Die Wanderung von Ottendorf runter ins
Kirnitzschtal startet vom Parkplatz gegenüber der Gaststätte "Zum
Kirnitzschtal". Netterweise ist der Parkplatz kostenlos und seltsamerweise
nie vollkommen besetzt. Die ersten paar Meter gehen auf der Hauptstraße bis
zur abknickenden Vorfahrtsstraße. Das sehr schön sanierte/renovierte Haus
genau in der abknickenden Vorfahrtsstraße ist das alte Schulgebäude von
Ottendorf. Früher
hat es hier zwei Schulklassen gegen, was heute nicht mehr möglich ist, da in
einer Ortschaft wie Ottendorf noch nicht mal eine halbe Klasse zusammen
kommen würde. An dieser Kreuzung geht es geradeaus den Hang hoch. Der Weg
ist mit dem grünen Strich
markiert. Nach wenigen Metern erreicht man ein auffälliges Denkmal für die
gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege. Unterhalb des Denkmals steht ein
kleiner Rastplatz, der mit einem schönen Blick über das Dorf zum Verweilen
einlädt. Rechts
neben dem Wasserwerk führt ein Weg zur Ruine eines riesigen Gebäudes. Es ist
die so genannte Endlerkuppe. Das Gebäude ist 1929 als Internat, Ferienlager
und Mädchenschule errichtet worden. Es gibt zwei Stellen, an denen die Größe
des Komplexes am Eindrucksvollsten zu erkennen ist.
Der
eine Punkt ist im Innenhof, wenn man auf die Stirnseite des U-förmigen
Gebäudekomplexes sieht. Der zweite Punkt befindet sich im Inneren und ist
der riesige Festsaal. Leider verfallen die ganzen Gebäude, da anscheinend
heutzutage keine Verwendung mehr gefunden werden kann. Es gibt zwar immer
wieder Konzepte in Form von Diplomarbeiten der TU Dresden, aber bis heute
hat sich kein Investor gefunden, der einen zweistelligen Millionenbetrag in
diese herrliche Lage investieren möchte.
Der weitere Verlauf der Wanderung geht links vom Wasserwerk weiterhin auf
der grünen Wegmarkierung entlang. Der Weg verläuft zuerst über ein paar
Felder und dann im Wald bis vor zur Großsteinkanzel.
Dafür,
dass man diese Aussicht so einfach erreicht, bietet dieser Felsen eine
wunderbare Aussicht, die seltsamerweise nur von wenigen Wanderern besucht
wird. Von
der Großsteinkanzel hat man einen einzigartigen Rundblick über den hinteren
Teil der Sächsischen Schweiz mit ihren Felsen. Das einzige Haus, das von
dieser Aussicht zu sehen ist, ist die Felsenmühle unten im Kirnitzschtal.
Genau diese Mühle ist das nächste Ziel der Wanderung. Dazu muss man von der
Aussicht ein paar Meter (ca. 400 Meter) auf dem markierten Weg zurückgehen,
um dann nach rechts ins Tal abzusteigen. Der Abstieg ist ganz angenehm und
endet genau am Gasthaus der Felsenmühle.
Hier könnte man sich in der Gaststube erfrischen, aber meiner Ansicht nach
ist die Wanderung bis hier noch nicht so richtig anstrengend gewesen und
deshalb geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein paar Meter
(höchstens 50 Meter) in den kleinen Zschand. Nach den paar Metern biegt nach
rechts der Flößersteig ab. Dieser kleine Pfad ist mit dem grünen Querstrich
als Naturlehrpfad gekennzeichnet und schlängelt sich auf der linken
Bachseite an der Kirnitzsch entlang. Der Weg hat als Untergrund zum Teil ein
ziemliches Wurzelgeflecht, einige Auf- und Abstiege (höchstens 10
Höhenmeter) und bei nasser Witterung ist er etwas matschig. Trotzdem macht
der Weg viel mehr Spaß, als auf der Fahrstraße entlang zu wandern und auch
ein kleines Stück über eine anspruchsvollere Strecke zu gehen ist auch ganz
nett. Der Wanderweg erreicht nach 1,5 Kilometern die Versorgungsstraße vom
Kuhstall und auf dieser geht man nach rechts den Hang hinunter bis zur
Kirnitzschtalstraße. Zum Glück müssen auf dieser Straße nur die nächsten 350
Meter nach links auf dem gelben Strich absolviert werden. Nicht, dass
besonders viel Betrieb auf dieser Straße wäre, aber sie hat überhaupt keinen
Bürgersteig und dann sind Autos doch ziemlich störend. Nach den 350 Metern
verlässt der markierte Weg die Straße nach rechts in den Wald.
Der Weg strebt mit einer angenehmen Steigung durch das Knechtsbachtal den
Berg hoch. Links
und rechts des Weges kann man sehr gut sehen, welche Kraft Wasser hat. Der
ganze Bereich, durch den die Wanderung jetzt verläuft, hat als Untergrund
Granitfelsen aus der Lausitzer Verschiebung und selbst die kleinsten
Rinnsale haben gewaltige Furchen in die Hänge gegraben. Irgendwie hatte ich
bis jetzt immer die Vorstellung, dass Granit ganz sicher fester ist als
Sandstein. Das scheint aber nur für die eigentliche Festigkeit zuzutreffen,
nicht aber für die Widerstandskraft gegen Wasser. Ich habe den Eindruck, als
wenn sich die kleinen Bäche viel leichter durch Granitfelsen durchfressen
können als durch Sandsteinfelsen. Vielleicht irre ich mich auch, aber es
sieht schon wirklich imposant aus, wenn armselige kleine Bächlein solche
tiefen Schluchten graben können. Nach ungefähr 1,3 Kilometern durch das
Knechtsbachtal zweigt rechts der grün markierte Weg
in Richtung Ottendorf ab. Der jetzt folgende Weg ist zwar etwas steiler als
der vorangegangen Aufstieg, aber immer noch nicht besonders unangenehm. Der
Weg kommt bald aus dem Wald heraus und die letzten paar Meter gehen über die
Ebene bis nach Ottendorf. Der Weg erreicht die Ortschaft gleich neben der
Gaststätte "Zum Kirnitzschtal" und damit ist man wieder am Ausgangspunkt der
Wanderung angekommen.
Anfahrtsbeschreibung:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-260 und weiter
mit dem R-268/269 bis
Ottendorf
Auto:
Bad Schandau, Kirnitzschtalstraße, Neumannmühle und von dort nach Ottendorf. Der Parkplatz liegt gleich an der Hauptstraße, gegenüber der Gaststätte "Zum Kirnitzschtal".
Empfohlener Parkplatz:
Ottendorf Zum Kirnitzschtal
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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Google Earth
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