Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Beim Studium von ein paar Landkarten fiel mir
ein Eintrag im Lohmgrund mit der Beschriftung "ehemaliger Eisenbahntunnel"
auf. Komisch, sollte es nicht nur im Schwarzbachtal, sondern auch im
Lohmgrund eine stillgelegte Eisenbahnstrecke geben? Ein weiterer
interessanter Punkt war ein Eintrag von einem Schloss in Rottwerndorf. Damit
aus dieser kleinen Erkundung eine ordentliche Wanderung entsteht, habe ich
den Startpunkt nach Großcotta auf den Parkplatz hinter der Kirche gelegt.
Die Namensgebung von Cotta ist wirklich zu komisch. Auf vielen Karten stehen
die Bezeichnungen Groß- und Kleincotta. Seltsamerweise ist aber auf der
Zufahrt Cotta A und Cotta B ausgeschildert. Für diese Wanderung liegt der
Startpunkt in Großcotta, das als Cotta A ausgeschildert ist.
Für das erste Stückchen der Wanderung geht es vom Parkplatz nach links über
die Hauptstraße bis über den Ortsausgang heraus.
Kurz hinter dem Ortsausgang stehen auf der linken Straßenseite drei
Sühnekreuze mit einer guten
Informationstafel des Heimatvereins Cotta zu diesen Kleindenkmalen. Ein
paar Meter hinter den Kreuzen biegt die Vorfahrtsstraße nach links ab und
noch ein paar Meter später biegt nach links ein Feldweg ab. Bei diesem Weg
handelt es sich um einen schnurgeraden Feldweg, der leicht abfallend ins Tal
der Gottleuba hinunter geht. Nachdem man die Felder passiert hat, wandert man
durch einen lichten Wald mit einer sehr auffälligen Senke weiter. Hier hat
sich das Rinnsal neben dem Weg einen gewaltigen Graben gebuddelt. In dem
Wald passiert man auch Ruine Nummer 1. Ich bin immer wieder überrascht, dass
Häuser in solch einen Zustand kommen. Natürlich kann es sein, dass die
letzten Bewohner eines Haus ausziehen und danach keiner mehr einzieht. Das
Haus gehört danach aber doch immer noch jemandem und wer z.B. sein Auto über
mehrere Jahre irgendwo stehen lässt, wird auch zur Entsorgung verdonnert.
Ganz besonders eigenartig fand ich, dass auf dieser Wanderung noch mehrere Ruinen
auftauchten.
Am Ende des Abstiegs stößt man auf den Bachlauf der Gottleuba. Die Straße
macht einen Schlenker nach rechts, um dann nach links über den Bach zu
kommen. Das
Bachtal ist relativ breit und meistens fließen nur wenige Zentimeter Wasser
durch den Bach. Wenn man sich aber ansieht, wie lang und wie groß das
Einzugsgebiet der Gottleuba ist, dann kann man sich sehr gut vorstellen,
dass der Bach von Zeit zu Zeit gewaltige Wassermengen transportieren muss.
Das letzte Mal, als es gewaltig schief gelaufen ist, war das berüchtigte
Hochwasser 2002. Aber auch davor lassen sich an die 50 Hochwasser in den
letzten 500 Jahren nachweisen.
Die Wanderung erreicht gleich hinter der Brücke die breite Straße durch
Rottwerndorf. Es geht nach links an der Straße entlang. Dieses
Teilstück der Wanderung ist nicht gerade von herausragender Schönheit, aber
netterweise gibt es neben der Straße wenigstens einen ordentlich breiten
Bürgersteig und so wandert man an ein paar alten und häufig ungenutzten
Industriebrachen vorbei. Auf der rechten Seite befindet sich nach ½
Kilometer ein besonders ungewöhnliches Gebäude.
Es
handelt sich um das ehemalige Stellwerk des Bahnhofs Rottwerndorf. Hier
führte die Bahnstrecke von Pirna nach Gottleuba vorbei. Nachdem diese
Strecke zwischen Gottleuba und Rottwerndorf eingestellt wurde (1970), blieb
der Bahnhof aber noch als Umschlageplatz für die Wismut Uranerz Produktion
erhalten. Von Königstein bis zum Bahnhof von Rottwerndorf führte die
Hängebahn und hier wurde das Erz auf die Eisenbahn umgeladen. Dazu waren bis
zu 6 Gleise notwendig und die Reste kann man auch heute noch im Bereich des
Stellwerkes entdecken. Diese umständliche Methode wurde 1983 abgelöst und
damit hatte der Bahnhof auch keine Funktion mehr. Endgültig wurden 2002 die
Gleise bis zum Bahnhof demontiert.
Die Wanderung führ noch ein Stück von 350 Metern weiter auf der breiten
Straße, bis
auf der linken Straßenseite ein wunderschönes Schloss auftaucht. Leider
verfällt das Schloss Rottwerndorf immer weiter und es befindet sich, nach
mehreren Besitzerwechseln, in einem Dornröschenschlaf.
