteckten Teilstück, muss man noch einmal die Landstraße überqueren
und dann fängt der schönste Teil der Wanderung an. Die Wanderung folgt
weiterhin der Markierung und erreicht nach einer schönen Strecke über ein
paar Wiesen den Rand von Ulbersdorf. Die Ortschaft wird aber nicht betreten,
sondern es geht nach links auf der selten befahrenen Straße abwärts zum
Ulbersdorfer Bahnhof. Hier ist der Streckenverlauf auch mit der
Wanderwegmarkierung nicht ganz so einfach zu erkennen. Zuallererst muss man
bis zum ehemaligen Bahnhofsgebäude und hinter diesem
steigt ein kleiner unscheinbarer Pfad die Böschung hinab. Hier ist aber auch
ein Hinweisschild mit der bekannten Wanderwegmarkierung zu sehen.
Jetzt
beginnt das ruhigste Stück der Wanderung. Der Weg
führt immer ganz in der Nähe des Baches entlang und ist mit wenigen
Ausnahmen sehr flach. Nur an zwei Stellen sind überhaupt merkliche
Höhenunterschiede zu bewältigen. Parallel zur Sebnitz und dem Wanderweg
schlängelt sich noch die Sächsisch-Böhmische Nationalparkbahn. Manchmal wird
die Bahnstrecke auch noch Sebnitztalbahn oder Sächsische Semmeringbahn
genannt. Der Name Sächsische Semmeringbahn ist aber seit 2006 von der
Windbergbahn e. V. Patent- und Markenrechtlich geschützt, aber seltsamerweise
noch auf sehr vielen
Wanderkarten für die Bahnlinie im Sebnitztal zu lesen.
Hier hat sich der neue Name noch nicht durchgesetzt. Das Sebnitztal ist ein
wunderbar ruhiges Tal, in dem man nur sehr selten andere Wanderer antrifft. Wenn man ganz besonderes Glück hat, dann kann man hier unten auch mal eine
alte Dampflok antreffen. Die Strecke wird wegen ihrer Romantik sehr gerne für
historische Fahrten genutzt und es wirkt auch wirklich nett, wenn hier eine
dampfende Lok durch das Tal schnaubt.
Nach einer Strecke von 5,6 Kilometern (etwas mehr als einer Stunde) erreicht
man die nächste Ortschaft, Kohlmühle. Hier steht überraschenderweise ein
Industriebetrieb für die Herstellung von Fußbodenbelägen. Das Firmengelände,
die Gebäude und der Schornstein wirken wirklich riesig in dem Tal.
Jetzt
kommt das letzte Teilstück. Es geht rechts von dem Fabrikgelände weiter.
Hier befindet sich eine schmale asphaltierte Straße, die nur relativ selten
von Autos befahren wird, da nur die Anwohner der Ortschaft Kohlmühle hier
lang fahren.
Auf
der rechten Straßenseite befindet sich die Grenze des Nationalparks Vordere Sächsische
Schweiz und im letzten Stück sieht man auch links und rechts des Tales die
eindrucksvollen Felsen aufragen. Kurz hinter dem Bahnhof Porschdorf erreicht
man den Zusammenfluss der Sebnitz und der Polenz. Ab hier heißt der Bach
dann Lachsbach und damit ist der deutsche Teil der Sebnitz erfolgreich
bewandert worden. Die Wanderung ist ziemlich unterschiedlich. Mal verläuft
sie auf einer relativ viel befahrenen Landstraße entlang, dann
wieder wird durch ein wunderbar ruhiges Tal gewandert.
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