Ich hatte in der Sächsischen Zeitung (www.sz-online.de)
gelesen, dass sich jemand mit dem Kleinen Zschirnstein und den dort
vorhandenen Wanderwegen beschäftigt hatte, weil auf dem kleinen Bruder des
höchsten Steins der Sächsischen Schweiz, dem Großen Zschirnstein, bis dahin überhaupt
keine Wege markiert waren. Das stimmte, wie wir schon auf der
Wanderung Zschirnsteine festgestellt
hatten. Schon damals fanden wir das
ziemlich komisch, da eine Vielzahl an Wegen und Pfaden über den Kleinen Zschirnstein kreuz und quer verlaufen und einige schöne Aussichtpunkte an
der Felskante sind. Der neue Rundweg sollte eine eigene Wanderwegmarkierung,
den gelben Punkt, erhalten und am Wanderparkplatz in Kleingießhübel
beginnen.
Um auf kurzem Weg zu den Zschirnsteinen zu gelangen, parkt fast jeder auf
dem Wanderparkplatz in Kleingießhübel und von hier geht es nach links (vom
Parkplatz aus gesehen) aufwärts. Obwohl in der Sächsischen Zeitung stand,
dass die Wanderwegmarkierungen erst im Herbst 2009 angelegt werden sollten,
so fanden wir im Oktober 2009 schon einen vollständig markierten Weg mit den
besagten gelben Punkten
. Der Aufstieg über den Wiesenweg ist
recht
angenehm und komischerweise ist der Waldweg in großen Teilen asphaltiert.
Ziemlich seltsam fanden wir den Felsbrocken gleich links von der Schranke.
Warum sind denn hier in den Felsen zwei Schlösser perfekt eingearbeitet, ohne
dass die Schranke irgendwelche mechanischen Antriebe hat? Hat es womöglich
etwas mit der wasserwirtschaftlichen Anlange auf der gegenüberliegenden
Wegseite zu tun? Auffällig fanden wir auch, dass der
Waldweg nach dem heftigen Schneefall im Herbst 2009 schon vollkommen von den abgebrochenen Ästen geräumt war. Die Straße zwischen Gohrisch und
Cunnersdorf war es bei unserer Hinfahrt zu der Wanderung noch nicht. Na ja. Die
Wanderung über den Wiesenweg ist sehr angenehm und die Vielzahl an
Kastanienbäumen hat unsere Wanderlaune noch gehoben. Zwischendurch kann man
auf der rechten Wegseite schon das Ziel der Wanderung sehen: Die Felsen des
Kleinen Zschirnsteins. Die Wanderung führt insgesamt 1 ½ Kilometer über den
Wiesenweg, bis es nach rechts auf den Flügel B weiter geht.
Hier hatten wir
bei unserer Wanderung einen kleinen Hindernislauf, da durch den nassen
Schnee auf den Laubbäumen doch so einige Äste und dünnere Bäume kreuz und
quer über den Weg gefallen waren. Aber umsonst waren die Wälder im Bereich
des Nationalparks nicht gesperrt gewesen. Nach einer Strecke von ½
Kilometer biegt nach rechts der eigentliche Zugang zu dem Kleinen
Zschirnstein ab. Auf diesem Weg kommt man nachher auch wieder zurück und so
ist dieses Teilstück ein Rundweg im Rundweg.
Auch hier steigt der Weg relativ angenehm an und man erreicht einen
Rastplatz mit einer Bank-Tisch-Kombination.
Hier ist die Wanderwegmarkierung
leicht irritierend, da man in alle Richtungen weiter gehen könnte. Es
handelt sich halt um einen Rundweg und so kann man sich die Richtung
aussuchen. Wir haben uns für die Richtung entgegen des Uhrzeigersinns (also
nach rechts) entschieden und auch hier ging es leicht aufwärts. Die
Wanderung erreicht bald den höchsten Punkt des Kleinen Zschirnsteins und man
ist überrascht, dass man mit 472 Metern einen der höchsten Berge bzw. Steine
der Sächsischen Schweiz soeben bestiegen hat. Ein paar Meter nach diesem
Gipfel erreicht man eine sehr schöne Aussicht mit hoffentlich einer
ordentlichen Weitsicht.
