Bei dieser Wanderung handelt es sich nicht um
eine besonders aufregende Runde, aber um eine, die auch im Winter
unternommen werden kann und dann ein paar sehr nette winterliche
Perspektiven bietet. Der Startpunkt liegt in Lichtenhain am großen
Parkplatz. Von dem Parkplatz kommend, geht es nach links in Richtung der
Lichtenhainer Kirche. Schon hier von der Hauptstraße hat man einen
schönen Blick hinüber auf die Schramm- und Affensteine. Es wäre ja
wirklich mal sehr interessant zu erfahren, wie viele hundert Besucher pro
Jahr in Lichtenhain nach dem Lichtenhainer Wasserfall fragen und dann
aufgeklärt werden, dass man entweder einen kleinen Spaziergang von 2
Kilometern oder mit dem Auto einen Bogen von ca. 17 km und ½ Stunde
Fahrzeit ins
Kirnitzschtal unternehmen muss. Auch wenn ich eigentlich nur sehr selten in
Lichtenhain bin, so habe selbst ich diese Frage mindestens schon 4 Mal
beantwortet.
Für Fußgänger gibt es gleich drei unterschiedliche Wege, die alle nicht
besonders schwierig sind. Der einfachste und angenehmste Abstieg führt über
die für den Autoverkehr gesperrte Talstraße. Dazu geht man auf der Hauptstraße weiter geradeaus.
Auf
dem Dorfplatz vor der Kirche ("Am Anger") macht die Straße einen Knick nach
links. 150 Meter danach biegt nach
rechts die Talstraße ab.
Auf der linken Straßenseite weist auch ein sehr
schön gestaltetes Schild auf den Gasthof Lichtenhainer Wasserfall hin. Zwei
Punkte sind an dem Schild aber vielleicht doch ein wenig fragwürdig.
Zuallererst ist der Wasserfall nach bester Malerart im Verhältnis zur
Umgebung um einiges zu
groß geraten und dann ist die Wanderzeit bis zum Wasserfall mit 40 Minuten
angegeben. Diese Zeit ist sehr großzügig bemessen und sollte wirklich jeder in bester
Spaziergangsgeschwindigkeit schaffen. Das erste Stückchen auf der
Talstraße führt noch durch die Ortschaft, später wird der Weg von steilen
Wiesenhängen eingerahmt. Sehr interessant ist es, wenn man die Runde im Schnee
unternimmt. Dann verlaufen hier richtig viele Spuren von
unterschiedlichsten Tieren kreuz und quer durch die Senke. Vermutlich
schleichen die ganzen Viecher eher in der Nacht hier herum, aber dass so viele
Tiere die Nähe zum Dorf suchen ist wirklich verwunderlich.
Nachdem man noch ein paar Meter weiter bergabwärts gewandert ist, stößt man
auf einen Wendeplatz, der im Ursprung ein Steinbruch gewesen ist. Da
zwischen den Orten an der Hohen Straße (Altendorf, Mittelndorf, Lichtenhain)
und dem Kirnitzschtal die Grenze des Sandsteins verläuft, ist hier oben
Granit abgebaut worden.
Bei den Granitbrüchen handelt es sich meistens
um kleinere Steinbrüche, die eher zur Versorgung der einzelnen Ortschaften
dienten. Mit der nächsten Straßenbiegung stößt ein weiterer Forstweg zur
Talstraße (die vermutlich ab dort dann auch Wasserfallstraße heißt). Mit dem
Forstweg kommen gleich mehrere Wasserläufe zum Lichtenhainer Bach dazu und aus dem
Rinnsal wird ein gut sichtbarer Bach. Ganz besonders nett sieht dieser bei
tiefen Temperaturen aus. Da der Bach über so manche Stufe läuft,
bilden sich immer wieder richtig nette Eisskulpturen.
Zur Wasserfallstraße stößt von der rechten Seite die Wanderwegmarkierung
roter Strich
.
Bei diesem Wanderweg handelt es sich um den Hörnelweg, der auch von Lichtenhain
runter zum Wasserfall führt, aber in der verschneiten Jahreszeit schwieriger
zu wandern ist als der Weg über die Tal- und Wasserfallstraße. Die Straße ist
zwar für den normalen Autoverkehr gesperrt, wird aber als Rettungsweg von z.B. den
Feuerwehren benutzt und deshalb wird sie auch so einigermaßen vom
Schnee frei gehalten und man kann ganz gut auf ihr ins Tal hinunter wandern.
Kurz bevor man das Tal erreicht hat, blickt man auf die Dächer der
Gaststätte Lichtenhainer Wasserfall.
An dieser Stelle kann man im Winter
sehr gut das leere Staubecken des Wasserfalls mit seinem steuerbaren Abfluss
sehen. Praktisch gesehen ist es eigentlich nichts anderes als ein größerer Badewannenabfluss, der vom Gasthaus aus gezogen werden kann.
Die Wasserfallstraße macht noch einen
kleinen Schlenker und schon erreicht die Wanderung die Kirnitzschtalstraße. Im Winter
fließt der Lichtenhainer Bach ohne jegliche Regelung (und theatralische
Musik) über die Felsen neben der Gaststätte. Damit können sich aber bei
niedrigen Temperaturen wunderbare Eisskulpturen bilden, die den Wasserfall
richtig nett groß wirken lassen.
