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Die
Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich auf der Wanderung
Fünf Steine ein Schild am Gohrisch mit
der Inschrift "Aufstieg Falkenschlucht (schwieriger Aufstieg)" entdeckt
habe. So etwas macht doch gleich mal neugierig und so habe ich mir meine
große Tochter (8 Jahre) geschnappt und wir sind zu einer Mini-Erkundungstour
gestartet. Diese Wanderung ist nicht gerade eine typische Runde für uns, da
eigentlich eine Strecke von 2,5 Kilometern eher in die Kategorie
Spaziergang gehört. Da aber gleich zwei etwas anspruchsvollere Auf- und
Abstiege dabei sind, sprechen wir lieber nicht von Spaziergang. Es gibt aber
in der Sächsischen Schweiz doch einige Wanderer, ganz besonders die
Einheimischen, die gerne bis kurz vor den Gipfel fahren, auf den
Berg oder Stein hochklettern und dann sogar über den gleichen Weg zurückgehen.
Deshalb wird es bestimmt auch für diese Wanderung Leser und Nachwanderer
geben. Da ich nur sehr ungerne den gleichen Weg zurück gehe, ist die
Wanderung Gohrisch eine vollständige Umrundung des Gipfels geworden.
Der Startpunkt liegt an der Kreuzung zwischen dem Gohrisch und dem Papststein.
An dem kleineren der beiden Parkplätze erklärt eine Tafel den
Bodenlehrpfad, über den es auch das
erste Stück geht. Die ersten Meter auf der Gohrischsteinpromenade sind auch
noch ein Naturlehrpfad, der von der Mittelschule Papstdorf angelegt worden
ist. Der Wanderweg ist sehr angenehm zu gehen und durch die
abwechslungsreichen Stationen der beiden Lehrpfade auch noch interessant.
Beim
Bodenlehrpfad sind an mehreren Stellen Gräben ausgehoben worden, an denen
man deutlich einen Querschnitt durch die Bodenbeschaffenheit erkennen kann.
Innerhalb einer Tiefe von einem Meter ist eine Lehmschicht, eine Sandschicht
und oben ein bisschen Mutterboden zu erkennen. Es ist immer wieder
verwunderlich, dass selbst in einem normalen Waldboden nur 10 cm Mutterboden
zu erkennen ist.
Die Wanderung führt gegen den Uhrzeigersinn um den Gohrisch herum. Auf der
linken Wegseite ist der Felsen bzw. der Felsfuß deutlich zu sehen. Nach
etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Wegkreuzung mit einem
Hinweisschild auf den Aufstieg. Auf dem Weg bis zum Felsfuß passiert man
noch einen Rastplatz unter einer ordentlichen Felsmurmel, der auch als Boofe
bzw. Feuerstelle benutzt wird. Am Felsfuß angekommen, zeigt ein Wegweiser
auf die beiden südlichen Aufstiege zum Gohrisch. Für den Aufstieg wird bei
dieser Wanderung der linke Pfad (Falkenschlucht) gewählt. Ganz wenige Meter
neben dem Hinweisschild erreicht man eine Sandsteinbank mit der Inschrift "Dem Erschließer des Gohrisch Oberförster Emil Grünewald (1842 - 1892)
gewidmet".
Wieder ein paar Meter weiter beginnt auf der rechten Seite in einer
Felsspalte der eigentliche Aufstieg.
Der
Pfad ist wirklich interessant und nur ganz begrenzt schwierig.
Die
Reihenfolge der Herausforderungen sind: zuerst ein Stück durch eine
Felsspalte, dann ein paar normale Stufen, als nächstes eine Leiter mit 6
Stufen, ein paar Balkenlager mit ein paar Zentimetern Luft drunter und dann
noch zwei Leitern mit einem Balkenlager. Also eigentlich hatten wir uns
unter "schwierigem Aufstieg" schon etwas Spektakuläres vorgestellt, aber
damit sollte den Aufstieg durch die Falkenschlucht jeder schaffen.
Vielleicht scheitert man bei dem Aufstieg, wenn man von besonders großer
Höhenangst geplagt wird.
Uns hat dieses Teilstück auf jeden Fall gewaltig Spaß
gemacht
und
am Ende des Aufstiegs steht man auf dem Gohrisch. Die erste Aussicht, die
wir angesteuert haben, ist die ganz westliche (links).
Einerseits
steht hier eine wirklich lustige Wetterfahne und man hat natürlich eine
tolle Aussicht auf die Festung Königstein und den Lilienstein. Von hier geht
es weiter in die östliche Richtung über den Felsen bzw. zwischen ein paar
Felsspalten und über ein paar steinerne Stufen weiter.
Auf
der gegenüberliegenden Seite des Gohrischs befindet sich eine fast neue (1998
neu aufgebaute) Wetterschutzhütte, die ganz hervorragend für ein kleines
Picknick geeignet ist. Selbstverständlich hat man von hier auch noch eine
schöne Aussicht auf den Nachbarstein Papststein und den dahinterliegenden
Kleinhennersdorfer Stein.