Das Einzige,
was hier wirklich stört, ist die
hässliche Antenne und das Gebäude. Da wir aber auch mit mehreren
Handys durch die Gegend laufen, sollten wir uns lieber nicht beschweren. In
diesem Fall scheint es sich um einen Sendemast von Vodafone zu handeln. Aber
der eigentlichen Aussicht tut diese technische Einrichtung keinen Abbruch und so
hat man einen sehr schönen Blick über
Kleingießhübel hinweg auf die
Tafelberge. Dieser Ausblick wiederholt sich noch so einige Male auf dem
weiteren Weg, aber seltsamerweise befindet sich der Kleine Zschirnstein in
einem Dornröschenschlaf, da die Wanderer, die sich in diese Ecke der
Sächsischen Schweiz verirren, normalerweise immer den Großen Zschirnstein
ansteuern. Aus unserer Sicht sind sich die beiden Berge, bzw. eigentlich nennt man
sie Steine, ebenbürtig. Die Wanderung führt an der Kante des Kleinen Zschirnsteins
entlang und ist sehr gut markiert. Zwischendurch sind immer wieder
einzelne Aussichten in den markierten Rundweg integriert. Was auf dem
Kleinen Zschirnstein auffällt, ist eine Vielzahl mehr oder weniger großer
Pfade. Ohne einen offiziellen Wanderweg haben die paar Besucher sich
irgendwie den Weg über die Ebene des Steins gebahnt.
Wenn man der gelben Wanderwegmarkierung folgt, wird man aber sehr gut
durch dieses Pfadgeflecht geführt und landet wieder am Ausgangspunkt mit
dem Rastplatz.
Jetzt beginnt der Rückweg und dazu muss man ein kleines Stück von 300 Metern
wieder auf dem bekannten Weg bis zum Flügel B zurück wandern. Der Flügel B
ist ein gut ausgebauter Forstweg, der zwischen den beiden Zschirnsteinen
verläuft. Nach ungefähr 200 Metern sieht man links vom Weg zwei Felsen,
die
sich aneinander gelehnt und so die Wildpretshöhle gebildet haben.
Angeblich sollen hier früher die Jagdgesellschaften ihr Geschossenes
zwischengelagert haben. Die Wanderung geht ein Stück geradeaus, bis es nach
rechts an den Abstieg geht. Zuerst ist es der Schifferweg und dann wird es
steiler mit dem Hirschgrund. Spätestens hier kann man an den Gesichtern der
entgegenkommenden Wanderer erkennen, dass man selber die bessere Richtung gewählt
hat. Der Aufstieg über den Hirschgrund ist viel anstrengender als die
Variante über den Wiesenweg.
Der Hirschgrund führt auch wieder nach
Kleingießhübel hinein. Ganz besonders fallen einem am Wegesrand mehrere
richtig mächtige Buchen auf. Diese Bäume dürften in ihrem langen Leben
schon so ein paar tausend Wanderer gesehen haben. Am Ortsrand bietet sich noch mal ein sehr schöner
Blick über das Dorf hinweg auf die linkselbischen Tafelberge. An der Kreuzung
der abknickenden Vorfahrtsstraße steht eine steinerne Säule, die zwar schon
mindestens einmal gekittet worden ist, aber auf der einen Seite die
Inschrift „Ort Kleingieshübel 1646“ trägt. Nicht schlecht, es gibt viele
Länder, die sind zu der Zeit noch nicht mal entdeckt gewesen, da hat man hier
schon Steinsäulen mit Richtungsangaben aufgestellt.
An der Straßenkreuzung geht es nach rechts und über den untersten Teil des
Wiesenweges wird der Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht. Es war
eine sehr nette, ruhige Runde, die ein paar schöne Aussichten geboten hat.
Auch, wenn aufgrund der neuen Markierung mehr Wanderer hierher kommen und es
dann nicht mehr ganz so ruhig und einsam ist, kann man nur zu dieser neuen
Wanderwegmarkierung gratulieren.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Vom Bahnhof fährt die
Buslinie R-251 bis
nach Kleingießhübel. Vorsicht diese Buslinie fährt nur Wochentags.
Auto:
Mit dem Auto fährt man über B 172 bis vor der Elbe die Straße nach Krippen abbiegt. Dieser Straße folgt man durch Krippen in die Richtung Cunnersdorf. Fast am Ende der Ortschaft Kleingießhübel befindet sich ein Wanderparkplatz auf der linken Straßenseite.
Empfohlener Parkplatz:
Kleingießhübel
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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