Für die weitere Wanderung geht es jetzt ein kurzes Stück von ½
Kilometer auf der Kirnitzschtalstraße flussabwärts. Im Winter verirren sich
nur sehr wenige Autos (meistens sind es Einheimische aus Hinterhermsdorf)
ins Kirnitzschtal und so kann man ohne sonderliche Bedenken auf der Straße
entlang wandern. Wenn man die Straße bergab wandert, dann geht man meistens
auf der linken Straßenseite, was aber ziemlich komisch werden kann, wenn
einem auf den ersten 200 Metern die Straßenbahn entgegen kommt. Hier läuft
der Bach nämlich direkt neben der Straße entlang, ein Mäuerchen schützt vorm
Hineinfallen. Dann hilft
nur noch ein schneller Wechsel auf die andere Straßenseite weiter. Zwischendurch auf dem Weg zum
Beuthenfall passiert man die Haidemühle, die durch das Hochwasser im Herbst
2010 endgültig zerstört worden ist.
Vermutlich wird es nur noch eine kurze
Zeit dauern, bis aus der ehemals bekannten Ausflugsgaststätte ein Parkplatz
geworden ist.
Auch der Beuthenfall hat in weit vergangenen Zeiten schon mehr Funktionen
als nur Parkplatz gehabt, aber hier haben sich die Besitzverhältnisse gerade
geändert und das lässt ein wenig Hoffnung für die Gebäude aufkeimen.
Komischerweise bildet der Beuthenfall sogar schönere Eiszapfen als der
Lichtenhainer Wasserfall.
Noch bevor man eigentlich das erste Gebäude des
Beuthenfalls erreicht hat, biegt nach rechts der grün markierte Wanderweg
ab. Die Wanderung schlängelt sich hinter den Häusern auf einem schmalen Pfad
bergaufwärts. Nach ungefähr 50 Höhenmetern bzw. ¼ Kilometer überquert der
grüne Wanderweg einen anderen Waldweg und es geht weiter geradeaus. Diese Stelle
sieht im Winter, zumindest wenn es geschneit hat, viel angenehmer als im
Sommer aus. Normalerweise haben die Bäume hier ein gigantisches Geflecht an
Wurzeln gebildet, über das man irgendwie nach oben wandern muss. Im Winter
legt sich der Schnee nett in die Kuhlen und man merkt nur, dass es relativ
steil nach oben geht.
Nach diesem Aufstieg aus dem Kirnitzschtal erreicht man eine langgezogene
Wiese, auf der man sich von Zeit zu Zeit umdrehen sollte, da hinter
einem die Felsen der Affensteine sehr schön zu sehen sind.
Das ist auch der
Grund, warum am Waldrand einige Bänke zum Verweilen einladen. Diese
Aussichten sind allesamt in die Richtung der Affensteine ausgerichtet. Es
gibt nur eine Aussicht nach ca. 100 Metern auf der Wiese, die nach rechts in
den Wald versteckt liegt. Hier kann man in die Richtung des Hausberges und
des
Neuen Wildensteins bzw. Kuhstalls blicken.
Je weiter man aufsteigt, desto weitläufiger wird auch der Blickwinkel und
so kann man bald in den gesamten Bereich der Hinteren Sächsischen Schweiz
sehen. Die Felsen sehen mit Schneehauben ganz besonders interessant
aus. Nachdem man aus dem letzten Waldstück herausgetreten ist, muss man noch
ein kurzes Stück die ungefähre Richtung finden, bis man den
geräumten Feldweg erreicht.
Irgendwie hat es sich noch nicht so richtig
herumgesprochen, dass ganz am Ende des asphaltieren Feldweges schon seit ein
paar Jahrzehnten kein Gebäude mehr steht und so wird netterweise hier unten
immer noch Schnee geräumt. Auch wenn es immer noch aufwärts geht, so fällt
einem das auf den Feldern kaum noch auf. Kurz vor dem Ortsrand von
Lichtenhain kann es im Winter bei stürmischem Wetter noch mal ziemlich
unterhaltsam werden, da sich dann auf dem Feldweg ordentliche
Schneeverwehungen bilden. Die Anwohner des Feldweges sind aber durch ihre
eigenen Fahrzeuge (Trecker) selber in der Lage, diese riesigen Schneeberge zu
beseitigen. Der Feldweg führt hinter dem Friedhof entlang und endet wenige
Meter vor dem Ausgangspunkt der Wanderung.
Damit ist ein netter Bogen durch eine winterliche Sächsische Schweiz
beendet, der sehr zu empfehlen ist. Der Abstieg bis runter zum Lichtenhainer
Wasserfall ist auch bei winterlichen Wegverhältnissen sehr gut zu bewältigen
und den Rückweg sollte man auch ganz gut schaffen.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt eine sehr gute Zugverbindung bis nach Bad Schandau und von dort
bietet sich die
Buslinie 260 bis nach
Lichtenhain an. Eine andere Variante wäre die Wanderung am Lichtenhainer
Wasserfall zu beginnen, dann könnte die Anreise mit der Straßenbahn
geschehen.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Von Bad Schandau dann weiter in die Richtung Sebnitz. Zuerst kommen die Ortschaften Altendorf und Mitteldorf. Gleich zum Beginn von Lichtenhain, geht es an der ersten abknickenden Vorfahrsstraße geradeaus, bis auf der linken Seite der Parkplatz auftaucht.
Empfohlener Parkplatz:
Lichtenhain
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
3 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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Google Earth
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