Gleich neben der Hütte könnte man zwar auch vom Gohrisch wieder
absteigen, aber dabei handelt es sich um die langweiligste Variante und
deshalb geht es wieder ein kurzes Stück zurück. Zuallererst erreicht man auf
der rechten Seite den Zugang zur
Schwedenhöhle. Hier steigt man ein paar Meter über unterschiedlich große
Stufen hinab und erreicht damit eine von mehreren Schwedenhöhlen der Sächsischen
Schweiz.
Wie
mit allen diesen Höhlen ist es vermutlich eher so, dass hier Gegenstände
und nur für ganz kurze Zeit Menschen versteckt wurden, aber ein längerer
Aufenthalt ist bei der Größe der Höhle sehr unwahrscheinlich. Dass sich hier auch
Menschen eine Weile versteckt haben, kann man daran erkennen, dass das
Wasser aus einer Quelle aufgefangen wurde.
Die
Stelle lässt sich auch heute noch sehr gut an der Felswand gegenüber der
Höhle erkennen. Hier ist eine Wasserrinne, die in einem kleinen Sammelbecken
endet, in den Felsen geschlagen worden. Als wir die Stelle besucht haben,
war das Sammelbecken mit Sand und irgendwelchen vermoderten Blättern
gefüllt. Das konnten wir natürlich nicht so lassen und deshalb habe ich
versucht, das Zeug mit dem Schuh herauszuschieben. Blöderweise hat dieser
Schlamm
wirklich unangenehm gestunken und so hatte ich danach einen Wanderschuh, der
ähnlich wie die unteren Schichten im Watt stank. Das war mal wieder eine
große Erheiterung für meine Mitwanderin.
Von der Höhle geht es wieder das Ministückchen bis hoch auf den Hauptweg, um
dann auf der gegenüberliegenden Seite abzusteigen.
Auch
dieser Ab-/Aufstieg führt über ein paar Balkenlager, Treppenstufen und eine
Leiter. Das komische an den Balkenlagern ist, dass ein Aufstieg überhaupt
kein Problem macht, man bei dem Abstieg aber viel besser an den Balken
vorbeisehen kann und so viel vorsichtiger ist. Auch stelle ich mir immer
die Frage, ob diese Holzbalken mich auch aushalten oder ob ich der
Erste bin, bei dem der Balken beschließt, dass dieser Wanderer zu schwer
ist. Aber bis heute hat kein Balken auch nur geknackst. Nach ungefähr dem
halben Abstieg passiert man noch eine weitere Höhle oder Felsspalte auf der
linken Wegseite. Gleich am Eingang befindet sich auch eine Inschrift,
aber irgendwie haben wir es nicht geschafft, die Buchstaben richtig zu
entziffern.
Nach kurzer Strecke ist der Felsfuß erreicht und dann geht es geradeaus
weiter abwärts. Das Gefälle nimmt deutlich ab und man erreicht bald den
breiten Wanderweg mit der Wegmarkierung gelber Strich
.
Hier geht es nach links weiter. Die Wanderung umrundet den Gohrisch immer
noch gegen den Uhrzeigersinn. Netterweise sind in den letzten Jahren an
mehreren Stellen die Wanderwege von den Fahrstraßen auf parallel verlaufende
Waldwege verlegt worden und so ist es auch im Bereich des Gohrischs und der
Papstdorfer Straße. Die Wanderwegmarkierung roter Punkt
ist einer dieser Wege, der jetzt nach links weiter verfolgt wird. Die
Wanderung führt zwischen dem Gohrisch und der Straße entlang und macht
zwischendurch noch einen kleinen Schlenker in die Richtung des Felsens. Hier
sind noch zwei interessante Punkte zu entdecken. Zuerst ist es ein
ehemaliger Granitsteinbruch.
Er ist heute noch als eine deutliche Kuhle zu erkennen. Gleich ein paar
Meter unterhalb dieser Stelle
befindet
sich ganz unscheinbar der Zugang zu einem unterirdischen
Specksteinstollen
(zumindest wird er häufig so genannt). Der Eingang ist heutzutage durch
eine stabile Eisentüre gesichert. Angeblich soll der Stollen als
Fledermausquartier dienen. Sehr ungewöhnlich ist, dass nur der Eingang so
klein bzw. niedrig ist. Es gibt einige Fotos von dem Stollen im Web und
darauf kann man sehr gut sehen, dass der Stollen kurz hinter dem sogenannten
Mundloch eine Höhe von 2,5 Meter hat. Insgesamt soll der Stollen fast 100
Meter in den Felsen gehen und am Ende noch einmal richtig tief nach unten
abfallen.
Damit ist aber auch schon die kleine Erkundungstour zu Ende gegangen. Der
Ausgangspunkt liegt wenige Meter unterhalb des Specksteinstollens. Uns hat
die Runde ziemlich gut gefallen, da doch alles zu einer ordentlichen Wanderung
gehörende
enthalten war: Felsen, mehrere Aussichten und ein bisschen Aufregung durch
die Auf- und Abstiege. Dadurch, dass der Gohrisch im Gegensatz zum
gegenüberliegenden Papststein keine Gaststätte auf dem Gipfel hat, steuern
auch viel mehr Wanderer den anderen Gipfel an. Damit herrscht auf dem
Gohrisch mehr Ruhe als auf der Gegenseite.
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