Es
ist wirklich zu schade um so ein schönes Gebäude, aber bis heute ist einfach
noch kein brauchbarer Prinz, der vermutlich kein Schwert, sondern
eher einen Berg an Geld mitbringen muss, aufgetaucht. Hoffentlich passiert
das noch rechtzeitig, bevor auch dieses Gebäude in sich zusammen fällt.
Die Wanderung geht wieder ein kleines Stück (ca. 150 Meter) auf der Straße
zurück, um dann nach rechts abzubiegen. An der Garagenecke ist diese Stelle
mit der Wanderwegmarkierung gelber Punkt
markiert. Der Weg macht einen kleinen Schlenker und führt bald über die
Gottleuba hinweg. Dahinter steigt der Weg langsam im Lohmgrund an. Zuerst
wird eine Stelle passiert, die so aussieht, als wenn es sich um die
Durchfahrt eines Bahndamms handelt. Eigentlich verlief hier keine Bahnlinie,
vermutlich handelt es sich eher um eine der Bahntrassen der Steinbrüche
im Lohmgrund. Der Weg durch den Lohmgrund ist sehr angenehm zu wandern. Ungewöhnlich ist, dass der gesamte Grund mit kleinen Häusern und
Wochenendhäusern zugepflastert ist. Fast alle dieser Gebäude sind aber nett
irgendwo im Grünen versteckt, sodass man nur die Zugänge bzw. Zufahrten sieht.
Dafür sind dann viele dieser Wege mit allen möglichen und unmöglichen
Schildern ausgestattet. So kann man einige Warnschilder vor Hunden und eine
Vielzahl Privatwege lesen. Sehr komisch ist, wenn dann hinter dem
Hundeschild so ein kleines kläffendes Meerschweinchen zu sehen ist und das
Schild mit dem Privatweg an einem Gartentörchen zu lesen ist. Auf der
rechten Seite kann man gleich an mehreren Stellen die Spuren der alten
Steinbrüche entdecken. Zum Teil sind es nur die Einbuchtungen bis zu einer
Felswand oder auch die Schutthalden. Hier sollte man sich aber möglichst
fern halten, wenn irgendwelche Schilder auf Gefahren hinweisen. Ganz
besonders im Frühjahr lösen sich immer wieder Felsbrocken aus den Wänden und
fallen oder purzeln den Hang hinunter. Selbst für die kleinste Murmel ist
ein menschlicher Körper nicht ausgelegt und hinterlässt ganz bestimmt sehr
böse Spuren.
Die Anwohner benutzen den Weg durch den Lohmgrund als Zufahrt zu
ihren Grundstücken, aber bei meiner Wanderung ist mir tatsächlich kein
einziges Auto begegnet. Nach 1 ½ Kilometern kann man links und rechts des
Weges deutliche Spuren eines aktuellen Steinbruchs in Form von Felsbrocken sehen, aber irgendwie habe ich den eigentlichen Steinbruch
selbst nicht entdeckt.
Wenn ich die Karten in dem Bereich aber richtig interpretiert habe, dann
müsste er sich auf der rechten Seite hinter dem Haus befinden.
Nach dem nächsten ½ Kilometer weist ein Schild auf eine versteckte Stelle
(zumindest wenn man aus dieser Richtung kommt) auf der rechten Seite hin.
Hier
ist früher eine Eisenbahn zum Transport der Sandsteinblöcke gefahren. Da die
Eisenbahn an dieser Stelle aber eine zu große Steigung hätte überwinden müssen,
befindet sich hier ein ehemaliger Tunnel, der aber leider heutzutage durch
einen Zaun und einen zugemauerten Eingang geschützt ist. Gleich am Anfang
des Weges klärt eine
Informationstafel des Heimatvereins Cotta über die ganz besondere
Geschichte des Tunnels im 2. Weltkrieg auf.
Für die weitere Wanderung geht es noch ein kurzes Stück weiter, bis man eine
Kreuzung erreicht, an der es nur links oder rechts geht.
Hier
geht man nach links an der nächsten Ruine und einem kleinen, konfusen Anwesen
vorbei. Nach
100 Metern auf dem Weg biegt die Wanderung nach rechts ab. Der Weg steigt
leicht an und bald hat man einen beeindruckenden Blick in einen aktiven
Steinbruch. Es sieht sehr interessant aus, wie auf mehreren Terrassen die
Sandsteinblöcke abgebaut werden und dann bis zur weiteren Bearbeitung als
Rohklötze liegen bleiben.
Rechts neben dem Steinbruch geht es zwischen dem Erdwall und dem Feld
weiter. Der Weg passiert ein paar Pferdekoppeln und erreicht nach fast einem
Kilometer die bekannte Ortschaft Grosscotta (Cotta A). Hier wandert man ein
kurzes Stückchen von 200 Metern auf der Hauptstraße nach links, bis der erste
Weg wieder nach rechts abbiegt. Hier weist eine Sandsteinsäule auf den Weg
nach Gießhübel und Zwiesel hin. So weit soll diese Wanderung nicht gehen,
aber für den nächsten ¾ Kilometer wandert man auf diesem Feldweg aus der
Ortschaft heraus. Als erstes wird ein Löschteich passiert und dann geht es
über ein paar Felder bis zu einem Hinweisschild zu einem weiteren Sühnekreuz.
Leider lässt sich diese Tafel nur noch sehr schwer lesen und blöderweise
habe ich das Sühnekreuz überhaupt nicht gefunden. Es soll eigentlich ca. 30
Meter von der Tafel entfernt in Richtung des Ortes stehen.
Hier kann man schon ganz gut das nächste Ziel auf der linken Wegseite
erahnen. Es ist der Cottaer Spitzberg, der sich hier noch hinter ein paar
Bäumen versteckt. Dazu biegt man an der Kreuzung nach links ab und wandert
am Waldrand entlang. Auf der rechten Seite oberhalb des Feldes kann man eine
größere Scheune und ein höheres Waldstück entdecken. Bei dem Waldstück
handelt es sich eine ehemalige Schanze, von der man einen erstklassigen Blick ins
Elbtal und nach Pirna hat. Das einzige, das dieser Aussicht im Wege steht,
ist der Cottaer Spitzberg und deshalb geht es auf diesen Berg hoch. Gleich
zur ersten Möglichkeit an einer breiten Wiese geht es steil den Berg
aufwärts. Als ich die Runde gewandert bin, spazierte vor mir eine kleine
Gruppe mit einem Zwerg auf einem Kinderrad. Der Junge blieb mit der Zeit ein
Stückchen zurück und rief nach einer Weile nach seinen Eltern. Erst als
diese aus dem Sichtbereich heraus verschwanden, schwang sich der Knirps auf
sein Fahrrad und strampelte super fix den Berg hoch. Wow, großen Respekt.
Ich wollte ihm eigentlich schon helfen, aber er schaffte die Steigung
tatsächlich.
Der Weg passiert noch ein kleines Stückchen Wald und dahinter stößt man auf
eine Wiese, von der man eine gute Aussicht auf den Gipfel des Spitzberges
hat. Was
besonders auffällt, sind die Triangulierungssäule und die Basaltsäulen. Je
weiter man nach oben steigt, desto besser kann man dieses besondere
Kennzeichen des Cottaer Spitzberges erkennen.
Links
und rechts der Treppe bis zum Gipfel kann man die Spuren des ehemaligen
Vulkans sehr gut sehen. Gut, dass dieses letzte Teilstück des Gipfels nicht
auch noch abgebaut worden ist. Auf dem Gipfel kann man dann über einen
gigantischen Rundumblick staunen.
Ich
glaube, einen besseren Rundblick über das Osterzgebirge, das Elbtal mit
Pirna und Dresden, Festung Königstein und Lilienstein, die Sächsische
Schweiz und die Lausitz kann man kaum woanders finden. Das einzige wirklich
Störende an dieser Aussicht ist die hässliche Antenne neben dem Gipfel. Da
wir aber alle mit unseren Handys überall erreichbar sein wollen, müssen wir
auch diese kleine Einschränkung in Kauf nehmen.
Nachdem man den Rundumblick lange genug genossen hat, geht es wieder
herunter und am Felsenfuß weiter geradeaus an der Schranke vorbei. Hier
stehen gleich zwei Schilder zum Thema Flächennaturdenkmal Cottaer
Spitzberg. Beide Schilder beschäftigen sich mit der Vegetation auf dem Berg.
Das erste Schild beschreibt die Pflanzen auf dem Gipfel und das zweite
Schild die am Nordhang. Wenn man dem Weg folgt, verlässt man bald den bewaldeten
Berg und es geht leicht abfallend weiter. Hier kann man noch mal sehr schön
in die Landschaft bis rüber zur Sächsischen Schweiz blicken. Am Ende des
Weges biegt die Wanderung nach links ab und es geht auf einer leicht
befahrenen Straße abwärts. An den beiden Seiten der Straße steht eine Allee
aus Apfelbäumen und in einigen Bäumen wachsen richtig viele Misteln. Am Ende
dieser Straße stößt man wieder auf die drei Sühnekreuze und es geht die
letzten paar Meter nach links bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Die Wanderung war eine sehr nette Runde, die zumindest mir eine ganze
Menge Neuigkeiten am Rande der Sächsischen Schweiz gezeigt hat. Ich war
von dem Schloss Rottwerndorf und dem Lohmgrund stark überrascht und der
Cottaer Spitzberg ist auch immer wieder einen Ausflug wert.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Pirna. Von Pirna mit dem
Bus R-209 oder
Bus R-219.
Auto:
Der B172 von Bad Schandau in die Richtung Pirna fahren. In Krietzschwitz nach links abbbiegen und durch die Ortschaften Krietzschwitz und Neundorf geradeaus durchfahren. Der Ausschilderung Cotta A folgen. Der Parkplatz befindet sich hinter der Kirche.
Empfohlener Parkplatz:
Kirche Cotta A
GPS Daten:
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